Die Initiative Euro-Office stellt eine neue, souveräne Office-Suite als europäische Alternative zu etablierten Programmen vor.

Das Projekt wurde in Berlin von mehreren europäischen Unternehmen und Organisationen präsentiert und vereint laut Angaben der Beteiligten verschiedene Technologien in einer gemeinsamen Lösung.

Ziel sei es, eine Office-Umgebung bereitzustellen, die mit gängigen Formaten kompatibel ist und eine vertraute Benutzeroberfläche bietet. Eine erste Vorschauversion steht bereits zur Verfügung, während eine stabile Version für den Sommer angekündigt ist.

Die Liste der beteiligten Unternehmen und Organisationen:

  • IONOS
  • Nextcloud
  • Eurostack
  • XWiki
  • OpenProject
  • Soverin
  • Abilian
  • BTactic

Europäische Open-Source-Alternative mit Fokus auf digitale Souveränität

Die Entwicklung erfolgt als offene Zusammenarbeit zahlreicher Akteure, die ihre Beiträge in eine gemeinsame Codebasis einbringen. Laut nextcloud soll die Software vollständig quelloffen sein und ohne proprietäre Einschränkungen auskommen. Dadurch soll eine unabhängige Kontrolle sowie eine transparente Weiterentwicklung ermöglicht werden.

  • Kompatibilität mit verbreiteten Dokumentformaten
  • Familiarer Aufbau für geringe Umstellungsaufwände
  • Open-Source-Entwicklung unter europäischer Beteiligung

Zudem wird betont, dass Organisationen mit sensiblen Daten eine Alternative erhalten sollen, die innerhalb Europas entwickelt und verwaltet wird. Die Initiative versteht sich als gemeinsamer Ansatz mehrerer Unternehmen, um bestehende technische Grundlagen zu bündeln und weiterzuentwickeln.

Aus meiner Sicht zeigt das Projekt, wie stark das Bedürfnis nach unabhängiger Software in Europa geworden ist und wie schwierig es gleichzeitig bleibt, etablierte Lösungen tatsächlich zu ersetzen. Die praktische Relevanz wird vor allem von der Umsetzung und Akzeptanz im Alltag abhängen.


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  1. Herr P. 🏆

    OnlyOffice ist gar nicht begeistert und wirft Euro-Office nun Lizenzverstöße vor.

    https://www.heise.de/news/Euro-Office-OnlyOffice-wirft-Projekt-Lizenzverletzungen-vor-11241092.html

    1. René Hesse ♾️

      Hab ich auch schon mitbekommen, soweit ich das recherchiert habe, sind die Vorwürfe aber im Großen und Ganzen haltlos.

  2. Spiritogre 🏆

    Es ist wieder nur ein Office. Aber das ganze Drumherum was Microsoft bietet fehlt, gerade wenn es um Projekte geht, an denen viele Leute arbeiten.

    Und wenn Kompatibilität zu MS Office so wichtig ist, dann gibt es bereits ein deutsches Office-Paket, dass in allen Punkten OO und LO ziemlich alt aussehen lässt. Nämlich Softmaker Office. Das hat eine leicht verständliche, gut benutzbare GUI, ist super schnell und sehr stabil und es gibt eine kostenlose Version.

    1. gast 🏆

      Eben nicht. Ich bin noch nicht voll im Thema, aber nextcloud will eben genau das ganze drumherum auch bieten. Wird hoffentlich gut.

      1. Spiritogre 🏆

        Für Privat und kleine Unternehem ist das sicherlich alles ausreichend. Aber was ist wenn man für größere Excel Sachen sowas wie MS PowerBi, MS Loop, MS Planner, Copilot usw. usf. benötigt? Wie gut sind die Funktionen und wie gut integriert, wenn es überhaupt sowas gibt?

        1. Thomas 🔅

          Teams, OneDrive und Sharepoint nicht vergessen. Ist bei uns im Büro nicht mehr wegzudenken.

        2. gast 🏆

          Das wäre ja schon mal ein Anfang. Von jetzt auf gleich kann ja niemand das MS Universum ersetzen. Aber wir sollten doch um jede europäische Alternative froh sein.

          1. Spiritogre 🏆

            Mit Softmaker (Free) Office gibt es ein (kostenloses) vollwertigesd Office-Paket aus Deutschland, das Libre Office und Co. so richtig alt aussehen lässt. Und das gibt es seit vielen Jahren. Es ist außerdem weitaus kompatibler mit MS Office als die Open Source Programme.

  3. Sam 🏆

    Steht und fällt auch damit, wie gut das so mit den „alten“ MS Office Formaten umgehen kann – zumindest am Anfang.

    1. Stefan K. 🔆

      Da es sich um einen Fork von LibreOffice handeln soll in der Basis, dürfte da schon einiges an Kompatibilität gegeben sein zum Start. Interessanter wird da eher sein, wie die aktuellen Open-XML-Formate in der MS-Ausführung unterstützt werden. Oder wie lange und intensiv die einzelnen Firmen am Ball bleiben, auch wenn das Projekt nicht allzu stark in Fahrt kommen sollte.

      Prinzipiell ist die Initiative allerdings zu begrüßen, sofern die Politik und vor allem die (europäische) IT-Branche das entsprechend promoten.

      1. Herr P. 🏆

        Da es sich um einen Fork von LibreOffice handeln soll in der Basis

        Von anderswo:

        „Euro-Office“ basiert stattdessen auf einer Abspaltung (Fork) von OnlyOffice. Laut den Initiatoren bietet diese Codebasis eine modernere Architektur als Alternativen wie LibreOffice. Der Quellcode wurde eigenen Angaben zufolge geprüft und angepasst, um mögliche Sicherheitsbedenken auszuschließen. Nicht offene Komponenten wurden ersetzt oder neu entwickelt.

        1. Stefan K. 🔆

          Ah Danke, dann habe ich die beiden miteinander verwechselt. Ändert zumindest an der Grundaussage, dass es auf ein bereits bestehendes OS-Projekt aufbaut, nichts im geringsten. 😄

  4. gast 🏆

    F*ck yeah! Ich hab noch ein wenig Laufzeit beim MS365 Family Paket, in der Zeit werde ich den Umstieg auf Nextcloud schaffen. Mein Bürokollege hat es bereits getan und es läuft echt gut.

    So blöd es klingt, man muss den Amerikanern hier mal danken. Allein hätte Europa es mal wieder nicht geschafft…

    Btw: die erste Wero Zahlung ist durch, Paypal wird also bei mir auch zeitnah geschlossen.

    1. Arjoma 🎖

      Ich kann mir ehrlich gesagt noch nicht vorstellen, dass es überhaupt irgendwo eine richtige Wero-Zahlung gegeben hat, außer vielleicht, um auszuprobieren, ob es überhaupt geht, denn man muss ja erst mal jemanden finden, Vero eingerichtet hat – was ja sehr viele Bankkunden nicht können, selbst, wenn sie wollten.

      Und selbst wenn dann irgendwann vielleicht mal alle Banken an Bord sind, bringt es mir immer noch nicht viel, wenn dann nur 5 – 10 Shops mitmachen.

      Natürlich kann man auch ohne Paypal leben und einkaufen – aber dass Wero auch nur 75 Prozent der Use-Cases von Paypal realistisch abdeckt, sehe ich nicht, oder auf jeden Fall nicht zeitnah.

      1. gast 🏆

        Wir hatten zwei Konzertkarten übrig, per Kleinanzeigen verkauft, vor der Halle übergeben. „Hast Du Wero?“ „Jipp“ „Los gehts“.

        Jeder Anfang ist schwer, aber so gehts los. Wobei ich wirklcih nicht verstehen kann, was daran so lange dauert…

        1. Stefan K. 🔆

          Vermutlich Abwägung der Banken, wie viel ihres Einflusses sie abgeben müssen. Anders kann ich mir das auch nur schwerlich erklären, denn eigentlich müsste doch jede halbwegs brauchbare europäische Alternative gegen die Übermacht von PayPal mit offenen Armen begrüßt werden.

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