Niedrigwasser: HDE fordert jetzt dauerhafte Lang-LKW
Der Handelsverband Deutschland fordert wegen möglicher Logistikengpässe eine dauerhafte Zulassung von Lang-LKW.
Niedrige Pegelstände an zahlreichen deutschen Flüssen könnten nach Einschätzung des Handelsverbands Deutschland zu Ausweichbewegungen vom Schiff auf Straße und Schiene führen.
Obwohl nur wenige Waren für den Einzelhandel per Schiff transportiert werden, warnt der HDE vor zusätzlichen Engpässen. Verschärft werde die Lage durch den seit Jahren bestehenden LKW-Fahrermangel.
Der Verband fordert deshalb, die bisher immer wieder befristete Genehmigung für Lang-LKW in einen dauerhaften Regelbetrieb zu überführen. Zusätzlich soll das zulässige Straßennetz für die längeren Fahrzeuge erweitert werden.
Lang-LKW sind besonders lange Lastwagen, die mehr Ladevolumen als herkömmliche LKW transportieren können. Sie können je nach Bauart bis zu 25,25 Meter lang sein, dürfen aber grundsätzlich nicht schwerer beladen werden als normale LKW.
Lang-LKW sollen mehr Waren mit weniger Fahrten transportieren
Der HDE nennt mehrere Vorteile der längeren Fahrzeuge:
- Zwei Lang-LKW-Einheiten können laut Verband bis zu drei konventionelle LKW ersetzen.
- Der CO₂-Ausstoß könne dadurch um bis zu 25 Prozent sinken.
- Auch Personal- und Energiebedarf sollen zurückgehen.
- Die Fahrzeuge verkehren ausschließlich auf Fernverkehrsstraßen.
HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth fordert insbesondere mehr Planungssicherheit für Unternehmen. Der jahrelange Betrieb habe aus Sicht des Verbands gezeigt, dass Lang-LKW funktionieren und den Verkehr entlasten. Unternehmen würden ihre Flotten aber nur ausbauen, wenn sie die Fahrzeuge dauerhaft einsetzen könnten.
Ich halte den Vorstoß grundsätzlich für nachvollziehbar. Wenn zwei größere Transporte tatsächlich drei klassische LKW-Fahrten ersetzen können, könnte das gerade bei knappen Fahrerkapazitäten helfen. Entscheidend bleibt aber, ob sich die genannten Effizienz- und CO₂-Vorteile auch im breiten Regelbetrieb bestätigen.
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Niedrige Pegelstände sollten zur Förderung der Güterbahn führen (der natürlichen Alternative für mit Schiffen transportierte Schüttgüter) und nicht zur Lobby für Lang-LKW missbraucht werden. Diese LKW haben ihre Grenzen, kommen nicht überall durch und nutzen die geschundenen Straßen und Brücken noch schneller ab.