Volkswagen leitet neue „Ära“ für Elektroautos ein

Volkswagen stellt sich in China ganz neu auf und könnte einige der Modelle auch in Europa auf den Markt bringen, daher lohnt sich mittlerweile der Blick auf diese. Und das erste vollelektrische Modell der „ID Era“ (ID Ära) ist der kommende 5X bei VW.

Dabei handelt es sich um einen knapp 4,6 Meter langen SUV, der also genau in der Kategorie des VW ID.4 oder eben VW Tiguan wildert. Da der ID.4 zum ID Tiguan im Herbst wird, rechne ich also nicht damit, dass dieser 5X bald zu uns kommen wird.

Basis ist die neue CMP (Compact Main Platform), die Volkswagen mit SAIC in China entwickelt hat. Die Besonderheit ist, dass diese 40 Prozent günstiger als der MEB (Modulare E-Antriebs-Baukasten) ist. Einen Preis für den 5X gibt es jedoch nicht.

Technische Details hat VW bisher auch nicht genannt, aber das ist in etwa das Level des MEB, es gibt also noch keine 800 Volt oder viel Leistung. Der Fokus lag bei der Entwicklung in erster Linie darauf, dass man preislich viel attraktiver wird.

Theoretisch könnte VW damit einen elektrischen Tiguan, und der VW ID Era 5X sieht durchaus danach aus, als preiswertes Elektroauto nach Europa bringen. Doch praktisch kann man hier den teureren VW ID Tiguan mit MEB-Technik anbieten.

Diese Ankündigung zeigt, dass die Technik aus Europa nicht mehr gut genug für den Markt in China ist und VW die externe Hilfe benötigt. Sie zeigt aber auch, dass wir in Europa das mitmachen und die teureren Preise bei Volkswagen bezahlen.

Ich bin mal gespannt, wie der Vergleich zwischen VW ID Era 5X und dem VW ID Tiguan am Ende aussieht. Vermutlich werden die Unterschiede gar nicht so groß sein, dafür wird das Modell für China sicher preislich deutlich attraktiver. Und wenn der Trend anhält, dann wundert es nicht, dass wir bald China-Technik importieren.


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  1. remix1019 👋

    Nach dem Diesel-Skandal kaufen wir diesem Konzern eh keine rostige Schraube mehr ab.

    1. Andreas 🪴

      Dann solltest du lieber zu Fuß laufen und gar kein Auto mehr fahren, denn betroffen waren so gut wie alle großen Hersteller (VAG, Daimler, BMW, Ford, FIAT, Mitsubishi usw.). Bosch hat sie alle beliefert.

  2. Chris 👋

    Autos auf Basis der CMP wären in der EU absolut nicht homologierbar…
    Wie schon jemand anderes schrieb, entstehen für die Anpassung an europäische Standards sehr hohe Kosten und dann ist MEB auf einmal gar nicht mehr so überteuert!

    Als bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

  3. Spiritogre 🌀

    Hmm, also VW möchte Dacia in Europa Konkurrenz machen.

    „Diese Ankündigung zeigt, dass die Technik aus Europa nicht mehr gut genug für den Markt in China ist und VW die externe Hilfe benötigt. Sie zeigt aber auch, dass wir in Europa das mitmachen und die teureren Preise bei Volkswagen bezahlen.“

    Das ist reine Spekulation. Die meisten billig produzierten China-Autos sind schlechter als selbst MEB. Aber MEB kostet halt, deswegen die neue günstigere Plattform. Und MEB ist inzwischen in die Jahre gekommen und wird ohnehin ersetzt. Es macht also Sinn zu splitten, eine Platform für die teureren technologisch mit führenden Autos und eine für das Budget.

  4. Aaron Matthiesen 🎖

    Diese Ankündigung zeigt, dass die Technik aus Europa nicht mehr gut genug für den Markt in China ist und VW die externe Hilfe benötigt. Sie zeigt aber auch, dass wir in Europa das mitmachen und die teureren Preise bei Volkswagen bezahlen.

    Die Aussage ist ja hier schon ziemlich oft gefallen, aber vermutlich kann man es nicht so einfach schwarz/weiß sehen.

    Ja, Autos in China erscheinen billiger und besser – natürlich werden sie dort auch billiger gefertigt als hier aufgrund geringerer Kosten für Energie, Lohn etc.

    Viele E-Autos, die dann aus China kommen, werden hier auf einmal viel teurer, als wenn man den Preis eins zu eins umrechnen würde. Denn Autos werden in China für China entwickelt, für den dortigen Markt, man müsste für den europäischen Markt also einiges anpassen – und dann kommen neben den Kosten fürs Rüberbringen per Schiff noch evtl. Zölle dazu.

    Auf der anderen Seite könnte es sich rein wirtschaftlich natürlich für VW unter Umständen auch schon lohnen (abgesehen von politischen Umständen), nicht das teurere, sondern das billigere Auto zu verkaufen, denn am Ende hängt es ja von der Gewinnmarge ab, auf die auch bei den Autobauern gerne geschaut wird. Wenn ein Auto aus deutscher Produktion 50.000 kostet, aber nur 2 Prozent als Gewinn bleiben, und eins aus China kostet 25.000, aber es bleiben 8 Prozent als Gewinn, dann könnte man doch rein theoretisch lieber das günstigere Modell verkaufen.

  5. Mick ☀️

    Mal sehen wie lange die deutschen diese Preise der europäischen Hersteller noch zahlen wollen. Wenn wir hier endlich auch, so wie in chinesischen Automobilfabriken, bei einer 70-Stunden Woche und ~3 Euro Stundenlohn arbeiten würden, dann würden auch die hier produzierten Autos endlich günstiger.
    *IO

    1. ChrisH 🏅

      Die Fahrzeuge während dann günstiger, bei 3€ Stundenlohn könnten es sich aber dennoch die wenigsten leisten. Das ganze gilt auch, wenn wir hier keine Fahrzeuge mehr bauen und nur noch aus China exportieren 😉

  6. Brummi09 👋

    Bitte mal aich über chinesische Autos wie BYD oder anderen Hypeautos wie DFM Forthing 9 sprechen und deren katastrophale Rostvorsorge. Unterboten blanke Bleche ohne Korrosionsschutz. Braune Brühe ab Werk.

    1. ChrisH 🏅

      Das ist in China nicht ganz so wichtig, da sie nicht so lange gefahren werden und es auch keinen Zweitwagenmarkt gibt

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