Für 135 Euro: Verkehrsclub Deutschland schlägt 9-Euro-Ticket-Nachfolgemodell vor

Strassenbahn Unsplash

Das 9-Euro-Ticket bleibt ein großer Erfolg, wird aber nicht fortgesetzt. Ob ein „Klima-Ticket“ kommt, ist noch unklar. Der Verkehrsclub Deutschland hat nun ein Nachfolgemodell zur Diskussion gestellt.

Wie ein 9-Euro-Ticket-Nachfolgemodell konkret aussehen könnte, zeigt der VCD mit seinem neuen, bundesländer-übergreifenden Abo-Konzept: dem Länder-PlusTicket. Das ist eine Zeitkarte, die auch weite Fahrten im Regionalverkehr bundesländer-übergreifend und auch deutschlandweit ermöglicht. Der Übergang in angrenzende Tarifzonen soll damit erleichtert werden.

Das Länder-PlusTicket soll der Idee nach für insgesamt acht Großräume angeboten werden und auch für den jeweils ersten Halt im angrenzenden Geltungsbereich gültig sein. Damit würde es zum Beispiel für Berlin und Brandenburg oder für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland eine zusammenhängende Tarifzone geben. Wer will, kann darüber hinaus auch bundesweit im Regionalverkehr unterwegs sein.

Laenderplus Karte

Länder-PlusTicket: 75 Euro im Monat pro Großraum

Der Standardpreis für einen Großraum soll dabei 75 Euro im Monat betragen, als Jobticket 60 Euro pro Monat. Als Sozialticket sowie für Schüler, Azubis und Studierende soll es für 30 Euro im Monat erhältlich sein. Das wäre auch der Preis für die Erweiterung um einen weiteren der acht Großräume. Für 135 Euro könnte ein Ticket für den Nah- und Regionalverkehr in ganz Deutschland erworben werden.

Neben dem Mangel an flächendeckenden Bus- und Bahnangeboten ist es vor allem die unübersichtliche Tarifstruktur, die viele bisher von einem Umstieg auf den öffentlichen Personennahverkehr abhält. Das erstere Problem wird mit solch einem Ticket freilich nicht gelöst, aber immerhin das zweitere Problem angegangen.

Der Umstieg auf Bus und Bahn wird nur gelingen, wenn das Angebot stimmt. Das Länder-PlusTicket hilft niemandem, dessen Dorf nur drei Mal täglich vom Schulbus angefahren wird. Deshalb brauchen wir flächendeckend einen massiven Ausbau des ÖPNV mit gesicherter Finanzierung. Wenn wir die Verkehrswende schaffen wollen, müssen Bus und Bahn künftig so einfach zu nutzen sein wie heute das Auto.

– Bundesvorsitzende des VCD, Kerstin Haarmann

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Bitte bleibe freundlich.

  1. Jonas 👋

    Also irgendwie scheint mir das nicht so richtig durchdacht. Die Abo Monatskarte für die Stadt kostet bei uns rund 50€ und für das eine Mal, dass man über die Grenze hinausfährt nochmal 25€ pro Monat zu zahlen? Da kann ich mir auch normale Einzelfahrscheine kaufen. Und 135€ pro Monat für die ganze Bundesrepublik? Finde ich echt zu viel. Wenn das ein Nachfolge Angebot sein soll, sollte man das nicht zum jetzigen Preis auf ein Jahr hochgerechnet pro Monat zu zahlen.
    Hoffentlich kommt da noch was besseres.

    1. Kölner 🍀

      Sehe ich auch so, zu teuer.
      30€ wäre meine Schmerzgrenze, ich brauche auch nicht ein ganzes Bundesland.
      Nur das Wabensystem müsste abgeschafft werden, da unfair wenn man nicht einer Großstadt wohnt.
      Per App entfernungsbasiert zu zahlen geht ja schon.
      Man könnte einfach 30 km Umkreis vom Wohnort für 30€ anbieten.

    2. Felix 🏆

      135€ für die ganze BRD ist doch nicht viel. Die BahnCard 100 kostet viel viel mehr. Und für Leute mit Jobticket/Schüler/Studenten/Azubis wird es doch nochmal günstiger.

  2. Mårtiň 🌟

    Was sind hier für Träumer unterwegs? 135 € wäre ein Wahnsinnspreis. Das 9 Euro Ticket wird nicht umsonst mit übelsten Milliarden bezuschusst

    1. Christian ☀️

      So ist es.

      135 € fix für ganz Deutschland wäre wahnsinnig gut.

      1. max 💎

        365€ / Jahr und gut ist.
        @Mårtiň

        1. Christian ☀️

          So lässt sich der öffentliche Nahverkehr in seiner jetzigen Form mit 30,42 € im Monat finanzieren – nicht deutschlandweit.

          Und ja, Österreich hat ein 365 € Ticket, aber nein, es gilt nur in einem Bundesland – das nicht mal in allen und du müsstet, um in ganz Österreich fahren zu wollen 3 * 365 € ausgeben, das sind sind auch 91,25 € im Monat.

          1. Mark-Ingo 👋

            Darf ich daran erinnern, dass Bund, Länder und Kommunen in den letzten Jahren jährlich über 14 Milliarden Euro für Straßenbau ausgegeben haben?

            Rechnet man das 9-Euro-Ticket hoch, so würde es "nur" 10 Milliarden jährlich kosten. Ein 365-Euro-pro-Jahr-Ticket würde die jeweiligen Haushalte noch deutlich weniger belasten und viel Geld zum ÖPNV-Ausbau bereitstellen.

    2. Robin 👋

      Frage ich mich ehrlich gesagt auch. Wenn man mal schaut, wie es momentan (ohne 9€ Ticket aussieht) sind 135€ ein Traum..wir haben ja nichts, das annähernd daran kommen würde.

      @max auch das ist übertrieben. Ich hätte mir das vor der Krise allein für maximal eine Großstadt oder gar Preisstufe 7 (Rhein-Neckar-Kreis in Bawü als Beispiel) pro Jahr gewünscht. So wie in Wien..aber für ganz Deutschland?

      @Jonas 135€ im Monat für ganz Deutschland sind zu viel? Wo leben wir hier? :D
      Du musst das ja nicht nutzen aber für sehr, sehr viele Leute wäre das mehr als nur ein Schnäppchen und eine Überlegung wert. So nutzt man die Chance auch mal öfter einfach in den Zug zu steigen und einen Tagesausflug zu unternehmen etc. pp..Muss am Ende jeder für sich wissen.

      1. Kölner 🍀

        Wer braucht schon ganz Deutschland? Selbst ein ganzes Bundesland im Nahverkehr zu bereisen macht keinen Spaß.
        Hab es jetzt Mal probiert wegen 9€ Ticket.
        Da macht es Sinn, das Auto stehen zu lassen. Aber 135€ bzw. 270€ für ein Paar in Monat sind einfach zu viel. Da kann ich jedes Wochenende einen Tagesausflug mit dem Auto machen und komme nicht auf den Betrag.

        1. Hazz 🏅

          135€ wären ein regelrechtes Schnäppchen, im Vergleich zum aktuellen Preis für ein Monatsticket der Deutschen Bahn. Du vergleichst hier vermutlich mit dem Monatspreis für eine Tram, was etwas völlig anderes ist.

      2. Jonas 👋

        Für den Großteil von aktuellen Nutzer:innen des 9€ Tickets ist ja nicht nur die bundesweite Nutzung relevant, sondern vor allem der Preis und die Einfachheit.
        Wie oft bin ich außerhalb meiner Tarifzone unterwegs? Selten.
        Wie nervig ist es sich mit den ganzen Tarifen zu beschäftigen, wenn man es mal tut? Sehr.
        Und das löst es halt überhaupt nicht. 135€ dafür, dass man vielleicht 2x 1 Woche in einer anderen Stadt ist pro Jahr. Deutlich zu viel meiner Meinung nach.
        Also erstmal das beste Angebot anbieten, um 3 Monate später das 13,5 fache dafür zu verlangen.

  3. Zugfox 🪴

    Dieses Modell zeigt das Problem auf. Für Pendler sind 75€ Im Monat wenig. Für Familien und Singles die vielleicht 1x im Monat weiter wegfahren ist es immer noch mehr als ein Länderticket für unter 30€ (stand heute), mit denen man in vielen Städten auch Bus und Bahn nutzen kann.

    Das ist alles gut, denn es soll Pendler entlasten. Ein solches Modell aber würde dazu führen, dass nicht 20 Millionen Menschen sich solch ein Ticket kaufen sondern vielleicht 750tsd. Damit rechnet sich das Modell kaum mehr. Die Verbände machen zwar gerade sehr viel Verluste, gewinnen aber auch viele Neukunden und haben zusammen immerhin 20mil x 9€ also 180mil € erwirtschaftet.

    Es ist verständlich aber dumm von einem "ein Ticket für alles" System abzuweichen denn nur so erreicht man eine Verkehrswende. Der Ticketpreis für ALLES muss zwingend unter dem Unterhalt eines Autos liegen.

    Denn rechnet man dieses neue Modell nochmal weiter ergeben sich neue Probleme. Eine Familie mit 2 Kindern über 12 Jahren (wo ist die Grenze?!) fährt in einem Großraum zur Oma. Das sind 4x 75€ also 300€. Will man Urlaub an der See oder in den Alpen machen sind es 4×135€ also 540€. Klar, das gilt dann auch für einen ganzen Monat, aber wie oft nimmt man den Weg auf sich? 1 bis 2x höchstens. Dafür wird NIEMAND sein Auto stehen lassen! Sicher wird es dann wieder Einzeltickets geben, damit ist aber das ganze System der Vereinheitlichung wieder hinfällig.

    Es muss zwingend ein Jahresticket für alles geben. Nur so kann es sich für alle Seiten rechnen. Dann fahren halt einige Menschen 300 mal mit der Bahn und andere 12 mal. Wenn der Preis am Ende stimmt fahren dann aber vielleicht 1 Million mehr Menschen mit bus und Bahn als regulär. Und das kann man sich nun wirklich nicht entgehen lassen. Das große Problem der Bahn ist Geld. Da gibt es doch nicht besseres als eine "Bahncard 100" für alle Bürger des Landes…

  4. Mark-Ingo 👋

    Also mal eben den Preis verfünfzehnfachen und zugleich das Angebot einschränken.

    Super Deal.

    Dass so etwas von deinem "Verkehrsclub" kommt. Wenn wundert's?

  5. Masch 👋

    Ich wohne am Rand eines der vorgeschlagenen Gebiete. 10 Kilometer in die falsche Richtung und mein Ticket ist ungültig. In die andere Richtung kann ich immerhin einmal in der Stunde fahren, solange ich nicht auf die Idee komme, Abends zu fahren.

    Klar, das ist nicht bei jedem so und das ist vielleicht auch nicht die Zielgruppe. Aber es zeigt nun mal, dass es noch andere Probleme gibt. Ob man nun eher an die Henne oder eher an das Ei ranmuss, das kann ich nicht beurteilen.

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