Huawei: Google warnt davor Google-Apps zu installieren

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Google hat sich zum ersten Mal so richtig öffentlich zur aktuellen Lage mit Huawei geäußert und davor gewarnt, dass man die Google-Diensten auf den Geräten ohne diese nicht installieren sollte. Die Sicherheit sei damit nicht gewährleistet.

Die Regelung gilt seit dem 16. Mai und Schuld ist die US-Regierung, die es Google nicht erlaubt weiterhin mit Huawei zu arbeiten. Geräte, die vor dem 16. Mai von Google zertifiziert wurden, dürfen weiterhin mit Google-Diensten auf den Markt gebracht werden. Dort darf man diese Apps ganz normal aktualisieren.

Das betrifft ebenso die Sicherheitsupdates, die Google weiterhin mit Huawei ganz normal teilen darf. Und das hat man auch vor, solange es die US-Regierung weiter erlaubt. Die Ausnahme für Huawei könnte aber in ein paar Wochen auslaufen.

Huawei: Installation der Google-Apps ist nicht erlaubt

Wir werden sehen, wie das weitergeht, aber aktuell stellt das noch kein Problem dar. Die meisten interessieren sich, wie es mit den Google-Diensten aussieht. Und da dürfte vor allem der folgende Abschnitt vom Google-Beitrag wichtig sein:

In addition, sideloaded Google apps will not work reliably because we do not allow these services to run on uncertified devices where security may be compromised. Sideloading Google’s apps also carries a high risk of installing an app that has been altered or tampered with in ways that can compromise user security.

Es gab hier bei mobiFlip immer mal wieder die Frage, warum wir kaum darauf eingehen, dass man die Google-Apps auf einem Huawei-Smartphone installieren kann. Das hat (zumindest für mich) drei wichtige Gründe:

  1. Die Quellen, die solche Tools anbieten, sind nicht vertrauenswürdig. Man weiß nicht, welchen Mist man sich eventuell auf dem Smartphone nebenbei installiert. Diese Apps wurden teilweise von dubiosen Quellen entwickelt und wir können nicht einschätzen, ob das sicher ist.
  2. Es ist nicht extrem schwer, das durchzuführen, aber es ist für den 0815-Nutzer auch nicht so einfach, wie für die vielen Tech-Fans, die hier lesen. Wir bedienen aber beide Zielgruppen und wollen nicht dafür verantwortlich sein, dass jemand sein Smartphone kaputt macht.
  3. Es ist nicht erlaubt. Google erlaubt es nicht und theoretisch sind die Google-Dienste auch keine kostenlose Software, die man einfach so beziehen kann. Hersteller zahlen Geld an Google, damit ein Google Play Store auf dem Gerät installiert ist. Wir werden hier keine Anleitung veröffentlichen, wie man sich diese Software illegal beschaffen kann.

Huawei: Es gibt zwei Möglichkeiten

Meiner Meinung nach gibt es nur zwei Wege, wie das ausgehen kann: Die US-Regierung lenkt eines Tages ein und Huawei darf wieder Google-Apps auf den Geräten installieren. Das deutet sich aktuell aber nicht an. Im Gegenteil, es sieht so aus, als ob die US-Regierung noch härter gegen Huawei vorgehen will.

Weg Nummer 2: Huawei baut die Huawei Mobile Services (HMS) als Alternative für die Google Mobile Services (GMS) aus. Dinge wie YouTube wird man nicht ersetzen können, aber alle Dienste, die man selbst entwickeln kann (wie zum Beispiel ein Huawei Pay), müssen 2020 den Stand von Google erreichen.

Ich halte den zweiten Weg mittlerweile für realistischer und Huawei wird langfristig sowieso nicht mehr auf die Google-Apps setzen. Das eigene Ökosystem soll die neue Nummer 1 werden und vielleicht ist das auch der Grund, warum Google nun davor warnt, dass man die Apps nicht illegal installieren sollte.

Huawei: Entwicklung schadet auch Google

Es ist schade, dass es sich so entwickelt hat und vor einem Jahr hat da wohl auch kaum jemand mit gerechnet. Doch nicht nur für Huawei ist die Lage schwierig, vor allem für Google birgt diese Entwicklung ein hohes Risiko.

Falls Huawei als zweitgrößter Smartphone-Hersteller ohne die Google-Dienste erfolgreich sein wird, werden andere Unternehmen aus China sicher folgen. Und falls Xiaomi und BBK in die gleiche Richtung gehen, dann würde sich (abgesehen von Samsung) fast der komplette Android-Markt von Google trennen.

Bei der Trump-Regierung kann sich kein Unternehmen sicher sein, dass es nicht auch auf einer Abschussliste landen wird. Die Trump-Regierung war im Frühjahr 2018 kurz davor ZTE zu zerstören und lenkte dann doch kurzerhand ein.

Huawei P30 Pro Oneplus 7t Test3

Ganz ehrlich: Kein Unternehmen aus China wird sich nach den letzten zwei Jahren in die Abhängigkeit von US-Unternehmen begeben. Es wird eine Weile dauern, aber ich gehe davon aus, dass wir in ein paar Jahren viele Unternehmen aus China sehen werden, die Alternativen für Google, Qualcomm und Co. gefunden haben.

Ich bin auf den Huawei Developer Day am kommenden Montag gespannt. Es wird nächste Woche nämlich nicht nur neue Hardware von Huawei geben, wir werden vielleicht auch einen Ausblick auf die Zukunft der Huawei-Dienste bekommen.

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