Huawei: Kein Zurück zu Google-Apps

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Huawei war eines der größten Themen im vergangenen Jahr, denn der Hersteller war auf einem guten Weg die Nummer 1 auf dem Smartphone-Markt zu werden. Alleine das sorgte für Gesprächsstoff, dann kam das US-Embargo.

Die US-Regierung packte Huawei auf eine schwarze Liste, da Donald Trump im Handelsstreit mit China die nächste Stufe der Eskalation ausrief. Viele, inklusive mir, dachten, dass sich das sicher bald wieder geregelt hat.

Doch es passierte nichts und Huawei darf seit über einem halben Jahr nicht mehr mit einigen US-Unternehmen arbeiten, darunter Google. Es gibt Ausnahmen, aber eines der wichtigsten US-Produkte fehlt Huawei: Die Google-Apps.

In China kann man auch ohne diese sehr gut Smartphones verkaufen, aber auf dem internationalen Markt ist es ohne Dienste wie den Google Play Store, Google Pay und Co. äußerst schwierig. Doch daran werden wir uns gewöhnen müssen.

Huawei: Kein Zurück zu Google-Apps

Auf einem Presseevent in Österreich (Huawei verkauft dort ab Februar das Mate 30 Pro) hat man verraten, dass es kein Zurück mehr gibt. Selbst wenn sich die US-Regierung dazu entscheiden sollte, dass man Huawei wieder von der Liste nimmt, dann wird Huawei nicht zu den Google-Diensten zurückkehren.

Der Grund ist simpel und logisch und wir haben alle sowieso damit gerechnet, aber nun spricht man es öffentlich aus: Man kann sich nicht mehr sicher sein, dass nicht eines Tages wieder so ein Schritt kommen wird. Daher macht man es alleine.

Man wird an der Open Source-Version von Android festhalten, aber nicht an den Google-Apps. Das bedeutet, dass wir in diesem Jahr mit Spannung die Huawei Mobile Apps und deren Entwicklung verfolgen werden, denn stand heute können diese noch nicht mit dem Angebot von Google mithalten.

USA: Einfluss auf die freie Marktwirtschaft

Die US-Regierung hat damit also nicht nur in die freie Marktwirtschaft eingegriffen, sie hat sie auch langfristig beeinflusst. Die Huawei-Krise wird sicher auch bei den anderen Smartphone-Herstellern einen Weckruf ausgelöst haben.

Was, wenn die USA und Südkorea in einen Handelsstreit verfallen? Samsung wird mit Sicherheit intensiv an einem Plan B arbeiten. Außerdem gibt es noch andere Hersteller aus China, die wollen nun sicher auch unabhängig von der Politik sein.

Der Android-Markt wird mittlerweile von Asien dominiert, angeführt von China mit Huawei, Oppo und Xiaomi. Was, wenn sich diese Hersteller zusammentun und eine Alternative zu Android entwickeln? Was, wenn man mit diesem Schritt einem der größten US-Unternehmen (Google) selbst einen großen Schaden hinzugefügt hat, den man erst ein paar Jahren erkennen wird? Danach sieht es aus.

Huawei: Fokus auf Huawei Mobile Apps

Und nun? Huawei wird 2020 knapp drei Milliarden US-Dollar in die Entwicklung der Huawei Mobile Services stecken und die oberste Priorität ist es, dass man nun die Entwickler für die Huawei AppGallery gewinnt. Man hält sich an das Angebot von Google und will das nachbauen, momentan wird das aber noch geplant.

Huawei weiß, dass das nun ein schwieriger Schritt wird, aber man will es ohne die Google-Apps versuchen und Geräte wie das Huawei P40 und P40 Pro sollen daher auch zu uns kommen. Ich hoffe mal, dass dann eine bessere Verfügbarkeit als beim Mate 30 Pro gegeben ist, das bekommt man nur bei MediaMarkt.

2019 habe ich geschrieben, dass das ein spannendes Jahr für Huawei wird, weil ich wissen wollte, wie nah man an Samsung herankommt. Aber 2020 wird deutlich spannender, denn wir werden sehen, ob dieser Plan auf dem internationalen Markt aufgeht und Huawei auch ohne die Google-Apps erfolgreich ist.

Und falls man das ist, dann wette ich, dass Samsung, Xiaomi und Co. da ganz genau zuschauen und sich sicher eine Scheibe abschneiden werden.

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