Wie konnte Huawei ein Rekordjahr feiern?

Huawei P50 Pro Hand

Wir haben hier gestern darüber berichtet, dass der Umsatz von Huawei zwar stark eingebrochen ist, man aber dennoch von einem Rekordjahr im Geschäftsbericht für 2021 sprach. Doch wie konnte sich Huawei um 76 Prozent beim Gewinn steigern?

Bei der ersten Analyse dachte ich, dass Huawei letztes Jahr sicher die Ausgaben massiv gestrichen hat. Doch das Gegenteil war der Fall, man hat noch etwas mehr für Forschung und Entwicklung ausgegeben, als 2020. Also lag es am Personal?

Das war ein guter Punkt von euch, doch nein, daran lag es nicht. Huawei hat etwas weniger für Personal ausgegeben, aber das kann man vernachlässigen. Und auch sonst findet man keine Hinweise, dass Huawei letztes Jahr massiv gespart hat.

Huawei nutzt einen kleinen „Trick“

Doch wie konnte man 9 Milliarden Dollar zusätzlichen Gewinn verbuchen, obwohl man über 35 Milliarden Dollar weniger eingenommen hat? Da muss man in die PDF-Datei mit allen Zahlen und Anmerkungen schauen. Diese Grafik ist entscheidend:

Huawei Einkommen 2021 Honor

Schon in der ersten Spalte sieht man: Wow, da hat Huawei aber ordentlich Geld mit dem Verkauf von Tochtergesellschaften und Geschäften verdient. Und einige von euch werden jetzt schon ahnen, was man bei der Notiz „34“ weiter unten findet.

Huawei hat sich von Honor und xFusion Digital Technologies getrennt und verbucht das als Betriebsgewinn. Dabei weiß man noch nicht genau, wie viel man am Ende konkret dafür bekommen wird und bucht einfach mal ca. 9 Milliarden Dollar ein.

Und so schließt sich der Kreis, das ist die Gewinnsteigerung von Huawei.

Es wäre zwar auch nicht schlecht, dass man trotz massivem Einbruch beim Umsatz weiterhin einen ähnlich hohen Gewinn erzielt hat, aber mit diesem kleinen „Trick“ lässt es Huawei so aussehen, als wäre 2021 das große Geschäftsjahr gewesen.

Dabei musste man sich von den zwei Sparten trennen, es ging nicht anders.

Wie will Huawei das 2022 lösen?

Und was macht Huawei dann 2022? Mit so einer Angabe hat man sich in eine Position gebracht, die für eine heftige Schlagzeile sorgen könnte, falls der Umsatz in diesem Jahr weiter einbricht. Ein Gewinneinbruch von über 100 Prozent steht an.

Wobei ich vermute, dass Huawei da eine weitere Lösung für das laufende Jahr hat, denn angeblich möchte die Volkswagen AG einen großen Teil der Auto-Sparte von Huawei übernehmen. Und das wäre sicher wieder eine hohe Milliarden-Summe.

Huawei Concept Store Header

Stellt sich natürlich die Frage, ob es gesund für ein Unternehmen ist, wenn man den Gewinn ein paar Jahre steigert, in dem man sich von Geschäftsbereichen trennt.

Also: Wearables, PCs und Co. laufen gut und Huawei hat sich breiter aufgestellt und den Einbruch der Smartphones ganz passabel abgefangen. Aber wie erwartet gab es einen massiven Einbruch letztes Jahr, den man nur als Rekord beim Gewinn für 2021 verbuchen kann, weil man zwei lukrative Geschäftsbereiche verkauft hat.

Interessant wird es erst, wenn Huawei keine Sparten mehr verkaufen kann.

Gewinnsteigern teilweise auf Staatskosten

Und noch ein wichtiger Punkt: Honor wurde bekanntlich von Shenzhen Zhixin New Information Technology übernommen, ein Konsortium, welches zum größten Teil in staatlichen Händen ist. Am Ende hat also der Staat diesen „Gewinn“ finanziert.

PS: Auch das Server-Business „xFusion Digital Technologies“ geht laut Bloomberg an ein Konsortium, welches zum Teil aus staatlichen Institutionen besteht. Hier gibt es aber keine Details und weder Huawei noch die Käufer wollen sich dazu äußern.

Xiaomi wächst weiterhin extrem schnell

Xiaomi 12 Kamera Header

Xiaomi konnte auch 2021 ordentlich zulegen und man hat den Eindruck, als ob Pandemie und Co. komplett egal waren. Laut eigenen Angaben hat man 190,3 Millionen Smartphones verkauft und feiert sich bereits als weltweite Nummer 3. Xiaomi (noch) hinter Apple…26. März 2022 JETZT LESEN →


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Bitte bleibe freundlich.

  1. Tom 🌟

    > Doch wie konnte sich Huawei um 76 Prozent beim Umsatz steigern?

    Gewinn, nicht Umsatz. Ansonsten würde auch der komplette folgende Absatz keinen Sinn ergeben, da Ausgaben den Gewinn und nicht den Umsatz verändern. ;-)

    1. Stimmt natürlich, das sollte Gewinn heißen.

  2. Thomas 🏅

    Ich schaue bei Unternehmenszahlen lieber auf Umsatz (Eigen an Fremd) sowie Net Cash from Operations.

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