Staubsauger-Roboter Sichler PCR-3350.UV im Test

Neulich erhielt ich von Pearl einen kleinen roten Haushaltshelfer zum Testen, nämlich den PCR-3350.UV Reinigungsroboter von Sichler. Von einem solchen Gerät erwarte ich grundsätzlich, dass es meinen Arbeitsaufwand im Haushalt deutlich verringert, indem es durch eine zumindest gute Saug- und ausreichende Akkuleistung ein passables Reinigunsgergebnis erzielt. Bis jetzt hatten mich die zumeist horrenden Preise davon abgehalten, einen solchen Roboter zu testen. Voller Vorfreude auf eine haushaltsmäßig erholsame Zukunft packte ich schließlich den riesigen Karton aus.

Lieferumfang

Im besagten Karton fand ich den Roboter, Fernbedienung, Ladestation, Lichtschranke, zwei Seitenbürsten, Hauptbürste, Wischmopphalter, Gummilippe, zwei Wischmoppmicrofasertücher, Ersatzfilterschwamm, Ersatzspülpad, Ersatzabluftfilter, sechs Schaumstoffstreifen, Reinigungsbürste, Netzteil und eine Bedienungsanleitung.

Technische Daten

  • Leistung: 45 Watt
  • Einsatzzeit: 50 bis 70 Minuten
  • Ladezeit: 3 bis 5 Stunden
  • Netzteil: 24 V, 1 A Output, 230 V Input
  • Geräuschentwicklung: ca. 65 dB
  • Abmessungen: 350×110 mm
  • Gewicht: ca. 3,5 kg

Optik

Mit einer glänzenden dunkelroten Oberfläche und einem mattschwarzem Unterboden kommt der Roboter ziemlich schick daher. Auf der Oberseite ist ein Display angebracht, das u.a. der Programmanzeige dient. Darunter befindet sich eine Reihe silberner Tasten. Insgesamt hat er also eine ansprechende äußere Erscheinung und wirkt solide verarbeitet.

Vorbereitung

Zunächst sind noch zwei kleine Elemente an den Roboter anzubringen. Dazu dreht man den Roboter um und setzt eine der beiden Seitenbürsten in die dafür vorgesehene Vorrichtung ein. Dazu ist ein wenig Druck notwendig. Damit eure Möbel nicht zerkratzt werden, könnt ihr die mitgelieferten schwarzen Schaumstoffaufkleber an der Vorderseite oberhalb des roten Sensorbereichs auf dem schwarzen Untergrund anbringen.

Vor dem ersten Betrieb sollte der Reinigungsroboter vollständig aufgeladen werden. Dies dauert ungefähr 12 Stunden. Diese Ladezeit sollte auch bei den nächsten beiden Aufladungen beachtet werden, um die Leistungsfähigkeit des verbauten Akkus zu unterstützen. Mit Strom versorgt, wird der Putzhelfer entweder über seine Ladestation oder direkt über die eigene Anschlussstelle oberhalb des Powerbuttons.

Zur Vorbereitung der Wischfunktion nimmt man die Plastikleiste mit dem bereits angebrachten Klettband und steckt diese an der Roboterunterseite neben den Rädern in die entsprechenden Aussparungen ein. Nun nimmt man eines der mitgelieferten Microfasertücher, befeuchtet es und streicht es am Klettband der Plastikleiste fest. Ich habe zusätzlich ein wenig Spülmittel auf dem Lappen verteilt.

Ist der Roboter aufgeladen, schaltet man ihn über den kleinen Kippschalter an der Seite ein.

Damit sich der Putzteufel später wieder selbst aufladen kann, stellt man seine Ladestation an einem geeigneten Platz in der Wohnung auf. Diese verbindet man dann über das Netzteil mit einer Steckdose. Dabei sollte man darauf achten, dass die Infrarotfläche parallel zur Wand verläuft. Ansonsten benimmt sich der Roboter später so, als wäre die Station eine Sperre und fährt nicht an ihr vorbei.

Möchte man an gewissen Stellen den Einsatz des Geräts unterbinden, so kann man dies durch Einrichten der mitgelieferten Infrarotsperre erreichen. Diese muss mit zwei Batterien des Typs D bestückt und kann anschließend beliebig positioniert werden. Zusätzlich sollte man sämtliche hochflorigen Teppiche, Zerbrechliches, Badvorleger, Fußabtreter und vor allem Schnürsenkel und Ähnliches vor dem Roboter verstecken. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich das Gerät festfährt oder etwas beschädigt.

So, jetzt kann’s endlich los gehen.

Verwendung

Insgesamt stehen euch sechs verschiedene Putzprogramme zur Verfügung, die ihr entweder manuell über die Tasten auf dem Roboter und zum Teil auch über die Fernbedienung eingeben könnt. Über die Taste ganz links mit der buchförmigen Prägung wechselt ihr zwischen den drei Hauptfunktionen „Auto“, „Spot“ und „Docking“. Leuchtet die Anzeige „Auto“ könnt ihr mit der zweiten Taste von links die Einsatzzeit des Roboters ändern. Zur Auswahl stehen ein Endlosmodus, bei dem geputzt wird, bis der Akku leer ist und eine Putzzeit von 30 oder 15 Minuten. Unter der Anzeige „Spot“ kann eine punktuelle, zickzackförmige oder eine Reinigung entlang der Wände angeordnet werden. Gibt man den Modus „Docking“ ein, so sucht der Roboter seine Ladestation auf. Weiterhin findet ihr bei den Hardwaretasten die Aktivierung bzw. Deaktivierung der UV-Leuchte und die Start- und Pausefunktion. Die UV-Beleuchtung soll zusätzlich Bakterien abtöten können.

Über die Fernbedienung, die allerdings nur fünf Meter weit reicht und nicht immer gleich den Kontakt zum Infrarotsensor des Saugers findet, sind weitere Eingaben möglich. Mit den Tasten „Auto“,“Spot“ und „Docking“ könnt ihr das zuvor manuell eingestellte Programm aufrufen. Mit der „UV“-Taste kann die entsprechende Beleuchtung an der Unterseite des Roboters ein- und ausgeschaltet werden. Über die „Speed“-Taste ist der Wechsel zwischen drei verschiedenen Geschwindigkeitsstufen möglich und durch die Pfeiltasten ist der Roboter individuell in jede Richtung steuerbar.

Nach dem Putzvorgang sucht der Roboter selbstständig via Infrarot seine Ladestation auf. Dies kann bei einer größeren Entfernung, etwa bei Aufstellung in einem anderen Raum einige Minuten in Anspruch nehmen. Bis jetzt hat er seine Station aber stets gefunden.

Die maximale Reinigungszeit reichte bei meinen Anwendungen für die gesamte Wohnung aus, wobei das Gerät die vom Hersteller angegebene Höchstreinigungszeit sogar überboten hat. Es reinigte sogar mehrmals im selben Raum, sodass die Akkuleistungsdauer wohl auch für eine große Wohnung genügen könnte.

Programmierung

Mit Hilfe der Ladestation kann der Putzzeitraum, ein Wochenplan oder der Dauerbetrieb des Geräts eingestellt werden. So kann man beispielsweise diejenigen Wochentage und Uhrzeit einstellen, an denen man gerade nicht zu Hause ist und der Roboter putzen soll. Die Zeiteinstellung ist einfach über die Taste mit dem Uhrensymbol und der Plustaste vorzunehmen. Der konkrete Reinigungsplan ist über die Taste mit dem Glockensymbol und der Plustaste programmierbar. Die Wochentage werden als Abkürzung auf Englisch angegeben. Bei Problemen hilft das ausführliche Benutzerhandbuch weiter.

Reinigungsergebnis

Der PCR-3350.UV saugt sowohl auf Fliesen als auch auf dem Teppich ganz gut. Auch Katzenhaare hat er recht gut weggesaugt. Nur in den Ecken bleibt hin und wieder etwas liegen und Tische und Stühle sind bei entsprechender Größe ein Problem, da der Roboter nicht immer vollständig unter dem Tisch hindurchgefahren ist. Auch Schmale Schränke unter die er locker drunter passen würde sowie abgestufte Möbel, stellen eine Barriere dar, sodass er dort nicht gründlich putzt. Unterm Bett hat er hingegen ein tolles Reinigungsergebnis erzielt. Damit das Gerät nicht die Türen beim Putzen zu stößt und sich so selbst einsperrt, sollte man sich ein paar Türstopper zulegen.

Mit dem Wischen ist das so eine Sache, denn das Minituch an der Unterseite ist ziemlich schnell ausgetrocknet, sodass es regelmäßig ausgewaschen und neu angebracht werden muss. Daher habe ich versucht, die Reinigungsleistung durch die Benetzung des Bodens mittels Sprühflasche aufrechtzuerhalten. Der Roboter braucht für einen Raum jedoch recht lange, sodass die Feuchtigkeit meistens schon verdunstet ist. Hier wäre ich eindeutig schneller und effektiver, wenn ich selbst wischen würde. Solange das Tuch aber feucht ist, reinigt er gut. Lediglich hartnäckige Flecken, die beispielsweise die Mietz beim Essen auf dem Boden hinterlassen hat, bewältigt er nicht immer. Außerdem wischt der Roboter schon allein aufgrund der nur mittigen Konstruktion an der Unterseite nicht in den Ecken.

Reinigung und Wartung des Roboters

Unmittelbar an der hinteren Seite kann das beutellose Staubfach über Drücken des silbernen Knopfes herausgenommen und durch Aufklappen der durchsichtigen roten Leiste geleert werden. Hängt der Staub in den Filtern fest, hilft euch die mitgelieferte Bürste diese zu reinigen. Bei mir ging das immer sehr flott. Die Filter sind auch leicht austauschbar. Das Staubfach war bei einer täglichen Verwendung stets voll.

Unpraktisch finde ich allerdings den verbauten Akku. Ich kann zwar noch nicht sagen, wie lange er durchhalten wird. Der Hersteller verweist allerdings ausdrücklich auf das Auswechseln durch Fachpersonal, da ansonsten Lebensgefahr bestünde. Das könnte eventuell teuer werden. Wenn man halbwegs handwerklich begabt ist, sollte man das aber auch selbst hinbekommen, wofür ich aber nicht meine Hände ins Feuer legen will.

Hingegen kostet ein Ersatzakku so um die 40 Euro. Auch die sonstigen Ersatzteile habe ich im Internet recht günstig gesichtet.

Sonstiges

Bis jetzt hat sich der kleine rote Putzteufel schon ein paar Schrammen zugezogen und ein paar Probleme mit herumliegendem Spielzeug unserer Katze gehabt. Sie findet den Roboter aber trotzdem sympathischer als unseren herkömmlichen Staubsauger. :)

Fazit

Der Reinigungsroboter ist meines Erachtens kein vollwertiger Ersatz für einen herkömmlichen Staubsauger und Bodenwischer, aber das erwartet wohl auch niemand. Er ist eine gute Alternative, wenn man keine Zeit oder Lust zum Putzen hat. Für große weitläufige Räume ist er aufgrund seiner Funktionsweise sicherlich besser geeignet, als für kleine verwinkelte. Insgesamt macht das Gerät jedoch einen guten Job und preislich liegt es im unteren Bereich in der Kategorie Roboterstaubsauger mit einer UVP von 199,99 Euro.

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und Meinungen zu diesem und anderen Reinigungsrobotern.

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