Unwort des Jahres: Jury kritisiert euphemistische politische Begriffe

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Die Unwort-Jury erklärt den Begriff „Sondervermögen“ zum Unwort des Jahres 2025. Und kombiniert das mit einer grundlegenden Kritik.

Nach Angaben der Jury ist der Ausdruck seit Jahren im gesellschaftlichen Diskurs präsent und wurde 2025 im politischen Sprachgebrauch besonders häufig verwendet. Er habe Debatten über Staatsverschuldung und staatliche Investitionsprogramme maßgeblich geprägt.

Die Jury betont, viele Bürger seien mit der administrativen Fachbedeutung nicht vertraut und orientierten sich an der Alltagsbedeutung des Wortes. Dadurch entstehe eine irreführende Wirkung, da der Begriff laut Jury verschleiere, dass es sich tatsächlich um die Aufnahme von Schulden handele. Kurz: Das Wort ist schlicht euphemistisch.

Weitere Unwörter und Kriterien der Jury

Auf Platz zwei wählte die Jury den Begriff Zustrombegrenzungsgesetz. Sie kritisiert laut eigener Darstellung die verwendete Wassermetapher, weil diese Zuwanderung als Bedrohung erscheinen lasse.

Info

Für das Jahr 2025 erhielt die Jury insgesamt 2631 Einsendungen. Es wurden 553 Ausdrücke vorgeschlagen, von denen ca. 70 den Unwort-Kriterien der Jury entsprachen. Unter den häufigsten Einsendungen (mindestens 10 Einsendungen) – nicht alle von ihnen entsprechen strikt den Kriterien – waren u.a.: Babyboomer (16), Brandmauer (22), Deal (215), Drecksarbeit (91), Friedensangst (582), hocheffizienter Verbrenner (22), kriegstüchtig (42), Ladeerlebnis (154), Sondervermögen (79), Stadtbild (141), tatsächlich (20), Technologieoffenheit (36), umstritten (427), Zustrombegrenzungsgesetz (17).

Das Unwort des Jahres wird seit 1991 vergeben und von einer nach eigenen Angaben unabhängigen und ehrenamtlich arbeitenden Jury bestimmt. Für die Entscheidung ist nicht die Häufigkeit der Vorschläge ausschlaggebend, sondern die sprachliche Bewertung anhand der Kriterien.

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