Volkswagen: Lage droht wieder zu eskalieren

Als sich Volkswagen und die IG Metall im Dezember 2024 kurz vor Weihnachten einigten, da haben viele schon geahnt, dass das noch keine echte Lösung für das Problem im Konzern ist. 2025 wurde es etwas ruhiger, doch die Krise bahnte sich weiter an. Und in diesem Jahr wurde der Ton im Management auch wieder rauer.

Entlassungen, neue Sparmaßnahmen, Modellkürzungen und Werksschließungen sind wieder auf dem Tagesplan und bevor es in die harten Verhandlungen geht, hat die IG Metall zum Start in die Woche eine kleine „Warnung“ ausgesprochen. Mit ihr wird es keine Werksschließungen geben und man wehrt sich „mit allen Mitteln“.

Volkswagen: Ein Konzern in der Dauerkrise

Da steht also, wie schon vor zwei Jahren, ein heißer Herbst bei Volkswagen an und dieses Mal wird die Chefebene um Oliver Blume eine nachhaltige Lösung finden müssen, sonst wird die Lage wirklich irgendwann kritisch. Bei einigen VW-Marken wie Porsche ist sie das auch schon. Wobei das Problem auch ganz „oben“ sitzt.

Das Management hat zu viele Fehlentscheidungen in den letzten Jahren getroffen, an den Mitarbeitern liegt es nur bedingt (einige Stellen sind vielleicht etwas zu gut bezahlt, aber das ist nicht das Kernproblem). Doch das Management wurde auch immer wieder ausgetauscht, die Struktur des Konzerns ist aber bis heute gleich.

Es sind zu viele Interessengruppen mit dem Land, der Porsche SE und Co., die oft andere Dinge wollen. So langsam stellt sich vielleicht wirklich die Frage, ob man den Dampfer so agil wenden kann, wie man ihn wenden müsste. Vor allem, wenn das Management als Kurzschlussreaktion die langfristige Planung wieder zerstört.


mobiFlip werbefrei lesen Mit deinem Plus-Abo unterstützt du unsere Arbeit direkt. Kostenlos testen ↗
Fehler melden 2 Kommentare

   

Durch Kommentieren stimmst du unserer Netiquette und Datenschutzerklärung zu.

  1. Mick ☀️

    Volkswagen geht es den aktuellen Umständen entsprechend gut. Es werden reihenweise Sonderschichten geschoben. Das einzige, was in der Krise ist, sind schrumpfende Gewinne/Dividenden für die Porsche SE. Dieser Vorstand muss permanent Panik verbreiten, um noch radikaler abzubauen und Renditen von 8-10% zu erreichen, was völliger Schwachsinn ist. Zur Zeit liegt die Rendite bei 3,8%, was in der aktuellen Weltwirtschaftslage eigentlich sehr gute Zahlen sind. Ein Vorstand, der sich generell nicht an Tarifverträge und Betriebsvereinbarung halten will, ist eigentlich ein viel größeres Problem. Egal ob bei Volkswagen oder sonst wo.

    1. EVFan 🌟

      Das wesentliche Problem von Volkswagen ist der Mehrheitseigentümer Porsche SE und deren Hauptgesellschafter, der österreichische Porsche-Piëch Clan. Beide sind auf hohe Dividenden angewiesen, um ihre relativ hohen Schulden zu bedienen.

      Bei Porsche gehen Vorstand und Eigentümer davon aus, dass man mit den einvernehmlich mit dem Betriebsrat vereinbarten Personalabbau und dem Fokus auf Verbrenner 10% Rendite mittelfristig erreicht. Ich wage es zu bezweifeln.

      Bei VW/Audi sind diese Renditeziele im aktuellen Wettbewerbsumfeld sowieso unrealistisch. Das schafft im Augenblick keiner in der Automobilindustrie und ich sehe keine Gründe, warum das bis 2030 leichter erreichbar sein sollte. Zunächst wird es einen harten Ausleseprozess geben. Jetzt Werkschließungen ab 2030 zu diskutieren, scheint mir der falsche Fokus zu sein. Weitere Einsparungen beim Personal, insbesondere in den Verwaltungsbereichen, sollten mit den Arbeitnehmervertretungen durchaus möglich sein. Leider vergiftet der Vorstand die Diskussion mit der Androhung der Schließung der Mehrzahl der Montagewerke von VW/Audi in Deutschland.

mobiFlip / Mobilität / Volkswagen: Lage droht wieder zu eskalieren