Audi Q4 e-tron: Elektro-SUV wird zum Problem
Der Audi Q4 e-tron ist zwar nicht der größte Bestseller der Marke, da er Technik auf VW-Level zu Audi-Preisen bietet, aber es ist ein solides Modell im Lineup. Doch das Problem ist, dass sich so langsam zwei Standorte um den Elektro-SUV „streiten“.
Eigentlich sollte der elektrische Q4 das Werk in Zwickau sichern und das letzte und einzige Modell vor Ort bleiben. Doch das scheint nicht mehr sicher, wie man bei der Automobilwoche von Audi selbst bestätigt bekommen hat. Alexander Reinhart von Audi möchte den Q4 e-tron langfristig eigentlich gerne in Neckarsulm bauen.
So könnte Audi seinen eigenen Standort sichern, denn der Q4 steht nicht vor dem Aus und dürfte noch lange gebaut und gepflegt werden. Der Standort von Audi ist auch von möglichen Schließungen bedroht, beide wollen also den Q4 haben.
Ein interner Konflikt um die Standorte
Diese Entscheidung sei jedoch „nicht konfliktfrei“, was so klingt, als ob der Konzern jetzt entscheiden muss, welcher Standort vorerst eine Zukunft hat. Die Nachfrage ist jedenfalls nicht groß genug, um beide VW-Werke auszulasten. Und da man im VW-Konzern eher weniger als mehr Autos plant, wird da nichts Neues kommen.
Audi möchte ein „ein elektrisches Volumenmodell“ für Neckarsulm haben und so viel bleibt da aktuell nicht übrig. Ich vermute, dass der Standort von Audi auch das Rennen machen wird und Zwickau mittelfristig eingestellt oder verkauft wird.
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So schlecht verkauft sich der Q4 e-tron nun wirklich nicht. 2025 war er mit rund 84.900 Fahrzeugen sogar weiterhin Audis meistverkauftes Elektroauto, und auch 2026 liegt er bislang noch vor dem Q6 e-tron.
Das eigentliche Problem ist daher weniger der Q4 selbst, sondern die Auslastung der Werke. Ein Modell mit vielleicht 60.000–80.000 Einheiten pro Jahr kann für Audi durchaus erfolgreich sein, reicht aber eben nicht, um zwei große Produktionsstandorte auszulasten.
Insofern finde ich die Überschrift „Elektro-SUV wird zum Problem“ etwas irreführend. Treffender wäre eher: Der Q4 wird zum Zankapfel zwischen Zwickau und Neckarsulm.
Dass beide Werke dieses Modell haben wollen, zeigt letztlich eher, dass der Q4 für Audi wichtig ist – nicht, dass er sich schlecht verkauft.
Das habe ich damit auch nicht gesagt, aber so ein Disput im Unternehmen kann ein echtes Problem werden, denn es geht am Ende um Arbeitsplätze.
Da muss man nicht viel hellsehen können, dass Zwickau das Nachsehen haben wird. Allein aus Prestige-Gründen wird das traditionsreichere Werk in Neckarsulm den Zuschlag bekommen, fürchte ich.