Der ADAC kann fast die Hälfte der geprüften Autos mit Keyless-System weiterhin über verlängerte Funksignale öffnen.
Seit zehn Jahren untersucht der ADAC die Sicherheit schlüsselloser Zugangssysteme. Inzwischen umfasst seine Datenbank mehr als 850 Fahrzeuge. Bei fast jedem zweiten getesteten Modell ließ sich das Auto mit einem künstlich verlängerten Schlüsselsignal öffnen. Rund jedes dritte Fahrzeug konnte auf diesem Weg sogar gestartet werden.
Beim Test verlängert der ADAC die Funkkommunikation zwischen Schlüssel und Fahrzeug. Das Signal lässt sich dadurch über hunderte Meter sowie durch Türen und Mauern übertragen. Kriminelle können ein vergleichbares Prinzip für sogenannte Relay-Angriffe nutzen.
UWB schützt Keyless-Systeme besser
Als wirksame Gegenmaßnahme nennt der ADAC die Ultra-Wideband-Technologie, kurz UWB. Sie kann die Entfernung zum Schlüssel genauer bestimmen und soll solche Signalverlängerungen verhindern.
Besonders auffällig sind die Ergebnisse bei mehreren Herstellern:
Hersteller, bei denen alle vom ADAC untersuchten Autos nicht ausreichend geschützt sind:
- Aiways
- Alfa Romeo
- Alpine
- BYD
- Chevrolet
- DS automobiles
- Fiat
- Honda
- Infinity
- Isuzu
- Jeep
- KGM/SsangYong
- Lync & Co
- MG
- Opel
Nur 20 Prozent oder weniger der vom ADAC untersuchten Modelle folgender Hersteller sind besser gesichert:
- Dacia
- Ford
- Hyundai
- Kia
- Lexus
- Mazda
- Nissan
- Peugeot
- Polestar
- Porsche
- Renault
- Seat
- Toyota
- Volvo
Der ADAC fordert die Hersteller auf, Keyless-Systeme grundsätzlich mit zeitgemäßer Technik abzusichern. Das Problem sei seit mehr als 15 Jahren bekannt. Käufer sollten deshalb gezielt nach UWB fragen.
Ich finde die Ergebnisse nach zehn Jahren Tests ziemlich ernüchternd. Wenn eine bekannte Schwachstelle technisch längst lösbar ist, sollte ein modernes Keyless-System bei einem Neuwagen nicht mehr auf einem vermeidbar unsicheren Standard basieren.
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