Zukunftsangst unter Jugendlichen nimmt deutlich zu

Das Umweltbundesamt zeigt mit einer neuen Studie wachsenden Zukunftspessimismus bei jungen Menschen.

Die aktuelle Befragung „Zukunft? Jugend fragen!“ des Umweltbundesamtes zeigt, dass Umwelt- und Klimaschutz bei 14- bis 22-Jährigen in Deutschland weiterhin als wichtiges Thema gilt, aber an Bedeutung verliert. Laut den Ergebnissen (PDF) bewerten nur noch 30 Prozent der Befragten den Klimaschutz als sehr wichtig, während es 2021 noch 50 Prozent waren.

Gleichzeitig blicken viele junge Menschen laut Studie skeptisch auf verschiedene Zukunftsbereiche. 69 Prozent sehen die Entwicklung von Umwelt und Klima pessimistisch, 73 Prozent bewerten die gesellschaftliche Zukunft Deutschlands negativ. Auch die Einschätzung der persönlichen Zukunft hat sich im Vergleich zu 2021 verschlechtert.

Jugendbefragung zeigt veränderte Sorgen und Erwartungen

Zu den wichtigsten Themen der jungen Generation zählen laut der Untersuchung vor allem Kriminalität und öffentliche Sicherheit sowie soziale Gerechtigkeit. Diese Bereiche werden von mehr als der Hälfte der Befragten als sehr wichtig eingestuft. Das Umweltbundesamt berichtet außerdem, dass 88 Prozent der Teilnehmer Wert darauf legen, in einer Demokratie zu leben.

Bei Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sehen viele Befragte noch Handlungsbedarf. Laut den Ergebnissen sind 69 Prozent der Ansicht, dass die Bundesregierung nicht genug unternimmt. Auch Industrie, Wirtschaft und Einzelpersonen werden von vielen jungen Menschen kritisch bewertet. 70 Prozent wünschen sich mehr politische Beteiligung bei Klimafragen.

Weitere Ergebnisse der Befragung:

  • 78 Prozent empfinden die sozialen Unterschiede in Deutschland als zu groß.
  • 69 Prozent bewerten die Europäische Union positiv.
  • Nachhaltiger Konsum bleibt für viele junge Menschen Bestandteil des Alltags.
  • Umweltengagement und nachhaltiges Verhalten sind seit 2021 teilweise rückläufig.
Info

Die Studienreihe „Zukunft? Jugend fragen!“ untersucht seit 2017 regelmäßig die Einstellungen junger Menschen zu Umweltbewusstsein, Klimaschutz und politischen Erwartungen. Die Erhebung von Dezember 2025 umfasste 1.311 Personen zwischen 14 und 22 Jahren und wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt.

Ich finde, die Ergebnisse zeigen vor allem, dass junge Menschen viele gesellschaftliche Herausforderungen gleichzeitig wahrnehmen. Die sinkende Bedeutung des Klimaschutzes wirkt weniger wie ein fehlendes Interesse, sondern eher wie eine Folge mehrerer konkurrierender Sorgen. Aus meiner Sicht bleibt es wichtig, junge Menschen stärker in politische Prozesse einzubeziehen.


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  1. Maximilian ♾️

    Ich bin zwar nicht mehr jugendlich aber ich sehe das gelassen. Also ich gehe da nicht mehr gehen an seitdem ich die „2% Weltmacht Deutschland “ gesehen habe. Indien und China mit ihren 17% Anteil verbrennen alles und Deutschland soll dann dagegen ankämpfen?

  2. Kurt 🔆

    liest sich für mich so als wenn die Kriminalität und Sozialausgaben, sowie mangelndes Vertrauen in den Rechtsstaat die größten Sorgen wären. ich bin ehrlich, ich gehe auch nimmer weg. nicht nur aus Angst Opfer zu werden, sondern auch zum Täter.

  3. Matze51 💎

    Nicht nur bei „der Jugend“, bei mir auch.
    Ist doch alles nicht mehr feierlich

  4. Spiritogre 🌀

    Wenn ich das so lese bin ich wirklich für ein Social Media Verbot für junge Menschen. Zuviel „Doomsday“-Scrolling und übertriebene Beeinflußung anstatt realer Analysen der Situationen. Sehe ich täglich bei Reddit, wie weltfremd die Jugend von Heute ist und dass alle Schuld immer den Ü30 zugeschoben wird. Als ob die was dafür könnten.

    1. Max 🌟

      Bin zwar knapp über 30 und sehe es auch nicht so 100% Doomsday, aber ganz ehrlich? Es wird so viel schon gegen meine Generation verabschiedet, dass ich mich mittlerweile auch schwertue nicht mit viel Frustration und Fragezeichen 20 Jahre in die Zukunft zu gucken.
      Irgendwie wirds weitergehen, keine Frage, und ich bin in einer recht priviligierten Situation. Aber dennoch baut der Sozialstaat schon länger massiv ab, es werden Entscheidungen getroffen, die noch viele Jahrzehnte Schaden anrichten werden, und mit der immer mehr erstarkenden Rechten wirds eher noch schlimmer. Dass man da eher negativ in die Zukunft schaut als zuversichtlich kann ich sehr gut verstehen. Auch wenn ich kein Weltuntergangsszenario draus machen muss.

      1. Spiritogre 🌀

        Das ist der Punkt, wir deutschen, auch die Jugend, sind extrem priviligiert. Es gibt nur wenige Länder wo die Menschen besser und gerechter leben können als hier. Das ist alles nur Jammern auf hohem Niveau. Und wer weiß, was in 50 Jahren ist? Probleme kriegen doch viel eher die heutigen 30 – 60 Jährigen.

        Was mir z.B. aufgefallen ist, ist dass viele junge Leute immer auf die „reichen“ alten schimpfen, weil die ja ein Eigenheim haben und ähnliches. Wieviel Geld der Unterhalt kostet, und dass die Kinder dieser „reichen“ Eigenheimbesitzer die irgendwann vererbt kriegen wird komplett ignoriert. Und das regt mich bei den Jungen irgendwie ziemlich auf, denn ich habe kein Eigenheim geerbt (oder erbe irgendwann eines) aber bin absolut nicht neidisch deswegen.

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