Klimawandel plötzlich zweitrangig: Neue Zahlen überraschen
Die Mehrheit der Deutschen hält den Klimawandel weiterhin für real, misst dem Thema aber deutlich weniger Bedeutung bei.
Neue Daten des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigen einen deutlichen Rückgang der gesellschaftlichen Priorität von Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland. Während Ende 2021 noch 34 Prozent der Befragten das Thema zu den drei wichtigsten Herausforderungen zählten, lag dieser Anteil Mitte 2026 nur noch bei 16 Prozent.
Auch die persönliche Sorge über die Folgen des Klimawandels hat laut den Erhebungen leicht abgenommen. Der Anteil der Befragten, die sich sehr oder zumindest etwas besorgt zeigen, sank von 66 auf 63 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Menschen, die sich eher wenig oder gar nicht besorgt fühlen, auf 34 Prozent.
Klimabewusstsein bleibt hoch, Aufmerksamkeit sinkt
Trotz der rückläufigen Priorisierung bleibt die grundsätzliche Überzeugung über den Klimawandel stabil. Neun von zehn Befragten gehen davon aus, dass sich das Klima verändert. 70 Prozent führen diese Entwicklung auf menschliche Aktivitäten zurück. Gegenüber 2022 entspricht dies laut YouGov sogar einem Anstieg um sieben Prozentpunkte.
Die Ergebnisse unterscheiden sich deutlich nach politischer Orientierung. Besonders hohe Zustimmungswerte finden sich unter Wählern der Grünen, der Linken und der SPD. Unter AfD-Wählern fällt sowohl die Sorge über den Klimawandel als auch die Zustimmung zur These eines menschengemachten Klimawandels deutlich geringer aus.
Zentrale Ergebnisse der Befragung:
- 56 Prozent fühlen sich beim Klimawandel machtlos.
- 55 Prozent informieren sich nicht aktiv über das Thema.
- 41 Prozent versuchen nach eigenen Angaben, nicht darüber nachzudenken.
- 43 Prozent halten eine erfolgreiche Bekämpfung weiterhin für möglich.
YouGov spricht in diesem Zusammenhang von einer möglichen „Klimaaversion“. Laut den Autoren könnten Gefühle der Ohnmacht oder die Konkurrenz anderer Krisenthemen dazu beitragen, dass Menschen das Thema verdrängen, obwohl sie dessen Existenz grundsätzlich anerkennen.
Ich halte die Ergebnisse für bemerkenswert, da sie zeigen, dass gesellschaftliche Aufmerksamkeit und persönliche Überzeugung nicht zwangsläufig parallel verlaufen. Im Zuge der aktuellen Hitzewelle wird das Thema zwar wieder stärker diskutiert, verschwindet dann aber auch ganz schnell wieder aus den Köpfen und verliert an Wichtigkeit.
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Da fängt das Problem an: Dass der derzeitige Klimawandel menschengemacht und ohne historischen Vergleich ist, ist keine These sondern eine wissenschaftlich völlig unbestrittene Tatsache. Das ist in etwa so unbestrittenen, als ob die Erde ein Kugel ist. Wir haben ein riesiges Desinformations- und Bildungsproblem.
Das glaube ich mittlerweile nicht mehr. Also auch, aber wir haben vielmehr ein „Motivationsproblem“. Der Raucher weiß, dass das alles scheiße ist, der Übergewichtige weiß, dass das alles ungesund ist, der Typ mit 250 km/h auf der Autobahn weiß, dass daheim zwei Kinder warten, eine große Masse der Menschheit lebt nicht „vernünftig“. Mit einer solchen Denkweise würden wir nicht mehr in der Welt leben, in der wir aber immer noch leben. Der Mensch hasst Veränderung, vor allem Veränderung, die einen Nachteil für einen persönlich mitbringt.
Ich kenne mehr Personen, die den Klimawandel nicht leugnen, die aber dennoch absolut gar nichts dagegen machen. Am Ende hören viele Raucher erst auf, wenn die wirklich schlechte Nachricht eintrifft, manche selbst dann nicht. Wir sind beim Klimawandel der Frosch im Kochtopf und aktuell ist es nur etwas zu warm, was gut zum aktuellen Wetter passt, aber noch nicht viel zu heiß. Meine Vermutung ist, dass die Menschheit, geschlossen, erst dann handelt, wenn wir an einem Punkt sind, der wirklich extrem unangenehm ist. Und der ist noch nicht erreicht und weil die Folgen so langsam und versetzt zu spüren sind, wird das noch eine ganze Weile so weitergehen.