Huawei Ascend P6 Header

Huawei Ascend P6 Testbericht

Huawei Ascend P6 Header

Das Huawei Ascend P6 ist nun knapp eine Woche in meinem täglichen Gebrauch. Die folgenden Zeilen umschreiben meine Eindrücke, welche ich von dem wirklich dünnen und edlen Schmuckstück Smartphone gewonnen habe. Das P6 ist in meinen Augen ähnlich wie das HTC One eine fast perfekte Symbiose aus Design, tollen verwendeten Materialien und dem “gewissen Etwas” in Sachen aufgebohrter Android-Oberfläche in Form von EmotionUI 1.6.

Lieferumfang

Huawei Ascend P6 IMG_3095

  • Ascend P6
  • USB-Daten- und Ladekabel
  • Netzteil
  • Div. Anleitungen
  • Headset
  • Silikon-Cover

Die wichtigsten technischen Details

  • Betriebssystem: Android™ 4.2 Jelly Bean + Emotion UI 1.6
  • Prozessor: 1,5 GHz Quad-Core Hi-SiliconK3V2
  • GPU: 16 Core on board
  • Maße & Gewicht: 132,6 x 65,5 x 6,18 mm bei gerade mal 120 g
  • Display: 4,7 Zoll HD (1280 x 720 Pixel) IPS+ LCD mit Corning® Gorilla® Glass
  • Speicher: 2 GB RAM, 8 GB ROM (ca. 4,7 GB verfügbar) erweiterbar per MicroSD
  • WL802.11 b/g/n (2,4 GHz), Bluetooth 3.0
  • Kamera: 8 Megapixel mit Autofokus, Frontkamera: 5 Megapixel HD
  • Akku: Li-Polymer 2000 mAh

Wie sicherlich einigen Lesern bekannt sein dürfte, wurde das Huawei Ascend P6 als das dünnste Smartphone der Welt angekündigt. Während das HTC One mit knapp 9,3 mm aufwartet, kommt z. B. das iPhone 5 mit 7,6 mm daher und das P6 besteigt mit seinen 6,18 Millimetern das Siegertreppchen. Leider konnte die Freude über diesen Sieg nur kurz anhalten, denn nur wenige Tage nach der Bekanntmachung wurde das Ascend P6 schon vom Umeox X5 mit gerade mal 5,6 mm Dicke abgelöst.

Das soll uns jetzt aber nicht davon abhalten, in Ruhe vom P6 zu schwärmen – es zeigt nur den in meinen Augen schon fast schrecklichen Trend auf, die Smartphones immer noch dünner zu fertigen. Das Ascend P6 ist wirklich dünn und mit der gebürsteten Alu-Oberfläche wirkt es auch sehr edel.

Huawei Ascend P6 IMG_3086

Auf der rechten Seite findet sich der Power-Button, die Lautstärke-Wippe und die Einschübe für die MicroSD und die MicroSIM. Die beiden Slots können über den Stöpsel, welcher den Klinkenstecker-Anschluss schützt, geöffnet werden. Die Oberseite des P6 bietet Platz für den MicroUSB-Anschluss und die Rückseite beherbergt den Lautsprecher, die Kamera und die Blitz-LED. Alles wirkt sehr gut verarbeitet.

Ascend P6 Softkeys

Auf der Vorderseite sind die üblichen Sensoren (Annäherung, etc.) und die 5 Megapixel (!) Frontkamera verbaut. Auf physische Knöpfe wird auf der Frontpartie verzichtet und so muss das Display ein wenig Platz für die Softkey-Leiste zur Steuerung von Android abgeben. Huawei verbaut im Ascend P6 ein 4,7 Zoll IPS+ Display. Die Auflösung des Displays beträgt 1280 x 720 Pixel und die Qualität kann sich durchaus sehen lassen.

Samsung Galaxy S4 Huawei Ascend P6 HTC One

(v. l. n. r. Samsung Galaxy S4, Huawei Ascend P6 und HTC One)

Die Darstellung der Farben ist ein gesundes Mittelmaß aus AMOLED und IPS-Technik. Die Schwarzwerte kommen sehr stark durch, aber auch die weißen Schriften beispielsweise sind sehr klar. Selbst bei stark verzogenem Blickwinkel bleibt das Display sehr gut ablesbar. Im etwas weiter unten eingebetteten Video über die EmotionUI gehe ich am Ende ganz kurz noch einmal auf den Blickwinkel etc. ein. Unter direkter Sonneneinstrahlung muss auch das Huawei Ascend P6 ein wenig zurückstecken. Aber damit haben alle Smartphones mit größeren Displays Probleme weil die Reflektionsfläche einfach zu groß ist.

huawei_ascend_p6

Im Inneren werkelt ein von Huawei selbst entwickelter Quadcore-Prozessor des Typs K3V2E, welcher das P6 mit 1,5 GHz antreibt und 2 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung gestellt bekommt. Der interne Speicher des P6 schlägt mit 8GB zu Buche und kann per MicroSD erweitert werden. Da im Vorfeld Stimmen laut wurden, dass der Speicher doch sicher sehr schnell knapp werden würde, habe ich das P6 direkt mit meinem Google-Account verknüpfelt und synchronisiert. Im Playstore auf dem Ascend P6 werden mir somit derzeit knapp 120 installierte Apps und Spiele angezeigt. Selbst damit bleiben noch 2,8 GB interner Speicher über.

Wer möchte kann laut Hersteller den Speicher auch mit einer MicroSD bis zu 32 GB erweitern. In meinem Test funktionierte auch eine 64 GB MicroSDXC problemlos mit dem Ascend P6:

Huawei Ascend P6 Speicher Screenshot_2013-06-30-09-34-19 Huawei Ascend P6 Speicher 2013-07-03 22.03.35

Damit dürfte geklärt sein, dass es auch mit dem P6 kein Speicher-Problem geben dürfte. Generell kann ich sagen, dass mit in Sachen Hardware im Test nur zwei Punkte negativ aufgefallen sind. Das Ascend P6 hat kein LTE an Bord und ist auch im normalen Netz nicht das allerschnellste Gerät. Maximal 21,6 Mbit/s werden im mobilen Internet erreicht, was aber den meisten Anwendern mehr als genügen sollte. Der zweite Punkt wäre noch das fehlende NFC. Hat man sich mal dran gewöhnt (koppeln von Lautsprechern, Apps und Bilder per NFC weiterreichen, Vcards austauschen, etc.), fehlt dieses, nennen wir es Hardware-Gimmick, schon ein wenig.

Überhaupt nicht aufgefallen, aber erwähnenswert ist, dass das W-Lan im P6 nur mit den Standards IEEE 802.11 b/g/n klar kommt. 802.11a und 802.11ac werden nicht unterstützt. In meinen Augen ist das aber auf einem Handy nicht so tragisch. Was lädt man auf dem Handy schon “massives” über W-Lan? An sonsten gibt es in Sachen Hardware nicht viel zu sagen. Zusammengefasst bleibt über, dass das P6 trotz seine Stärke von gerade mal 6,18 mm sehr gut in der Hand liegt und sich wirklich toll anfühlt.

Software

Das installierte Android 4.2.2 wurde von Huawei mit der so genannten EmotionUI Version 1.6 aufgebohrt. Damit wird der etwas nüchterne Stock-Look von Android enorm aufgehübscht und auch mit diversen zusätzlichen Funktionen erweitert. Unter anderem baut Huawei eine Art Firewall ins System ein, welche z. B. dafür sorgt, dass nicht jede App Meldungen o. ä. in die Benachrichtigungsleiste senden kann.

Huawei Ascend P6 Sicherheit 2013-07-01 17.48.28 Huawei Ascend P6 Sicherheit 2013-07-01 17.48.49

Für die von Huawei verbastelte EmotionUI muss ich wirklich eine Lanze brechen. Generell erinnert mich die Optik und die Möglichkeiten der Oberfläche sehr stark an das CustomROM MIUI. Sie passt aber wie die Faust auf’s Auge zum restlichen Design des Ascend P6. Es gibt beim P6 keinen sonst üblichen App-Drawer, welcher das durchscrollen aller installierten Anwendungen ermöglicht. Wie auch bei MIUI geschieht hier alles über den Launcher bzw. die Homescreens selbst.

Auf dem Hauptbildschirm begrüßt ein hübsches Uhren/Wetter-Widget, ein Kontakte-, Musik- und ein Galerie-Widget und die Google-Suche den Anwender. Die restlichen Bildschirme rechts und links beherbergen die installierten Apps und später auch die restlichen Widgets. Ordner können der Übersicht halber ebenso angelegt werden, wie auch über die Pinch-to-Zoom-Geste weitere Bildschirme. Das Menü für das anlegen weiterer Widgets erhaltet ihr durch langes drücken auf einen freien Bereich des Bildschirms.

Abgesehen davon wurde von Huawei noch einige Features implementiert. Profile können angelegt werden, eine Backup-Lösung wurde integriert, die Zeitanwendung wurde aufgebohrt und besitzt einen Timer und eine Stopuhr und wenn wir gerade dabei sind, habe ich auch noch einmal Screenshots vom Berechtigungsmanager aufgenommen.

Zudem muss ich sagen, dass die Anpassungs-Möglichkeiten im Falle des P6 ein wahrer Traum sind. Es gibt ein Icon bzw. eine App “Design” in welcher vorgefertigte Themes heruntergeladen und aktiviert werden können. Doch über diese App lässt sich nicht nur die generelle Optik, nein auch die Schrift, die Icons, der Sperrbildschirm, uvm. einstellen und einrichten.

Die Oberfläche gefällt mir sogar so gut, dass ich ein Video davon gedreht habe. Selbstverständlich für unsere Community unter vollstem körperlichen Einsatz und unter Zuhilfenahme der allerbesten Halterungen und Kameras. (Klebeband, Lineal, Ordner, HTC One) Bitte also nicht wundern, wenn der Ton etwas leise und evtl. das Bild ein wenig unsauber ist. Mehr war aus den mir zu dem Zeitpunkt gegebenen Möglichkeiten nicht rauszuholen. :-)

Alles läuft prima flüssig, schaut dank der Themes etc. auch noch bombig aus (sofern man nicht auf den nüchternen Stock-Look abfährt) und macht echt was her. Wer auf Benchmark-Werte steht dürfte ein wenig enttäuscht werden. Mein HTC One packt hier gut das doppelte drauf. Allerdings ist genau das in meinen Augen der springende Punkt bei solchen Benchmarks. Wer benötigt 26.000 Punkte im Antutu-Benchmark, wenn ich ebenso ohne Einbußen mit 13.500 Punkten problemlos und ruckelfrei arbeiten kann?

Ascend P6 Benchmark 2013-07-06 10.16.55 Ascend P6 Benchmark 2013-07-06 10.18.26

Zum Vergleich der Antutu-Screenshot beim HTC One. Die CPU und GPU hauen ordentlich Punkte drauf. Dennoch sieht man im obigen Hands-On-Video des Ascend P6, dass die Bedienung des Ascend P6 auch absolut flüssig verläuft, was meint ihr?

HTC One Benchmark Antutu 2013-07-06 10.39.55

HTC One

Multimedia

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Obwohl der Lautsprecher auf der sonst komplett flachen Rückseite angebracht ist, bleibt der Ton sehr laut. Er wird zwar etwas dumpf, wenn das Gerät auf einem flachen Untergrund liegt, bleibt aber gut hörbar.

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Die Kamera hat mich bei dem mehr als dünnen Gerät wirklich sehr interessiert. Die Bilder sind wie es sich für ein Flaggschiff gehört bei normalem Licht sehr gut. Wenn Dunkelheit ins Spiel kommt lässt die Qualität auch hier nach und ein Rauschen tritt bei den dunklen Flächen ein. Der LED-Blitz versucht sein bestes, aber wie in der folgenden Galerie zu sehen ist, werden die fotografierten Objekte mit einem LED-Blitz nie perfekt beleuchtet. Die Kamera bietet einen Automatik-Modus (Intelligent), HDR-Aufnahmen, diverse Effekte oder auch einen Panorama-Modus. Über den Punkt Verschönern wird die Haut ordentlich weichgezeichnet. In meinem Test führte der Filter meist dazu, dass die Bilder deutlich zu verwaschen und nicht mehr zu gebrauchen waren.

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Google+ Album mit Testfotos

Die Videokamera wurde von Huawei mit ein paar netten Features ausgestattet. Sie besitzt auch eine HDR-Funktion. Das P6 hat zudem aber auch einen Bildstabilisator und auch eine Objektverfolgung wird im Kamera-Menü angeboten. Der folgende Clip wurde immer unter Extremstbedingungen aufgenommen. Einmal auf einem Fest bei strömendem Regen und Unwetter, das andere mal bei gefühlten 200 °C und blendend hellem Sonnenschein und Gegenlicht auf der Terrasse. Eben genau der Sommer 2013.

Auch in Sachen Streaming kann das Ascend P6 punkten. Eine DLNA-App ist ebenso an Bord, wie auch die Möglichkeit Filme oder Musik an einen externen Player zu pushen bzw. streamen. Im Test klappte das problemlos und ohne Zusatz-App mit den SONOS-Lautsprechern:

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Und sonst so?

  • Meine Gegenüber haben mich immer sehr gut verstanden. Soweit ich das also sagen kann, ist die Qualität bei einem Telefongespräch nicht zu bemängeln, wie es sich selbst 2013 noch bei einem Telefon gehört.
  • Der verbaute 2000 mAh Akku wird zwar von anderen aktuellen Flaggschiffen übertrumpft, allerdings schafft es das P6 in meinem Test wirklich locker über den Tag. Dies dürfte im Gegensatz zu den anderen Flaggschiffen unter anderem am nicht vorhandenen FullHD-Display liegen.
  • Das beigelegte Silikon-Case ist mal eine nette Idee! Wer das Design-Stück also unbedingt verpacken möchte, muss gar nicht lange in einem Zubehör-Shop suchen. Von diesem kleinen Extra sollten sich die anderen Hersteller eine Scheibe abschneiden und nicht immer noch weniger in die Verpackung stecken, was meint ihr?

Fazit

Dieses elegante, Stückchen Smartphone ist in meinen Augen das perfekte Gerät für den Android-Fan ohne Stock-Allüren. :) Das optisch aufgehübschte Android 4.2.2, die Kamera und auch die sonstigen Finessen machen es ideal für fast jeden Typ von Anwender. Der Hersteller gibt eine UVP von gerade mal 449,- EUR für das Smartphone an. Die Handelskette Saturn bringt das Gerät ab nächste Woche ins Sortiment und liegt bei seinem Angebot schon bei 399,- EUR, ebenso hat es Amazon für unter 400 Euro ab Lager verfügbar.

Ich kann für das Huawei Ascend P6 wirklich nur wärmstens eine Kaufempfehlung aussprechen und würde es mir selbst zulegen, wenn ich aktuell nicht schon mit dem HTC One glücklich wäre.

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