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Sony Xperia Z4 Tablet LTE ausprobiert

Sony Xperia Z4 Tablet LTE Test2

In meinem Haushalt dürfen Tablets trotz der immer größer werdenden Smartphones nicht fehlen. Sie dienen hier hauptsächlich dem Konsum von Multimediainhalten, als Basisstation für das Streamen von Musik ins ganze Haus und als Kochbuch mit diversen Rezept-Apps. Hin und wieder wird auf meinen Tablets aber auch geplant, gearbeitet und ab und zu gezockt. Doch das ist nicht alles, was es für ein Gerät der Tablet-Klasse hier zu erledigen gilt. Ich brauche es auf Reisen als Laptop-Ersatz,weswegen LTE ein Muss ist, als robustes Spaßgerät für den Junior und als großes Display für meine Spiegelreflex.

Bisher war ich mit den Geräten der Nexus-Serie sehr zufrieden und halte nach wie vor das Nexus 7 2013 LTE für eines der besten Android-Tablets im kleineren Format. Schaut man in die 10-Zoll Region bei den Tablets gibt es aktuell nicht viele Tablets, die mir einen gewissen „Habenwollen“ verpassen. Eines der Geräte, die mich auf jeden Fall gereizt haben, ist das Sony Xperia Z4 Tablet LTE.

Seit ich ein Hands-On bei der Präsentation auf dem MWC 2015 gesehen habe, wollte ich dieses gute Stück in die Mangel nehmen. Der Anreiz bestand für mich in erster Line aus der LTE Funktionalität, dem 64 Bit Octa-Core Chip, dem starken Akku, dem 2K-Display und der IP65 und IP68 Zertifizierung.

Dank den Kollegen von Sparhandykonnte ich mir in den letzten Tagen das gute Stück für euch mal ansehen. Im Gegenzug erwähneund verlinke ich den Shop hier.

Sony Xperia Z4 Tablet LTE im Video

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Der erste Eindruck

Voller Spannung habe ich das Z4 Tablet ausgepackt, denn ich musste dank streikenden Lieferdiensten etwas länger darauf warten. Die Erwartungen waren definitiv nicht zu hoch angesetzt, denn schon das erste Begrabbeln des Gerätes entlockte mir ein sattes WOW! Das Teil ist ein Hammer in der Hand, oder besser gesagt, ein Hämmerchen. Schlank, leicht und ein absoluter Traum in Sachen Design und Optik. Nicht umsonst werden im Vergleich zum Z4 Tablet die Maße des iPad Air 2 immer wieder zitiert, denn das iPad Air 2 kommt mit Abmessungen von 240 x 169,5 x 6,1mm bei 444 Gramm Gewicht daher.

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Das Z4 Tablet kommt mit 254 x 167 x 6.1 mm bei gerade 393 Gramm locker gegen das Air 2 an. Gerade das unglaubliche Gewicht merkt man in der Benutzung deutlich und es ist der Fakt, der mich, neben dem generell schicken Design von Sony Geräten beim Z4 Tablet am meisten anspricht. Beim Layout allerdings hat man sich für meinen Geschmack einen kleinen Lapsus erlaubt. Der Powerbutton und die Lautstärkewippe sitzen links am Gerät. Ich bin Rechtshänder und halte dadurch das Tablet mit links und bediene es mit rechts. Dadurch passiert es mir immer wieder, dass ich das Tablet beim Halten ungewollt sperre. Aber ich habe mich mittlerweile dran gewöhnt.

Wie auch beim iPad hat man für meinen Geschmack beim Z4 Tablet etwas zu viel Rand verbaut, aber da ist wohl jeder Geschmack ein bisschen anders. Auch beim ersten Eindruck von der Wertigkeit der Materialien anbelangt, unterscheidet sich mein Empfinden von dem einiger Foren-Nutzer. ich finde das Tablet wirkt durchaus wertig, man hat nicht den Eindruck hier nur billig-Plastik gekauft zu haben. Die metallisch anmutenden Design-Elemente, die um das Gerät herum verbaut sind, geben dem ersten Eindruck zusätzlich ein recht hochwertiges Gefühl.

Klar, könnte man bei einem Preis der Oberklasse bei rund 700€ mehr erwarten, jedoch würde dies wiederum mit mehr Gewicht oder größeren Abmessungen bezahlt werden müssen. Aus diesem Aspekt heraus bin ich mit dem Look and Feel, sprich also der Haptik und Optik des Gerätes sehr zufrieden.

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MEHR POWER!Die Hardware

Nicht nur Tim Taylor grunzte es einst in „Hör mal wer da hämmert“, sondern auch der Endanwender schreit zunehmend diesen Spruch in den Markt. Mehr Power! Doch allein die Power ist es nicht, die ich von einem neuen 64 Bit Octa-Core Snapdragon 810 mit 2GHz Taktung erwarte. Für mich zählen ebenso Hitzeentwicklung und Energiemanagement. Doch der Snapdragon 810 scheint in allen dieser Disziplinen eine außerordentliche Figur zu machen. Das Z4 Tablet ruckelt keinen Meter, zuckelt nicht und gönnt sich nirgendwo auch nur eine Gedenksekunde.

Dabei wird es weder beim Zocken heiß, noch verballert es den 6.000mAh Akku, doch dazu später mehr. Den Rest der Power bezieht das Z4 Tablet aus 3GB RAM und der pfeilschnellen Adreno 430 GPU. Was auch immer ihr tut, das Z4 Tablet steht seinen Mann, egal ob Games, Apps oder Multimedia. Damit die Inhalte, welche ihr konsumiert richtig zur Geltung kommen, hat man bei Sony ein 10.1 Zoll Display mit einer Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln verbaut, welches einfach nur gigantisch gut ist. Klar, scharf, farbintensiv und anpassbar, diese Eigenschaften lassen den Anwender jubeln, so auch mich. Dazu kann man getrost auf eine Displayfolie verzichten, denn das Glas ist mit einer werkseitigen Folie gegen Verkratzen und Zersplittern geschützt und gegen Fettfingerchen beschichtet. So muss das sein.

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Von CPU, GPU und Display geht es dann weiter zur Konnektivität. Neben LTE, Wifi b/g/n und Bluetooth 4.1 stehen dem Nutzer aGPS und NFC zur Verfügung. Mir fehlt hier, gemessen am Preis noch ein Goodie, wie etwa Qi-Charging, wie es das Nexus 7 beherrscht. In Sachen Speicher wartet das Z4 Tablet mit 32GB ROM auf, von welchem nach der Einrichtung noch rund 27GB zur Nutzung zur Verfügung stehen. Allerdings ist der Speicher mittels MicroSD-Karte um 128GB erweiterbar.

Vom Speicher geht es weiter zum Sound, der bei einem Multimedia-Tablet durchaus eine wichtige Rolle spielt. Sony gibt für die verbauten Lautsprecher einige Marketingschlagworte aus und glänzt in diesem Sinne mit 3d-Sourround-Technology (VPT), ClearAudio+ Software zur Tonverbesserung und xLoud Experience. In der Praxis bieten die Lautsprecher, welche neben dem Display im unteren Bereich in die Randleiste eingelassen sind einen guten Klang. Jedoch von voluminöser überragender Soundtechnik sind diese für meinen Geschmack noch weit entfernt. Sie klingen gut, versteht mich nicht falsch, aber den Marketingschlagworten entsprechend hätte ich mehr erwartet.

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Seine Stärken hat das Soundsystem aber zum Beispiel bei der Videotelefonie. Das gegenüber kommt, je nach Netzqualität sehr ordentlich durch und man wird selbst auch einwandfrei und klar verstanden. Das hat mir soweit gut gefallen. Doch einen derben Makel hat das Lautsprechersystem leider auch. Dreht man die Lautstärke unter 50%, hört man ein sehr deutliches und dauerhaftes Rauschen. Ich nutze zwar am Tablet quasi immer ein Headset, aber das ist bei dem Preis einfach nicht in Ordnung. Damit aber nun auch direkt zu den Kameras. Sony hat auf der Rückseite eine 8,1 Megapixel Kamera verbaut, welche in der Lage ist außerdem HDR-Fotos aufzunehmen und mit Softwarestabilisierung auch Filme in 1080p aufzunehmen.

Die Frontkamera kommt immerhin noch auf 5.1 Megapixel. Ich fotografiere wirklich NIE mit einem Tablet, aber sollte ich es mal mit dem Xperia Z4 LTE tun, so würde es mich überraschen, dass Sony, die bei Kameras wirklich durchweg mit guten Optiken punkten können, hier nur so eine Schönwetterknippse mit Hang zu starkem Rauschen bei schlechten Lichtverhältnissen verbaut hat. Die Frontkamera hingegen weiß bei Videotelefonie zu überzeugen und wird bei mir auch deutlich öfter benutzt als die andere Kamera 😛

Alles was nun noch in Sachen Hardware zu begutachten bleibt, ist die IP65 und IP68 Zertifizierung sowie der Akku. Ersteres kann man recht einfach testen. Man verbuddelt das Tablet und wäscht es hinterher gut ab. Gesagt, getan, alles passt. Das Z4 Tablet hält laut Zertifizierung auch 30 Minuten in 1,5m Wassertiefe aus, ob man bei Sony aber Garantie leistet, bei entsprechenden Schäden mag ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, wenns mal regnet ist das dem Tablet wurst, ebenso wie der Staubsturm aus der Sahara.

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Der Akku geht für meine Bedürfnisse zwar in Ordnung, ist aber auch bei weitem kein Glanzstück in der Hardware-Sammlung des Xperia Z4 Tablet. Bei einer Laufzeit von etwas über zwei Tagen, habe ich eine Display-On Zeit von etwa 3 1/2 Stunden. Bei fünf Stunden Display hält das gute Stück keinen ganzen Tag durch.

Sony hat seinen Geräten aber einen sehr guten Stamina-Modus spendiert, den ich am Tablet immer an habe und so komme ich auf deutlich längere Zeiten. Die im Datenblatt vermerkten 17 Stunden Laufzeit bringe ich aber beim besten willen nicht zusammen, wenn ich das Tablet auch ein wenig nutze. Auch von diesem Stück Hardware habe ich mir deutlich mehr versprochen. Doch genug vom physikalischen Interieur des Z4 Tablets, begeben wir uns zur Ausstattung auf der Software-Seite.

Bloatware, Software und Android

Ausgeliefert wird das Sony Xperia Z4 Tablet LTE mit Android 5.0.2, also einem relativ aktuellen Betriebssystem. In Sachen Updates hat sich Sony bisher immer von einer hervorragenden Seite gezeigt und so brauchen sich Käufer meiner Meinung nach um die nächsten Versionen erstmal nicht zu sorgen. Ein weiterer Pluspunkt ist das Fehlen von übermäßiger Bloatware, wie etwa „Trip Advisor“, „Kauf Da“ und sonstiger Kram, den man auf Samsung Geräten zum Beispiel nur zu gerne findet.

Sollte einem eine vorinstallierte App sauer aufstoßen, so sind diese fast alle deinstallierbar. Übrig bleibt das übliche Paket aus der Sony Welt. Als da wären die „Play Memories“ App, die „Playstation“-App, die „PSN“ App und die Sony Lounge. Bis auf die Lounge lassen sich aber auch diese Apps alle deinstallieren. So mag ich das. Mit an Bord bei der Auslieferung ist ebenfalls ein Movie Creator, diverse Support Apps und Sony Smart Connect, welches ich euch hier schon einmal vorstellte. Für mich ist das immer noch eine der coolsten Apps auf Android.

Galerie

Positiv angetan bin ich auch von diversen Einstellungsmöglichkeiten. So kann ich das Display zum Beispiel auf einen von mir bevorzugten Weissabgleich einstellen, Double Tap To Wake nutzen oder mit dem Menüpunkt „Xperia Konnektivität“ Inhalte freigeben, teilen und streamen. Wer sich in den Settings nicht so zu Recht findet, der bekommt von Sony eine Setupanleitung mit an die Hand. Alle anderen benötigten Anwendungen kann sich der Anwender frei aus dem PlayStore ziehen und hat so quasi volle Kontrolle über die Sachen, die auf dem Tablet laufen sollen oder eben nicht. Der eigentliche Haken bei der Software liegt für mich immer noch beim Android-System.

Viele gute Applikationen sind nicht aufs Tablet angepasst, müssen daher hochkant und skaliert verwendet werden, was trotz des Hammer-Displays des Z4 Tablet für schlimme Augenschmerzen sorgt. Auch ein kleiner und sehr individueller Kritikpunkt ist der Launcher von Sony. An und für sich finde ich ihn richtig gut, mir fehlt aber die Option auch Anwendungen auszublenden. Zwar kann man die Reihenfolge der angezeigten Apps selbst einstellen und die nicht gewollten ans Ende legen, aber das ist auch ne Menge Arbeit die ich mich nicht machen mag.

Bei anderne Launchern, etwa Nova, kann man einfach ein paar Apps anhaken, die werden aus dem App-Drawer ausgeblendet und fertig ist der Lack. Aber wie gesagt, das ist etwas dass wahrscheinlich nur ich brauche. Also installiere ich einfach Nova als Standard-Launcher.

Sonst noch was?

Ja, es gibt definitiv ein paar Dinge die erwähnt werden sollten. Zum einen die Benachrichtigungsleuchte des Z4 Tablets. Sie sitzt im Display an der rechten oberen Ecke und ist ein echter Segen, weil sie sogar kräftig genug ist um durch das Sony-Original-Cover SCR32 zu leuchten. Somit könnt ihr selbst im geschlossenen Zustand sehen, wenn euch jemand versucht hat zu erreichen.

Sony Xperia Z4 Tablet LTE Test7

Das bringt mich zu einem weiteren wichtigen Punkt, der mir bisher bei vielen Geräte-Releases missfallen hat. Sony hat zum Marktstart des Z4 Tablets vor einigen Tagen auch direkt etwas Zubehör vom Stapel gelassen, als da wären das besagte Style Cover, ein Headset mit Geräuschminimierung und die Bluetooth-Tastatur BKB50, welche in diversen Werbespots zum Tablet die Business-Komponente des Gerätes unterstreicht.

Nur wer mit einer UVP von fast 180 €uro eine Bluetooth-Tastatur zu einem fast 700 €uro Tablet anbietet, hat meiner Meinung nach den Schuss nicht richtig gehört. Selbst wenn man die Tastatur etwas günstigerbekommt, ist das ein stolzer Preis, den ich zum Beispiel für mich selbst nicht bereit bin zu zahlen. Ich warte lieber auf Drittanbieter und habe etwas munkeln hören, dass man sich bei Logitech um das Z4 Tablet kümmert.

Kaufen oder nicht?

Wie immer beantwortet diese Frage am ehesten der Geldbeutel des Anwenders. Gerade die Frage, ob ein Tablet auf Android-Basis sinn ergibt, weil viele Apps einfach nicht optimiert sind, muss ein jeder für sich selbst beantworten. Ich für meinen Teil komme mit Android auf Tablets super klar, wenngleich es manchmal einfach schrecklich aussieht. Nun zum Xperia Z4 Tablet LTE.

Ihr kauft mit diesem Gerät einen dünnen und leichten Augenschmeichler, welcher hervorragend in der Hand liegt und genug Power für alle Aufgaben hat. Kameras an Tablets sind meiner Meinung nach überbewertet, weswegen als Kritikpunkte lediglich das Rauschen der Lautsprecher und deren insgesamte Performance sowie der mittelprächtige Akku stehen bleiben. Wasserdichte, Staubdichte, das grandiose umwerfende Display und die Erweiterbarkeit des Speichers schlagen für mich ebenso in der Pluspunktespalte ein, wie LTE, Benachrichtigungs-LED und die klasse Updatepolitik von Sony.

Sony Xperia Z4 Tablet LTE Test8

Wer also einen Langzeit-Begleiter in robust und schick sucht, der kann getrost in den Geldbeutel langen und die Kröten für das Z4 Tablet auf den Tresen zählen. Ebenso kann ich aber auch jeden verstehen,der für ein paar Talerchen mehr lieber zu einem 64 GB iPad Air 2 LTE greift. Der Preisvorteil der Android-Geräte macht sich aber nach ein oder zwei Monaten auch sicher beim Z4 Tablet bemerkbar und man bekommt das gute Stück für einen deutlich kleineren Obolus.

Das wäre der Moment, an dem auch ich zuschlagen würde und ich spreche unter diesen Bedingungen auch liebend gern eine Kaufempfehlung aus. Der Kauf zur UVP wäre mir persönlich einfach zu teuer, aber das gilt ebenfalls für ein iPad. 😉

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