Die Deutsche Bahn testet erstmals das ferngesteuerte Rangieren einer S-Bahn über ein 5G-Netz im Werk München-Steinhausen.
Auf dem Werksgelände in München-Steinhausen rangiert erstmals eine S-Bahn ohne Lokführer im Fahrzeug. Stattdessen steuert ein Mitarbeiter den Zug von einem bedienplatzähnlichen Arbeitsplatz im Gebäude aus (Bild oben). Laut Unternehmensangaben können dadurch Laufwege entfallen und Rangierprozesse beschleunigt werden, sodass Fahrzeuge schneller wieder für den Fahrgastbetrieb bereitstehen.
Grundlage des Tests ist ein umgerüsteter Zug der Baureihe 423. Die Erprobung soll Erkenntnisse für Technik, Zulassung und den möglichen Einsatz von Remote Train Operation im regulären Rangierbetrieb liefern. Nach Angaben der Deutschen Bahn sind bundesweit rund 400 Fahrzeuge dieser Baureihe im Einsatz, zudem gilt das technische Konzept als auf weitere Baureihen übertragbar.
Remote Train Operation im Münchner Werk Steinhausen
Für das Projekt investierte die Deutsche Bahn rund eine Million Euro in Fahrzeugtechnik von Alstom, einen originalgetreuen Bedienplatz sowie ein eigenes 5G-Campus-Netz für die Echtzeit-Datenübertragung. Bei einer Demonstration betonten Vertreter von Bahn, Politik und Industrie laut ihren Aussagen das Potenzial für effizientere Abläufe und eine Entlastung der Mitarbeitenden.
Zentrale Funktionen im Testbetrieb
- Fernsteuerung der Fahrzeugbewegung über 5G
- Bedienung von Türen, Licht und Warnsignalen
- Livebildübertragung auf große Displays
- Optionale Steuerung per Tablet
Auf dem Gelände fallen täglich etwa 350 Rangierbewegungen an, etwa für Reinigung oder Wartung. Diese könnten künftig aus der Distanz gesteuert werden. Ob und wann die Technik ausgerollt wird, hängt laut Unternehmensangaben von Finanzierung, Fördermitteln und Zulassung ab. Technisch verfügbare Komponenten könnten bei entsprechender Freigabe einen Start in München ab 2028 ermöglichen.
Ich persönlich halte den Test für einen logischen Schritt, um Rangierprozesse zu modernisieren, sehe den tatsächlichen Nutzen aber erst dann belegt, wenn Finanzierung und Zulassung den Übergang vom Versuch in den Alltag erlauben.
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