Impfungen und Tests in Apotheken kommen, beim Honorar gibt es weiter Streit

Die Bundesregierung erweitert mit dem neuen Gesetz die Aufgaben von Apotheken deutlich.
Der Bundestag hat das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz beschlossen. Künftig sollen Apotheken neben der Arzneimittelversorgung auch zusätzliche Gesundheitsleistungen wie Impfungen, diagnostische Tests und Blutentnahmen anbieten können.
Nach Angaben der ABDA sollen damit Patienten schneller versorgt und Arztpraxen sowie andere Teile des Gesundheitssystems entlastet werden. Die Reform sieht vor, dass Apotheken ihr Angebot an pharmazeutischen Dienstleistungen ausbauen können.
Laut ABDA-Präsident Thomas Preis werde damit die Rolle der Apotheken in der Gesundheitsversorgung gestärkt. Ziel sei es, den Zugang zu bestimmten medizinischen Leistungen für Bürger einfacher und wohnortnah zu gestalten.
Apothekenhonorar bleibt weiter umstritten
Die Diskussion um die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken bleibt trotz der Reform bestehen. Nach Angaben der ABDA ist die Zahl der Apotheken in Deutschland auf 16.541 gesunken und habe damit einen neuen Tiefstand erreicht. Der Verband verweist darauf, dass seit 2013 etwa jede fünfte Apotheke geschlossen worden sei.
ABDA fordert schnelle finanzielle Entlastung
Die Apothekerverbände kritisieren insbesondere die bislang ausbleibende Anpassung des Apothekenhonorars. Dieses liegt laut Gesetz weiterhin bei 8,35 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament und wurde seit 2013 nicht erhöht. Im Koalitionsvertrag ist laut ABDA eine Anhebung auf 9,50 Euro vorgesehen, eine entsprechende Verordnung wurde bislang jedoch nicht beschlossen.
Wichtige Punkte der Reform:
- Apotheken sollen mehr Impfungen anbieten können
- Diagnostische Tests werden ausgeweitet
- Blutentnahmen in Apotheken werden ermöglicht
- Pharmazeutische Dienstleistungen sollen gestärkt werden
Zusätzlich sorgt ein geplanter höherer Apothekenabschlag bei gesetzlich versicherten Patienten für Kritik. Laut Regierungsentwurf soll dieser von 1,77 auf 2,07 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament steigen. Die ABDA bewertet dies als finanzielle Belastung für Apotheken.
Ich halte die Reform für einen bedeutenden Schritt bei der Erweiterung der Gesundheitsversorgung, allerdings dürfte die Debatte über die wirtschaftliche Stabilität vieler Apotheken damit noch lange nicht beendet sein.
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