Kommentar: Die Ära der schlechten Lenkräder

Ich bin jemand, der durchaus gerne Technik nutzt, sonst wäre aus meinem Hobby nicht mein Beruf geworden. Ich baue zwar keine emotionale Bindung zu Produkten auf, kann mich aber für eine sehr schöne Optik und Haptik durchaus begeistern.

Mir ist natürlich auch bewusst, dass sowas subjektiv ist, und das ist gut so, aber mir persönlich ist in den letzten Jahren ein negativer Trend in Autos aufgefallen. Er wird bereits korrigiert, die Autohersteller haben dazugelernt, aber er ist noch zu sehen.

Lenkräder mit schlechten Bedienelementen

Lenkräder haben sich teilweise echt miserabel entwickelt. Und dabei meine ich nicht Experimente wie das Yoke von Tesla, sondern die Haptik der Bedienelemente auf den Lenkrädern. Touch, Plastik, schlechte Druckpunkte, das ist teilweise übel.

Besonders stark ist es mir die Tage aufgefallen, denn der neue BMW iX3 ist ein echt gutes Auto, doch die schlechten Tasten haben den Gesamteindruck getrübt. Es ist nun mal ein Element am Auto, welches man immer und bei jeder Fahrt berührt.

Aktuell teste ich den Volvo ES90 und der ist auch nicht viel besser. Billiges Plastik mit Hochglanz, was Fingerabdrücke anzieht, bei dem man die Tasten nicht richtig erkennen kann, weil es ein Element ist und dazu noch echt schlechte Druckpunkte.

Lenkrad-Tasten im Volvo ES90

Und wir sprechen hier nicht über einen VW ID Polo in der Basisversion, das sind Autos, die bei über 70.000 Euro liegen und im Falle des Volvo auch mal eben die 100.000 Euro knacken können. Es trifft aber natürlich nicht auf alle Marken zu.

Doch es ist ein Trend, den man fast überall beobachten kann. Mercedes hatte mit die schlechteste Lösung in einem EQS, einer elektrischen S-Klasse, Audi hat es selbst zugegeben und rudert zurück und BMW macht den Fehler jetzt auch noch.

Bei Marken wie Tesla, die alles auf Kostenoptimierung setzen und so wenig Bauteile wie möglich nutzen wollen, kann ich es noch verstehen. Deren Lenkrad ist auch nicht mehr gut, wobei die beiden Drehräder durchaus noch eine gute Haptik haben.

Tesla Model 3 2024 Rot Long Range Lenkrad Tasten

Lenkrad im Tesla Model 3 Performance

Schöne Tasten, die man als Tasten erkennt, auch blind, gerne aus Aluminium in der Preisklasse von über 70.000 Euro, beleuchtet, mit guten Druckpunkten, das kostet ein paar Euro, das weiß ich, aber ich hoffe, dass wir wieder dahin „zurück“ gehen.

Ich bin wahrlich kein „früher war alles besser“-Mensch, im Gegenteil, ich will die großen Touchdisplays behalten, ich liebe Elemente wie ein HUD und Co., aber ja, auf einem Lenkrad, was ich bei jeder Fahrt bediene, will ich eine bessere Qualität.

Porsche Taycan Cross Turismo Lenkrad

Porsche baut sehr gute Lenkräder

Beim Volvo wundert mich das vor allem deshalb, weil das Auto sonst wirklich sehr hochwertig im Innenraum ist, auch an Stellen, die man sonst eher nicht berührt. Es ist aber vermutlich so, dass dieses Element im Konzern zu oft eingekauft wurde.

Viele Marken, die ihren Fehler eingesehen haben, wie Volkswagen, benötigten jetzt dennoch Monate, teilweise Jahre, bis man ihn korrigiert hat. Das hat mit Verträgen zu tun. Im ES90-Lenkrad nutzt man das gleiche Element wie in manchen Polestars.

Schauen wir mal, wie es sich entwickelt, aber ich hoffe, dass wir in ein paar Jahren keine Hochglanz-Billigplastik-Touch-Lösungen mehr auf dem Lenkrad haben. Nicht alle sind diesem Trend für Kosteneinsparungen gefolgt, aber es sind doch einige.


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  1. faceofingo 🌀

    Nicht die Lenkräder sind schlecht, Du bist nicht kompatibel mit den Lenkrädern, oder zu alt.

    Mein Chef BJ1967 hat vor ein paar Wochen den iX3 und ist gerade von dem Lenkrad begeistert.

    1. JonP 💎

      Meinung bleibt Meinung. Ist trotzdem ein übles Plastiklenkrad.

  2. P45 🔅

    Das Lenkrad samt Schaltern und Drehwalzen in meinem Skoda Elroq stellt (für mich persönlich) tatsächlich das ergonomische Optimum dar. Besser kann man es m.E. kaum umsetzen. Das war auch einer der Gründe, keinen id von Volkswagen zu nehmen.

  3. The 👋

    ich bin vom Fiat 500e, Cupra Born, Model 3, Modell S bis Lucid Air einmal quer Beet im E-Auto-Kosmos unterwegs gewesen. Das schlüssigste Bedienkonzept hatte für mich der Modell 3. Warum? Ich brauche keine Vielzahl an Tasten am Lenkrad, deren Funktion und Lage ich mir eh nicht merken kann (und will). Im besten Fall (und da ist der Modell 3 nach dran) funktioniert das blind, ohne hinschauen. Ist natürlich persönlicher Geschmack

  4. AD ☀️

    Das Lenkrad in meinem 911er war super, im Tesla Model 3 Highland fand ich es auch gut und in meinem Xpeng P7 Performance ist es auch super. Klare Druckpunkte, top Verarbeitung und keine Tastenflut. Für mich ist das Lnekrad auch immer sehr wichtig. Ich hätte ja gerne das Lenkrad von „Xpeng New P7“ (nicht vom P7+) … oder noch lieber das ganze Auto :)

  5. Manni 🌟

    Ich finde das Lenkrad beim Tesla tatsächlich gut, die erste Version beim Model 3 ist etwas zu minimalistisch, bei der zweiten ist das aber schon besser. Die zwei haptischen Knöpfe sind auch total vielseitig, man kann damit alles mögliche machen und sogar noch Sachen einstellen, die man damit bedienen möchte. Das gefällt mir schon sehr gut. Das vom Porsche sagt mir auch sehr zu, hatte ich aber noch nicht verwendet

  6. Philipp 🔆

    Hab damals auch gemerkt wie sich beim Wechsel von einer Generation auf die nächste extrem die Haptik verschlechtert hat. Das Lenkrad selbst ging eigentlich noch aber die Schallwippe von Handschmeichlern aus Alu zu Plastik Klappen und die schönen Drehregler mit satter Drehung zu Plastik Kippschaltern war echt hart.
    Das Auto an sich war leider trotzdem geil aber die Entwicklung ist keine gute, vor allem da der Preis eine ganz andere Richtung kennt.

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