ING-Chef zum Altersvorsorgedepot: „Der Preis ist nicht alles“

Die ING Deutschland plant zwei Altersvorsorgedepots und betont, dass bei der neuen staatlich geförderten Vorsorge nicht nur der Preis zählt.

ING-Chef Lars Stoy sieht in der Reform eine große Chance für die private Altersvorsorge. Besonders interessant sind seine Aussagen zum bereits laufenden Preiswettbewerb. Niedrige Kosten seien für Sparer zwar vorteilhaft, doch Stoy setzt weitere Schwerpunkte.

ING-Chef Lars Stoy über Kosten und Angebote beim Altersvorsorgedepot

Lars Stoy CEO @ ING Germany

In einem aktuellen LinkedIn-Beitrag erklärt Stoy mit Blick auf die langfristige Geldanlage:

Aber der Preis ist nicht alles. Gerade bei einem Produkt, das 20 oder 30 Jahre läuft, bin ich überzeugt, dass die konkrete Ausgestaltung und das Vertrauen im Fokus stehen müssen. Und das Kundenerlebnis muss passen.

Das lässt aufhorchen. Während Anbieter wie Trade Republic mit besonders günstigen Konditionen beim Altersvorsorgedepot punkten wollen, betont die ING ausdrücklich andere Qualitätsmerkmale. Ob sich das später auch in höheren Gebühren niederschlägt, ist allerdings offen. Konkrete Preise nennt Stoy nicht.

Die ING bereitet zwei unterschiedliche Angebote vor:

Beide Varianten sollen einen möglichst einfachen Zugang zur staatlich geförderten Altersvorsorge ermöglichen. Ab 2027 sollen Sparer die Renditechancen des Kapitalmarkts mit staatlichen Zulagen nutzen können. Zudem verspricht die ING einen Startbonus für Neukunden in Höhe von 50 Euro.

Stoy fordert außerdem eine bessere Finanzbildung, die auch in den Schulplänen verankert werden müsse. Die private Vorsorge könne die gesetzliche und betriebliche Rente ergänzen, aber nicht ersetzen.

Für mich ist vor allem die Positionierung beim Preis interessant. Die ING muss nicht zwingend das günstigste Angebot machen. Bei einem Anlagehorizont von mehreren Jahrzehnten können allerdings selbst kleine Gebührenunterschiede erhebliche Auswirkungen auf das angesparte Vermögen haben. Deshalb wird sich die Qualität der beiden Angebote auch an ihren tatsächlichen Kosten messen lassen müssen.

Im Tagesgeld-Vergleich findest du eine Auswahl etablierter Anbieter. Weitere Anlagemöglichkeiten findest du im Festgeld-Vergleich und im Depot-Vergleich.


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  1. Kev 🌟

    Würde mich wundern, wenn solche Leistungen dauerhaft kostenfrei angeboten werden.

  2. Arjoma 🎖

    Der Sinn der Produkts ist doch gerade, dass da nicht 10 Zusatzdienste und Funktionen drum herum laufen, und am besten noch „Experten“, die gegen Bezahlung etwas aktiv „optimieren“ o. Ä.
    Aus Kundensicht will man ein einfaches und sicheres Produkt. Einmal innerhalb von ein paar Minuten eingerichtet, und mit quasi keinem Aufwand bis zur Rente laufen lassen.

    Aus Sicht von ING mag es verlockend sein, hier noch etwas mehr Geld mit dem Produkt zu verdienen, immerhin ist es eine staatliche Sache inkl. Zuschüssen.

    Aber es ist ja schon benutzerfreundlich und begrüßenswert, dass man auch problemlos jederzeit sein AV-Depot zu einem anderen Anbieter umziehen kann. Innerhalb der ersten 5 Jahre kostet das zwar leider einmalig 150€, aber ab 5 Jahren und einem Tag ist das kostenfrei möglich.

  3. Peter 👋

    Ich finde es schon witzig, wie er um die Kosten herrumschwadroniert.

    1. Valentin ☀️

      Das ist gezielte Öffentlichkeitsarbeit, dass man schon mal seinen Standpunkt setzt, bevor man die Kosten endgültig verkündet. Kostenfrei wirds nach den Aussagen nicht, da bin ich ziemlich sicher.

  4. RoyBer 🏅

    Wenn die ING wirklich Gebühren für dieses AV Depot verlangen sollte, wird das ein absoluter Rohrkrepierer. Bei Trade Republic knallen die Sektkorken.

    1. Mårtiň 💎

      Noch gibt es ja keine Informationen zu den Kosten, allerdings lässt der Aufbau des gesamten Interviews schon vermuten, dass die ING kein komplett kostenloses AV Depot anbieten wird. 🫥

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