Glasfaser bei Unwettern: Warum DSL und Kabel im Nachteil sind
Glasfaseranschlüsse sind laut einer Recherche von Verivox bei Gewittern, Hochwasser und Hitze weniger anfällig als DSL und Kabel.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Übertragungstechnik. Während DSL und Kabel-Internet zumindest auf Teilen der Anschlussstrecke elektrische Signale über Kupferleitungen transportieren, nutzt Glasfaser Lichtsignale. Dadurch können elektromagnetische Störungen und Überspannungen nicht auf demselben Weg über die Glasfaserleitung eindringen.
Vollständig vor Blitzschäden geschützt sind Haushalte damit allerdings nicht. Router, Glasfasermodem und weitere Netzwerkgeräte benötigen weiterhin Strom und können bei Überspannungen beschädigt werden. Verivox warnt zudem davor, nach einem Anschlusswechsel alte Kupferleitungen unnötig mit dem Router verbunden zu lassen.
Glasfaser bietet Vorteile bei Hitze und Hochwasser
Auch bei extremen Temperaturen sieht Verivox Vorteile für Glasfasernetze. Klassische DSL- und Kabelnetze benötigen mehr Energie und erzeugen entsprechend mehr Abwärme in ihrer aktiven Infrastruktur. Das erhöht bei Hitze den Kühlbedarf und kann die Technik stärker belasten.
Bei Hochwasser sind Glasfaserkabel ebenfalls vergleichsweise widerstandsfähig. Die Datenübertragung kann grundsätzlich auch bei Wasserkontakt funktionieren, sofern Kabel und Verbindungen intakt bleiben. Dringt Wasser hingegen in Muffen, Steckverbindungen oder elektronische Geräte ein, drohen auch hier Ausfälle.
Notstromversorgung bleibt eine Schwachstelle
Wie widerstandsfähig Telekommunikationsnetze tatsächlich sind, hängt deshalb nicht allein von den verlegten Leitungen ab. Auch Verteilerstandorte, Stromversorgung und baulicher Schutz spielen eine Rolle.
Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 empfahl die Bundesnetzagentur 2022 einheitliche Vorgaben zur Notstromversorgung. Verbindlich sind diese bislang nicht. Ende August 2026 kündigte die Bundesregierung immerhin eine Prüfung der gesetzlichen Regelungen an.
Glasfaser bietet somit technische Vorteile bei Extremwetter, garantiert aber keinen unterbrechungsfreien Internetzugang. Gerade bei großflächigen Stromausfällen zeigt sich, dass ein robuster Anschluss nur so zuverlässig ist wie die Infrastruktur dahinter.
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