Der ADAC reagiert mit einer Klarstellung auf Kritik an Aussagen seines Verkehrspräsidenten zu steigenden Spritpreisen.

Zum Jahreswechsel ist der CO₂-Preis auf 55 bis 65 Euro je Tonne gestiegen, was Benzin und Diesel um mehrere Cent pro Liter verteuerte. In einem Interview hatte ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand diese Entwicklung im Rahmen der Klimapolitik verteidigt. Laut Medienberichten sorgten die Aussagen bei vielen der über 22 Millionen Mitglieder für Unmut.

Der Automobilclub teilte in einer Stellungnahme mit, die Aussagen seien verkürzt dargestellt worden. Der ADAC spreche sich für Klimaschutz aus, fordere aber zugleich Entlastungen für Autofahrer. Als Beispiele nennt der Club die erhöhte Pendlerpauschale und gesenkte Netzentgelte beim Haushaltsstrom.

Nach eigenen Angaben habe es eine mittlere vierstellige Zahl an Austritten gegeben. Zudem räumt man ein, dass es wegen des Interviews viele Nachfragen vonseiten der Mitglieder gibt.

Automobilclubs mit unterschiedlichen Positionen zur Mobilität

Die große Mehrheit der Mitglieder fährt weiterhin Fahrzeuge mit Benzin oder Diesel. Auch bundesweit dominieren Verbrenner, während Elektroautos und Plug-in-Hybride nur einen kleinen Anteil am Fahrzeugbestand haben. Gleichzeitig zeigen Marktdaten, dass sinkende Ölpreise den Anstieg des CO₂-Preises zeitweise ausgeglichen haben.

Der Automobilclub von Deutschland vertritt eine deutlich kritischere Haltung. Laut AvD setzen steigende Energie und Kraftstoffpreise viele Autofahrer finanziell unter Druck. Der Club fordert Entlastungen an der Tankstelle und eine transparente Preisgestaltung beim Laden von Elektrofahrzeugen. Zudem spricht sich der AvD für einen Technologiemix aus, in dem Verbrenner, Hybridantriebe und alternative Kraftstoffe weiter eine Rolle spielen.

Ich halte es für nachvollziehbar, dass die Debatte die Interessen vieler Autofahrer berührt, da hier Kosten, Klimaziele und individuelle Mobilität unmittelbar aufeinandertreffen. Zudem ist es ein Fakt, dass der CO₂-Preis bisher keine große lenkende Wirkung bei Privatkunden erzeugt hat und oftmals einfach als zusätzliche Belastung empfunden wird.

Die Europäische Union hatte noch im vergangenen Jahr beschlossen, das neue CO₂-Preissystem für Heizen und Tanken um ein Jahr auf 2028 zu verschieben.


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  1. VW-fan 🌟

    Der ADAC Mann hatte absolut recht. Wenn die EU-Regeln in Kraft treten hat sich der niedrige CO2 Preis eh erledigt. Im übrigen ist CO2-Bepreisung und Emissionshandel das nachweislich weltweit erfolgreichste Klimaschutzwerkzeug. Man kann viel Leute ausschließlich über den Geldbeutel lenken und nicht mit Vernunft. Dies ist traurige Realität.

  2. RolliC 🎖

    Es ist ganz einfach… Der Herr ist in erster Linie für seine Mitglieder verantwortlich und inzwischen sollte ja auch der letzte Linke verstehen… : Wenn Sprit, Gas, Strom (Energie) nicht bezahlbar sind, dann geht das System inkl. Sozialstaat den Bach herunter…

    Das empört die Leute im Endeffekt… Nicxht mehr und nicht weniger…

    1. Dom 🏆

      Das ist mir viel zu einfach. Es gibt genügend Möglichkeiten die gestiegenen Kosten für klimaschädliche Emissionen auszugleichen. Aber da haben die Springer-Presse und die rechts-konservativen was dagegen.

  3. zoula ☀️

    Schade auch hier wieder zu beobachten, dass Stellungnahmen keine lange Laufzeit haben, sobald etwas Gegenwind auftaucht. Ich vermisse in vielen Bereichen Courage und Überzeugungen.
    Warum kann der ADAC nicht einfach zu seiner „Meinung“ stehen?

    1. JH ☀️

      Kann er, dann muss er aber halt auch damit leben dass die Mitglieder austreten. :) Ich fahre auch Elektroauto und finde dieses Aufzwingen bzw die CO2 Steuer schrecklich.

      1. Dom 🏆

        Was genau findest du an der CO2 Steuer schrecklich?

  4. rogh 💎

    Das ist so lächerlich, wie hier ein Skandal künstlich erzeugt wird. Es sind unter 10000 Mitglieder, die ausgetreten sind oder laut meckern. Wen interessiert es bei 22 Millionen Mitgliedern. Letztes Jahr sind wohl 400000 neue Mitglieder dazugekommen.

    Es ist dieser typische Empörungsjournalismus und die nächste Sau durchs Dorf jagen.

    Jeder vernünftige Mensch weiß, dass Verbrenner wegen des CO₂-Ausstoßes und dem Verbrennen einer kostbaren Ressource, die man für andere Sachen benötigt, ein Irrweg ist und es nur noch in bestimmten Ausnahmenfällen als Kraftstoff verwendet werden wird.

    Aber Empörung ist heute so einfach, wenn man das dank Social-Media so reichweitenstark machen kann.

    Davon ab schwankt der Benzinpreis täglich (!) höher, als der Mehrpreis durch die CO₂-Abgabe. Aber da schreit keiner danach.

    1. Robert 💎

      Naja, nicht jeder tritt gleich aus, nur weil er die Aussagen Scheiße findet. Ich denke ein Großteil der ADAC Mitglieder fahren Verbrenner und fanden die Äußerungen komplett daneben aber deswegen kündigt man halt nicht gleich. Man ist ja aus gewissen Gründen beim ADAC.

      1. rogh 💎

        Laut Medienberichten sorgten die Aussagen bei vielen der über 22 Millionen Mitglieder für Unmut.

        Und dann ist dort ein Video von W*lt verlinkt. W*lt ist die Definition von Empörungspresse. Man muss einfach täglich News produzieren und gleichzeitig ist der Verlag ja sehr konservativ und gegen BEV würde ich mal behaupten und pro Verbrenner.

        1. René Hesse ♾️

          Ich kann auf dem bayerischen Rundfunk verlinken oder ganz viele andere Medien, die darüber berichtet haben, hier ging es einfach um das Video und die Stellungnahme. Generell denke ich aber auch, dass die wenigsten Mitglieder direkt kündigen werden, nur weil sie solche Aussagen schräg finden.

          1. rogh 💎

            Ja das kannst du René. Angestoßen wurde aber der ganze „Skandal“ durch die B*ld vor wenigen Tagen.

            1. René Hesse ♾️

              Ich finde nicht, dass es ein Skandal ist und das Interview stammt ja auch nicht aus der Bild, verschiedene Medien, auch durchaus seriöse, haben das Interview und die Reaktion darauf aufgegriffen, nur die Bild hat es als Boulevardzeitung natürlich sehr drastisch vermittelt https://www1.wdr.de/fernsehen/aktuelle-stunde/alle-videos/adac-boss-fordert-hoehere-spritpreise-mitglieder-sauer-100.html wenn sich viele Nutzer empört über solche Aussagen äußern, ist eine Berichterstattung schon auch Aufgabe der Medien und das haben viele Seiten aus allen möglichen Lagern gemacht. Im Kern geht es ja gerade darum, ob der CO₂-Preis überhaupt der richtige Weg ist. Bisher hat er ja wenig bewirkt. Und solche Diskussionen müssen auch geführt werden.

        2. rogh 💎

          gleichzeitig ist der Verlag ja sehr konservativ und gegen BEV würde ich mal behaupten und pro Verbrenner.

          Ich korrigiere mich: Der Verlag ist pro alles, was kontrovers ist und damit Klicks generiert, sich lange ausschlachten lässt und damit Geld durch Werbung in die Kassen spült.

      2. Philipp 🔆

        Ich glaube eher, dass die Mehrheit einfach in der Lage ist zu differenzieren und die Aussage im Kontext verstehen ohne sie als persönlich Beleidigung zu empfinden.
        Ganz davon abgesehen, dass ein Großteile der ADAC Mitglieder hauptsächlich aufgrund des Pannenschutzes und nicht aus Lobby Interessen eine Mitgliedschaft abgeschlossen haben.

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