Asus stoppt Smartphone-Verkauf in Deutschland

Seit einigen Tagen hat Asus den Verkauf von Smartphones und Tablets in Deutschland gestoppt. Grund sollen „Patentprobleme“ sein.

Wer aktuell auf der Asus-Website vorbeisurft, dem wird eines eventuell auffallen: Alle aktuelleren Smartphones und Tablets der Zen-Serie sind dort verschwunden. Betroffen sind alle Geräte mit Android-Betriebssystem. Die Smartwatch ZenWatch 3 wird allerdings noch aufgeführt. Gegenüber Heise Online bestätigte Asus den Sachstand und gibt  als Grund nur kurz „Patentprobleme“ an.

Surft man zudem im Asus Shop vorbei, dann sieht man nicht nur den Status „Nicht lieferbar“ an den Produkten sondern auch direkt zwei rote Hinweise:

Smartphones mit Android 5.0 oder höher sind derzeit nicht in Deutschland erhältlich.

Tablets mit Android 5.0 oder höher sind derzeit nicht in Deutschland erhältlich.

Festzustellen ist, dass die meisten aktuellen Asus-Modelle allerdings noch im freien Handel verfügbar sind. Der Lieferstopp soll zudem nur Deutschland betreffen. In den nächsten Wochen ist hier vermutlich mit einer Klärung zu rechnen, wenn die Asus-Geräte mit einem Patch versorgt wurden.

Soeben erreicht uns folgende Stellungnahme von Asus:

Gegen die ASUS Computer GmbH und ASUSTeK Computer Inc. ist in erster Instanz ein Urteil vor dem Landgericht Mannheim ergangen, aus dem die Klägerin, Koninklijke Philips N.V., nun die vorläufige Vollstreckung betreibt. Dieses Urteil verbietet es ASUS, die streitgegenständlichen Produkte anzubieten, zu verkaufen und zu bewerben. Gegen das Urteil wurden bereits Rechtsmittel eingelegt.

Betroffen sind alle Geräte mit Bildschirm, welche mit Android 5.0 oder höher ausgeliefert werden. Diese verletzen laut dem nicht rechtskräftigen Urteil ein Patent von Philips, in dem es um die Darstellung der Liste der zuletzt verwendeten Anwendungen geht. Wir möchten insbesondere darauf hinweisen, dass es sich hierbei um eine Funktion des Android-Betriebssystems handelt, welche gleichermaßen viele Hersteller solcher Geräte betrifft. Es ist Zufall, dass gerade das Verfahren gegen ASUS, als eines von mehreren gegen verschiedene Hersteller, als Erstes zum Abschluss gekommen ist, so dass zuerst aus diesem Urteil vollstreckt werden kann.

Ein Patch wurde seitens Google entwickelt und ist seit Anfang Oktober erhältlich. Diese Update muss nun durch die Hersteller auf die jeweiligen Produkte angepasst und eingespielt werden. Geräte, welche mit diesem Update hergestellt werden, unterfallen nicht mehr der Vollstreckung. Diese können also wieder angeboten und beworben werden. In der Firmenzentrale wird mit Hochdruck an der Implementierung dieser Lösung für alle aktuellen Produkte gearbeitet.

Kürzlich erst hatte Vodafone den Verkauf von HTC-Smartphones eingestellt, ebenfalls wegen Patentproblemen.

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