Die Bundesregierung prüft nationale Regeln gegen suchtfördernde Mechanismen sozialer Medien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Das erklärte das Bundesfamilienministerium im Digitalausschuss des Bundestages. Neben möglichen Altersgrenzen stehen eine zuverlässige Altersprüfung und strengere Vorgaben für Plattformbetreiber zur Diskussion. Konkrete nationale Regelungen sind bislang nicht beschlossen.
Nach einer DAK-Studie aus dem Jahr 2026 zeigen rund 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren eine riskante Mediennutzung oder Anzeichen einer Abhängigkeit.
Social Media: Altersgrenzen und strengere Vorgaben für Meta
Die Bundesregierung unterstützt europäische Regelungen für ein Mindestalter in sozialen Netzwerken. Dazu werden der geplante EU Kids Act und der Digital Fairness Act diskutiert. Parallel prüft die Regierung nationale Maßnahmen, die bereits vor einer europäischen Einigung greifen könnten.
Im Digitalausschuss musste sich auch Meta Fragen zum Jugendschutz auf Instagram und Facebook stellen. Hintergrund war unter anderem ein Vergleich in den USA über 18 Milliarden US-Dollar, verteilt auf zehn Jahre.
Zu den dort vereinbarten Schutzmaßnahmen gehören:
- Ein tägliches Nutzungslimit von zwei Stunden mit elterlicher Freigabemöglichkeit
- Nächtliche Zugangsbeschränkungen
- Verborgene Likes und ein Verbot extremer Beauty-Filter
Meta verwies auf bereits bestehende Teen-Konten für 13- bis 17-Jährige. Diese sind standardmäßig privat, schränken Nachrichten von Fremden ein und erinnern nach 60 Minuten an eine Pause. Zwischen 22 und 7 Uhr ist ein Ruhemodus vorgesehen.
Auf die Frage, warum in Europa andere Schutzstandards gelten als in den USA, verwies Meta auf unterschiedliche Rechtslagen. Konkrete Nutzungszahlen zu den elterlichen Kontrollfunktionen blieb das Unternehmen zunächst schuldig.
Für Jugendliche und Eltern in Deutschland ändert sich durch die Beratungen vorerst nichts. Die Diskussion macht allerdings deutlich, dass künftig nicht nur Altersgrenzen, sondern auch die Gestaltung sozialer Netzwerke selbst stärker reguliert werden könnte.
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