Cloud-Ausfälle: Homematic IP von eQ-3 verärgert Nutzer

Homematic Ip

Die eQ-3 AG ist nicht sonderlich bekannt, sehr wohl aber ihre Produkte. Das Unternehmen produziert und vertreibt unter anderem das Smart-Home-System Homematic IP.

HomeMatic von eQ-3 ist seit Jahren eine bekannte Größer im Bereich Smart Home. Das System hatte im Laufe der Zeit einen onlinebasierten Nachfolger bekommen, der Homematic IP heißt. Auch zu eQ-3 gehört die Marke „MAX!“ und als Auftragsfertiger zeigt sich das Unternehmen für RWE SmartHome bzw. innogy SmartHome und QIVICON verantwortlich. Auch Magenta SmartHome der Telekom setzt für viele Komponenten auf eQ-3. So viel erstmal zur Einordnung.

Der Testsieger

Wer sich mit dem Thema Smart Home und dessen (einfache) Steuerung über as Internet sowie mittels Sprachassistenten interessiert, der stolpert früher oder später zwangsläufig über Homematic IP von eQ-3. Das System ist weit verbreitet, wird von sehr vielen Shops unter anderem in Form von verschiedenen Startersets verkauft und wurde sogar mit Abstand Testsieger bei Stiftung Warentest.

Auch ich habe mich dafür entschieden und erlebe daher hautnah mit, wie sich Homematic IP schlägt. Zunächst sei gesagt, die Einrichtung ist kinderleicht, auch die Online-Anbindung und die Verknüpfung mit Alexa oder dem Google Assistant lässt sich so für Einsteiger realisieren.

Die Komponenten sind zudem allesamt optisch schlicht und ansprechend sowie top verarbeitet. Es handelt sich um ein App-only-System, die App ist aber durchaus brauchbar und wird stetig erweitert.

Cloud-Ausfälle gehören dazu

Der Cloud-Dienst hinter Homematic IP verursacht keine Zusatzkosten. Dies ist vermutlich auch der Grund, warum man als Kunde bereit ist, bei der Anschaffung des Systems etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Klingt alles eigentlich ziemlich gut. Ja, ist es auch. Wenn eQ-3 es endlich mal auf die Reihe bekommen würde, eine weitestgehend ausfallsichere Cloud-Anbindung zu gewährleisten.

Ich nutze Homematic IP jetzt seit ziemlich genau einem Jahr und was sich eQ-3 in dieser Zeit Sachen Cloud erlaubt hat, ist im Grunde nicht mehr in Worte zu fassen. Die Ausfallsicherheit scheint bei diesem Unternehmen genau so viel Priorität zu haben, wie verspätete und unwissende Standardantworten des Facebook-Supports.

Spätestens alle zwei bis drei Wochen bricht alles zusammen, ab und an auch mehrfach pro Woche. Wer das System nutzt, der kennt das blaue Blinken des Homematic IP Access Points, welches auf eine Störung der Clouddienste hinweist, nur zu gut.

Versteht mich nicht falsch: Ich bin der letzte, der sich aufregt, wenn mal etwas unrund läuft. Die App pusht dem Nutzer sogar vorher eine Info, wenn planmäßige Wartungsarbeiten anstehen. Das wäre alles so schön, wenn es denn auch funktionieren würde.

Auf Facebook oder bei Amazon und allen anderen Plattformen, die eine Bewertung erlauben, hagelt es immer wieder miese Bewertungen für Homematic IP für genau diese Ausfälle (und nur für diese, der Rest wird durch die Bank weg gelobt) und das seit Monaten. Besserung? Nicht in Sicht. Behebung von Cloud-Problemen am Wochenende? Ha ha, vergiss es!

Ein über die Cloud steuerbares Smart Home-System für hunderte oder gar tausende Euro, welches dann einfach nicht mehr funktioniert. Geil, oder? Eco-Modus an, Alarm scharf oder ausschalten, Temperatur per App regeln? Möp! Fehlanzeige, weil die Cloud spinnt. Zum Glück kann man die Temperatur noch direkt am Heizkörper regeln.

Weitere Infos zum Ausfall von Homematic IP.

Cloud-Abhängigkeit

Das führt einem wieder mal mit voller Breitseite vor Augen, wie abhängig man sich von solchen Herstellern macht. Das weiß man alles, lange bevor man solche Hardware kauft, aber irgendwie rechnet man auch nicht mit so viel Unfähigkeit.

Heutzutage wären viele Geräte ein Haufen Elektroschrott, wenn die Hersteller die „Cloud“ abschalten würden. Das ist schon lange so und nicht nur bei Hardware mit Cloud-Anbindung der Fall. Das hat alles Gründe, teilweise sogar nachvollziehbare, die sind dir als Kunde nach dem x-ten Ausfall aber auch irgendwann egal.

Ein Fazit? Schwierig, eigentlich habe ich eher einen Wunsch und zwar, dass Hersteller trotz den schier unendlichen und auch komfortablen Möglichkeiten einer Cloud-Anbindung nicht ganz vergessen, dass auch eine lokale Grundfunktionalität von Hardware sehr wünschenswert wäre.

Und im Fall von eQ-3 und Homematic IP habe ich nur eine Bitte: Holt euch endlich jemanden ins Boot, der Ahnung von Cloud-Systemen und deren Ausfallsicherheit hat!

Homematic IP erklärt die Probleme.

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