Die Deutsche Bahn verzeichnet 2025 einen weiteren Rückgang der Pünktlichkeit im Fernverkehr und bestätigt strukturelle Probleme im Schienennetz.

Die Pünktlichkeit der Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn hat im Jahr 2025 einen neuen Tiefstand erreicht. Laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ kamen nur 60,1 Prozent der ICE- und IC-Züge pünktlich an ihrem Ziel an.

Damit sank die Quote erneut im Vergleich zu 2024, als sie noch bei 62,5 Prozent gelegen hatte. Nach Bahn-Definition gilt ein Zug bereits ab einer Verspätung von sechs Minuten als unpünktlich.

Im langfristigen Vergleich zeigt sich ein deutlicher Abwärtstrend. Während 2015 noch 74,4 Prozent der Fernzüge pünktlich unterwegs waren, ist die Quote in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Besonders betroffen ist der Fernverkehr, da sich dort Störungen stärker auswirken als im Regionalverkehr.

Pünktlichkeit und Ursachen im Fernverkehr der Deutschen Bahn

Als Hauptursachen für die Verspätungen nennt die Deutsche Bahn den schlechten Zustand der Infrastruktur. Viele Strecken gelten als marode und sind gleichzeitig stark frequentiert. Hinzu kommen zahlreiche Baustellen sowie überlastete Knotenpunkte im Netz, vor denen sich Züge regelmäßig stauen. Diese Faktoren führten 2025 zu einer hohen Störanfälligkeit im Betrieb.

Ein Bahnsprecher bestätigte die genannten Zahlen und verwies auf einen angekündigten Reform- und Investitionskurs. Laut Unternehmensangaben sollen Bundesinvestitionen von rund 23 Milliarden Euro im Jahr 2026 sowie Maßnahmen unter der neuen Bahnchefin Evelyn Palla zu einer Stabilisierung beitragen.


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  1. Maximilian 🔱

    Mir ist es immer noch schleierhaft warum der Staat nicht endlich in seinem Unternehmen eingreift! Es ist absolut peinlich in der Welt so ein staatliches Unternehmen anzusehen.

    1. Stefan K. 🔅

      Weil die DB noch immer eine Aktiengesellschaft ist und dem Privatunternehmensrecht untersteht. Ich vermute, dass der Staat unter diesen Umständen auch als Quasi-Eigentümer nicht eingreifen kann, um nicht den Verdacht der politischen Einflussnahme zu erwecken. Allerdings würde ich es durchaus befürworten, eine Umwandlung in einen rein staatlichen Betrieb zumindest ernsthaft zu überprüfen.

      1. Alfons 🌀

        Dann sollen die sich entscheiden, staatlich oder Aktienunternehmen zu sein. Weil weder Fisch noch Fleisch hat es ja offenbar in den letzten Jahrzehnten nicht gebracht.

    2. Ronald 💎

      Um vielleicht Stefan K’s Erklärungen noch etwas hinzuzufügen.
      Die Bahn wurde über Dekaden auf Verschleiß gefahren.
      Heute muss alle „neu“ gemacht werden. Das geht nicht mal so hoppla di hopp.
      Nun braucht es Jahre und ein mehrfaches an Investitionen (ggü. Wartung/ Unterhalt) um auf ein annehmbares Niveau zu kommen.

      1. Stefan K. 🔅

        Sprich, maximale Nutzung bei minimalsten Ausgaben. Diese Strategie rächt sich jetzt, aber den Managern in der Führungsebene kann es eh egal sein, die bekommen ihr Gehalt und ggf. Abfindung, wenn sie einen schlechten Job gemacht haben, um gegen den nächsten Manager ähnlichen Kalibers (und höchstwahrscheinlich noch mehr Gehaltsforderungen) ersetzt zu werden.

        Ein einziges Trauerspiel….

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