Eine neue BearingPoint-Studie zeigt, dass Verbraucher in Deutschland Nachhaltigkeit zunehmend beachten, ihr Verhalten jedoch stark vom Preis und Vertrauen beeinflusst wird.
Die aktuelle Ausgabe des Sustainable Retail Barometer der Management- und Technologieberatung BearingPoint zeigt ein wachsendes Nachhaltigkeitsbewusstsein in Deutschland. Gleichzeitig bleibt die Kluft zwischen Anspruch und tatsächlichem Kaufverhalten bestehen, da Entscheidungen häufig durch Kosten und Skepsis gegenüber Marken geprägt sind.
62 Prozent der Verbraucher berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte bei Kaufentscheidungen, liegen damit aber unter dem europäischen Durchschnitt. Auch das Vertrauen in nachhaltige Aussagen von Unternehmen bleibt begrenzt, wodurch Transparenz und Glaubwürdigkeit für Händler und Hersteller an Bedeutung gewinnen.
Zahlungsbereitschaft und Konsumtrends im Wandel
In Deutschland zeigt sich laut Studie eine starke Polarisierung bei der Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Produkte. Ein Teil der Verbraucher akzeptiert deutlich höhere Preise, während ein ähnlich großer Anteil jegliche Aufpreise ablehnt. Diese Entwicklung führt laut BearingPoint zu stark unterschiedlichen Marktsegmenten mit unterschiedlichen Erwartungen.
Zirkuläre Konsumformen verändern sich ebenfalls. Während Secondhand-Käufe und Reparaturen teilweise an Bedeutung verlieren, steigt die Nutzung von Mietmodellen deutlich. 58 Prozent der Befragten greifen bereits auf solche Angebote zurück, insbesondere jüngere und besser gebildete Gruppen.
- 84 Prozent nutzen Pfandsysteme oder Großgebinde
- 83 Prozent bevorzugen regionale Produkte
- 79 Prozent kaufen Bio-Lebensmittel
- 29 Prozent reduzieren den Konsum tierischer Produkte
Im Lebensmittelsektor zeigt sich Deutschland weiterhin besonders nachhaltig orientiert und liegt bei mehreren Kriterien über dem europäischen Durchschnitt. Gleichzeitig bleibt auch hier die Bereitschaft zu Preisaufschlägen stark gespalten, was die Marktbedingungen zusätzlich differenziert.
Ein großer Teil der Verbraucher gibt nicht mehr benötigte Produkte weiter oder spendet sie, häufig im persönlichen Umfeld oder an Organisationen. Laut Studie ist diese Form der Weitergabe fest im Alltag verankert, hauptsächlich bei jüngeren Zielgruppen.
Ich halte die Ergebnisse für ein deutliches Signal, dass Nachhaltigkeit im Alltag angekommen ist, aber wirtschaftliche Faktoren und Vertrauen weiterhin entscheidend dafür bleiben, wie konsequent sie tatsächlich umgesetzt wird.
Jetzt mobiFlip kostenlos auf WhatsApp folgen und informiert bleiben!
