Die Senioren-Union fordert ein Recht auf ein analoges Leben. Damit sollen Behördengänge und Bankgeschäfte auch ohne Internetzugang weiterhin möglich bleiben, um die Teilhabe älterer Menschen zu sichern.

Die Forderung wurde vom kommissarischen Bundesvorsitzenden der Senioren-Union, Helge Benda, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erläutert. Er betonte, dass ältere Generationen in einer analogen Welt aufgewachsen seien und digitale Technik zwar nutzen würden, sie jedoch nicht im Mittelpunkt ihres Lebens stehe.

Laut Benda sei es daher notwendig, Alltagsbereiche wie Verwaltung oder Bankwesen auch ohne digitale Zugänge offenzuhalten.

Recht auf analoges Leben als politische Forderung

Das Thema ist Teil mehrerer Anträge für die Bundesdelegiertenversammlung der Senioren-Union, die in Magdeburg stattfindet. Nach Angaben der Organisation solle der analoge Zugang zu wichtigen Lebensbereichen ein Ausdruck von Selbstbestimmung und Würde im Alter sein.

Die Senioren-Union ist eine Vorfeldorganisation der CDU und nimmt die Interessen von Menschen über 60 Jahren in den Blick. Zum Stichtag Ende 2024 betrug der Anteil der über 60-Jährigen 30,5 % der Gesamtbevölkerung.

Ich finde die Forderung im Ansatz nachvollziehbar, da nicht alle älteren Menschen mit digitalen Systemen zurechtkommen. Gleichzeitig frage ich mich, ob es realistisch ist, dauerhaft parallele Strukturen für analoge und digitale Angebote aufrechtzuerhalten.

Das wird wahrscheinlich eher eine Übergangslösung bleiben, denn die nächsten älteren Generationen sind schließlich mit vergleichsweise moderner Technologie aufgewachsen. Doppelstrukturen für Menschen, die sich dieser Technologie grundsätzlich verweigern, erachte ich nicht als erstrebenswert.


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  1. Robert 🌀

    Doppelstrukturen sind strickt abzubauen. Das verursacht nur sinnlos Kosten. Dann lieber ein paar Mitarbeiter in Sozialbehörde schulen, an die sich ältere Menschen wenden können, wenn sie nicht weiter kommen.

  2. faceofingo 🌀

    Ich kann beide Seiten gut verstehen. Ich kenne >70 Personen, die gegensätzlicher kaum sein können.
    Da ist die eine Seite, die können mit einem Handy gerade mal telefonieren, SMS ist schon zu viel, die nutzen aber auch ein Seniorenhandy.
    Meine Schwiegermutter, hat sich soweit mit einem Smartphone angefreundet, dass sie (nach einer gewissen Einweisung von mir und meiner Frau) Ihren Kontostand abfragen und mit einem Waipu-TV-Stick Internetfernsehen benutzt.
    Als 3te Gruppe kenne ich Ü75 Jährige, die haben sich noch eine PV-Anlage mit WP und Wallbox montieren lassen, beobachten und hantieren auf Ihrem Smartphone mit dem HEMS, die haben dann noch ein Elektroauto und lungern auf f, TikTok und anderen Social Media Plattformen rum.

  3. Thomas 🍀

    Was für eine Bushitidee! Ich selbst werde im nächsten Monat 67 und mir gibt es viel zu wenig Digitalisierung. Sollte es daran liegen, dass ich damals bereits mit dem Amiga 2000 Blut geleckt habe und seitdem die meisten Entwicklungen aktiv begleitet habe?

  4. Christian 🔅

    Kannst du dir nicht ausdenken……

  5. mccrain 👋

    Das Argument „dass ältere Generationen in einer analogen Welt aufgewachsen seien“ finde ich furchtbar. Toilette mit Wasserspülung, E-Bike, Internet, Heizung ohne Kohle uvm. nutzen sie vermutlich doch auch gerne, obwohl sie in einer anderen Welt aufgewachsen sind.
    Für jede Generation gab und gibt es irgendwann den Moment, wo man das Gefühl hat, nicht mehr mitzukommen. Wenn ich mich nicht irre, gibt es in Ländern, wo ziemlich alles digitalisiert wurde, Anlaufstellen, wo Helfende Hilfesuchende in digitalen Problemen unterstützen. So kann man m. M. n. gemeinsam in die Zukunft gehen, ohne kostenintensiv parallele Strukturen betreiben zu müssen.

  6. Felix 🔆

    Gebe deinem letzten Absatz recht. Als Übergang ok, auf Dauer nicht.

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