Donald Trump will das Internet nicht hergeben

Donald Trump bei einer Rede auf der Conservative Political Action Conference 2015 in Washington (Bild: CC BY-SA 3.0

Die Tage, in denen man die hochfliegenden Ambitionen von Donald Trump lächelnd bei Seite schieben konnte, sind leider vorbei. Der Alptraumkandidat der republikanischen Partei erklärte jetzt, dass er den Kongress auffordern werde die Kontrolle über die DNS-Rootzone nicht wie geplant an die ICANN zu übergeben, weil er sie für ein Werkzeug der UNO hält, mittels dessen China und Russland das Internet beherrschen könnten.

Um Freiheit im Internet für Amerikaner und alle Weltbürger zu schützen, möchte Donald Trump die lange geplante Übergabe der Verwaltung der Rootzone an die ICANN verhindern. Die Begründung wirkt wenig überraschend abenteuerlich und von einem grundlegenden Missverständnis der Gegebenheiten geprägt.

Die Übergabe der Kontrolle über das Internet an die Vereinten Nationen und die Internationale Gemeinschaft sei ein Fehler und gefährde die Freiheit von US-Bürgern und aller Nutzer im Internet, lies Donald Trump über seinen Strategieberater verlauten. Diesen Schritt habe US-Präsident Obama eigenverantwortlich durchgesetzt und die demokratische Kandidatin Clinton weigere sich das Internet zu schützen.

Lasst China und Russland nicht rein

Trumps Vorstoß ist getrieben von der irrigen Annahme, die Übergabe der Rootzone-Verwaltung gäbe das Internet an die Vereinten Nationen. Tatsächlich war und ist Ziel der Umstrukturierung die Kontrolle über das Internet vor politischer Einflussnahme durch Regierungen zu schützen. Der Vorgang wird seit 1998 geplant, erwies sich als extrem anspruchsvoll und verzögerte sich immer wieder.

Die Internet Corporation for asigned names and numbers (ICANN) ist eine prinzipiell unabhängige Organisation, die sich aus dem Verkauf von Top-Level-Domains finanziert. Politische Einflüsse auf sie sind allerdings nicht gänzlich ausgeschlossen. Bis dato obliegt die Verwaltung der DNS-Rootzone noch immer dem US-Handelsministerium.

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