Elektroautos lösen das Feinstaub-Problem nicht – Forscher messen gefährlichen Reifenabrieb

Eine neue Studie misst erstmals in Deutschland, wie viel Plastik Stadtbewohner täglich einatmen.
Forscher des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) und der Universität Oldenburg haben Feinstaubproben in Leipzig analysiert und dabei festgestellt, dass rund 4 Prozent der Feinstaub-Masse aus Plastik bestehen.
Laut den Studienergebnissen geht etwa zwei Drittel dieses Plastikanteils auf Reifenabrieb zurück. Hochgerechnet atmen Menschen in Leipzig demnach täglich rund 2,1 Mikrogramm Plastik über die Luft ein.
Die Probenahme fand zwei Wochen lang im September 2022 an einer stark befahrenen Ausfallstraße in Leipzig statt. Die Forscher setzten dabei die Pyrolyse-Gaschromatographie-Massenspektrometrie ein, ein Verfahren, das Plastikpartikel chemisch in ihre Bestandteile zerlegt und so präzise identifizierbar macht.
Nach Angaben der Autoren ist dies die erste polymeraufgelöste und nach Grössen sortierte Messung von Mikro- und Nanokunststoffen in der deutschen Stadtluft.
Erhöhtes Sterberisiko durch Plastik-Feinstaub
Auf Basis epidemiologischer Modelle errechnete das Team ein potenziell erhöhtes Mortalitätsrisiko von bis zu 9 Prozent für Herzkreislauferkrankungen und bis zu 13 Prozent für Lungenkrebs.
Laut Studienleiter Prof. Hartmut Herrmann liege dieses Risiko damit über dem allgemeinen PM2,5-Feinstaubrisiko in Europa. Grenzwerte für Plastik in der Luft existieren bisher weder bei der WHO noch in der EU.
Das der überwiegende Anteil an Mikroplastik aus Reifenabrieb besteht, zeigt, dass hier Handlungsbedarf herrscht und sich das Feinstaubproblem nicht allein durch den Umstieg auf Elektromobilität lösen lässt.
Zum Schutz der Gesundheit wäre es wichtig, auch den Reifenabrieb bei der Regulierung der Luftqualität zu berücksichtigen und Grenzwerte für Mikroplastik in der Luft zu erlassen.
– Prof. Hartmut Herrmann vom TROPOS
Ich halte diese Studie für einen wichtigen Impuls, der zeigt, dass die bisherige Debatte über Luftqualität um den Faktor Mikroplastik erweitert werden muss. Die Ergebnisse machen deutlich, dass ein Wechsel zur Elektromobilität allein das Feinstaubproblem nicht löst, solange Reifenabrieb regulatorisch unberücksichtigt bleibt.
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Feinstaub ist eine Mischung aus festen oder flüssigen Partikeln in der Luft, die so klein sind, dass sie eingeatmet werden können und tief in die Lunge, teils sogar in den Blutkreislauf eindringen. Neben Abgasen (Ruß) sind Reifenabrieb und Straßenabrieb wesentliche Quellen. Reifenabrieb gilt als eine der größten Quellen für Mikroplastik in der Umwelt.
Hier ist eine detaillierte Übersicht:
1. Was ist Feinstaub & wie setzt er sich zusammen?
Definition: Feinstaub (PM – Particulate Matter) wird nach Größe eingeteilt, meist in PM10 (Durchmesser < 10 µm) und PM2,5 (< 2,5 µm, lungengängig).
Zusammensetzung: Er besteht aus einem komplexen Gemisch aus Ruß, Mineralstaub, Reifenabrieb, Bremsabrieb, Asche, Blütenpollen, Viren, Sporen sowie Salzen.
Quellen: Neben Verkehr (Abgas, Reifen, Bremse) gehören Heizungen, Industrie, Waldbrände und der Abrieb von Straßenbelägen dazu.
2. Beitrag des Reifenabriebs zum Feinstaub
Anteil am Feinstaub: An stark befahrenen Straßen stammen bis zu 12 % des gemessenen Feinstaubs aus Reifen- und Bremsabrieb.
Mikroplastik: Reifenabrieb ist für ca. 30 % der gesamten Mikroplastikemissionen in Deutschland verantwortlich.
Menge: Es entstehen jährlich über 100.000 Tonnen Reifenabrieb in Deutschland (ca. 1,2 kg pro Reifen).
Umwelt: Der Abrieb wird durch Wind verweht (Feinstaub) oder gelangt durch Regen in den Boden und ins Wasser.
3. Gründe für Reifenabrieb
Die Entstehung ist unvermeidbar und entsteht durch Reibung auf der Fahrbahn. Faktoren sind:
Fahrstil: Starkes Anfahren, abruptes Bremsen und hohe Kurvengeschwindigkeiten erhöhen den Abrieb.
Reifentyp & -zustand: Breitreifen (höhere Auflagefläche), falscher Reifendruck (zu gering) sowie weiche Gummimischungen (Winterreifen im Sommer).
Gewicht des Fahrzeugs: Schwere Fahrzeuge wie SUVs oder Elektroautos (durch das Batteriegewicht) verursachen tendenziell mehr Abrieb.
Fahrbahnbeschaffenheit: Raue Straßenoberflächen erhöhen den Verschleiß.
Dir Lösung: noch mehr schwere SUVs auf dem Markt bringen da die viel schwerer sind als ein normales Auto und dadurch noch mehr Reifenabrieb erzeugen.
Alle mekern das die E Autos teuer sind. Dabei haben sich die teuren SUVs in den letzet 10 Jahre mehr als verdreifacht.
Die Krönung sind die Elektro SUVs die noch schwerer sind und noch mehr Reifenabrieb verursachen. Am besten SUVs gleich aus der Stadt verbieten. Verstehe nicht wieso man so ein großes schweres Auto braucht wenn man es zu 95% in der Stadt fährt und meistens NUR sich selbst also NUR 1 Person von A nach B zu transportieren innerhalb der selben Stadt.
Setzt du dich sonst auch für die Umwelt und gegen Schadstoffe ein oder nur wenn es um SUVs geht?
War eigentlich auch nie der Punkt, das e-Mobilität alleine das Problem beheben würde. Aber eben eine Stellschraube.
Yes, nur Elektro reduziert schon deutlich die Kosten, auch für das Gesundheitssystem. Diese ganzen Stickoxide sind eben auch nicht ohne. Danach kann es weitergehen mit Reifen ohne Abrieb, da gibts auch diverse Konzepte. Da wird sich noch viel tun!
Da gibt es nun also endlich eine Studie, die sich die Zusammensetzung von vier Prozent des Feinstaubs genauer ansieht. Und weil diese Studie zeigt, dass ein Großteil dieser vier Prozent aus Reifenabrieb besteht, schließt man daraus, dass Elektroautos das Feinstaub-Problem nicht lösen.
Da würde mich jetzt schon mal interessieren, wie das Feinstaub-Problem denn genau definiert ist, und was geschehen muss, damit dieses als gelöst angesehen wird.
Geht es hier darum, Feinstaub komplett zu beseitigen? Oder nur den von Menschen verursachten Teil? Oder den verkehrsbedingten Teil? Oder reicht es nicht eventuell auch, einen Teil des Feinstaubs zu vermeiden?
Solange das nicht definiert ist, könnte der Titel dieses Artikels auch lauten „ÖPNV löst das Feinstaub-Problem nicht“ – würde halt etwas weniger Klicks generieren.
Deine konstruierte Logik ergibt keinen Sinn. Es steht nicht zur Debatte, dass der ÖPNV Verbrenner Autos großflächig ablösen soll, sondern das soll das Elektroauto. Zudem ist die Wissenschaft frei in ihren Urteilen und Schlüssen, genau wie die Presse. Und hier Elektroautos in den Kontext zu ziehen, ist genau treffend.
Wenn ich frage, unter welchen Umständen das Feinstaub-Problem als gelöst angesehen wird, ist das also „konstruierte Logik“. Und es gibt durchaus Leute, die dieses und andere Probleme durch Ausbau des ÖPNV lösen wollen.
Was die Freiheit der Wissenschaft angeht, beschäftigt sich die Studie eben nicht mit Elektroautos sondern ganz neutral mit der Zusammensetzung von Feinstaub. Deswegen wird in der Studie auch nirgends behauptet, BEVs würden das Problem nicht lösen.
Das übernimmst in dem Fall eben du – zusammen mit anderen Kollegen. Aber BEVs deshalb direkt in der Schlagzeile zu erwähnen, ist dann eben „genau treffend“ und nicht „konstruiert“.
Der Gedanke basiert auf den Aussagen des Studienleiters Prof. Hartmut Herrmann, die im Beitrag verlinkt sind: https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/plastik-in-der-stadtluft Zitat:
Ich habe das Gefühl, dass du dich nur aufregst, weil Elektroautos die gleichen oder sogar verschärfte Probleme haben wie Verbrenner und dass das hier auch klar benannt wird. Stört es dich, dass dies erforscht wird? Oder stört es dich, dass man darauf hinweist, dass diese Probleme auch bei Elektroautos bestehen? Was genau stört dich? Ich kann dir ehrlich gesagt nicht ganz folgen, weil du zwar viel schreibst, aber wenig sagst.
Die Frage, was mich stört, hatten wir hier schon an anderer Stelle. Also einfach dort nachlesen.
Zurück zur Pferdekutsche in Deutschland !
Find ich echt Witzig . Vor Elektro hat niemand davon geredet.
Ach ja , diese Bösen E Autos die machen alles schmutzig…. es ist doch nur noch LACHHAFT.
Genau diesen Abrieb machen die Verbrenner schon 100 jahre und länger , da hats keine Sau gekümmert.
Elektroautos sind i.d.R. (erheblich) schwerer als ein vergleichbarer Verbrenner. So ist z.B. der ID.3 je nach Ausstattung ca. 500kg schwerer als ein Golf oder ein ID.7 ca. 600kg schwerer als ein Passat.
Dies führt zu erhöhtem Reifenabrieb im Vergleich zum Verbrenner.
Über diese Problematik wird seit Jahren geredet, nur die Studienlage war bisher sehr dünn, und die Regulierung fehlt komplett.
Interessant. Vielleicht ja auch Anlass, bei E-Autotest die (manchmal aberwitzigen) Beschleunigungswerte der schweren Alltagsfahrzeuge nicht mehr herauszuheben oder gar als „sportlich“ herauszustellen.
Oh nein, es wird über Fakten berichtet, in denen auch Elektroautos nicht so gut dastehen, und schon schreien die Fanatiker wieder los. Immer das Gleiche. Vielleicht sollte der Deutsche mal anerkennen, dass die Lösung für viele Probleme einfach deutlich weniger Autos wären und nicht andere Autos.
Robert, ich fasse es nicht. Wir sind einmal gleicher Meinung. Chapeau!
…. Die „deutlich weniger“ sollen aber gefälligst alle nen V6 TDI und 1.200km Reichweite haben 😁
Okay, Plastikpartikel selbst im Mikrogrammbereich können bei dauerhafter Exposition also gesundheitsschädlich sein. Wir reden also von 2-3% der gesamten Feinstaubbelastung. Wichtig zu Einordnung wäre der Vergleich mit definitiv hochgiftigen Feinstaubpartikeln aus Verbrennungsmotoren.
Hier geht es jedoch nicht um Feinstaub durch Verbrennung. Dazu gibt es seit Jahren zahlreiche Abhandlungen, Studien und Berichte, auch von uns. Hier geht es um ein komplett anderes, ebenfalls wichtiges und bisher vernachlässigtes und nicht reguliertes Thema.
und trotzdem sollte man das eine Thema in Relation zum anderen setzen, wenn man so einen Artikel schreibt und veröffentlicht, schließlich fährt ein Auto weder ohne Motor, noch ohne Reifen 😉
Wie wir Artikel schreiben und was im Artikel steht, entscheiden die Autoren selbst. Und hier möchte ich deutlich widersprechen. Es geht gerade nicht um die Relation, sondern um das vernachlässigte Thema. Es in Relationen zu setzen, würde m. E. den Eindruck vermitteln, das Thema wäre kleiner oder unwichtig. Und das Gegenteil ist ja der Fall und genau das zeigt die Studie.
also dann kurz ausführlicher..
Ich finde den Artikel fachlich stark und das Thema Reifenabrieb absolut wichtig, gerade weil es bislang zu wenig Beachtung findet. Was mich aber stört, ist der Rahmen, in den das Ganze gesetzt wird.
Mit einer Überschrift wie „Elektroautos lösen das Feinstaub-Problem nicht“ liefert man am Ende vor allem den Verbrenner-Enthusiasten Argumentationsfutter: „Seht ihr, E-Autos bringen ja doch nichts.“ Das verlangsamt die dringend notwendige Transformation, statt sie zu beschleunigen.
Ja, das Endziel kann und sollte sein, insgesamt weniger Autos zu haben und Verkehr anders zu denken. Aber aktuell sind Autos für viele Menschen das bevorzugte Verkehrsmittel -> und in diesem Rahmen ist es eben ein riesiger Fortschritt, vom Verbrenner auf das Elektroauto umzusteigen. Dieser Schritt wird durch solche Zuspitzungen kleiner geredet, obwohl er objektiv eine klare Verbesserung ist.
Man kann und sollte auf Probleme wie Mikroplastik aus Reifenabrieb hinweisen, ohne dabei ungewollt das Narrativ zu bedienen, dass der Status quo mit Verbrennern „auch nicht schlimmer“ sei. Jede Technologie kommt mit neuen Herausforderungen. Entscheidend ist, dass wir sie als nächsten notwendigen Schritt verstehen.. und nicht als willkommene Steilvorlage, um die alte Technologie künstlich am Leben zu halten.
Der entscheidende Punkt, auf dem die Überschrift basiert, stammt allerdings nicht von mir, sondern vom Studienleiter. Ich fand ihn wichtig, weil man sich nicht der Illusion hingeben darf, dass sich mit der Umstellung auf Elektromobilität alles zum Besseren wendet. Genau das ist der Grund, warum die Überschrift so geworden ist, wie sie ist, und warum der Text so ist, wie er ist. Ich denke, das ist sehr gut vertretbar, führt nicht in die Irre, ist klar und sachlich und wird durch die Studie auch gestützt.
Und wie kommt die Studie jetzt darauf das sich das nur auf Elektroautos bezieht? Auf der viel befahrenen Straße fahren ja auch noch andere Autos, LKWs etc.
Und ein Elektroauto bremst deutlich weniger aufgrund der Rekuperation.
Das steht nicht in der Studie und das ist auch im Beitrag mit keinem Wort erwähnt. Wie kommst du darauf?
LOL, da sieht man mal wie bei der Klimasekte Physik völlig unerwünscht ist.
Wenn Menschen etwas falsch verstehen direkt von „Sekte“ sprechen zeigt auch, wie asozial einige mit dem Thema umgehen. David hat eine Frage gestellt und etwas falsch verstanden, er hat aber nicht so kindisch wie du reagiert und direkt beleidigt.
Artikel überhaupt verstanden?
Ich glaube, du solltest den Artikel (noch)mal lesen. Dort wird beschrieben, dass Elektroautos genauso viel Plastik-Feinstaub erzeugen wie Verbrenner. Ist ja auch zu erwarten, schließlich entsteht dieser nicht im Motor, sondern vor allem durch Reifenabrieb.
Dass die Luftqualität zusätzlich durch andere Faktoren beeinträchtigt wird (z.B. Abgase), ist davon unabhängig.
Vermutlich ist das durch das höhere Gewicht und die meist größeren Reifen selbst bei kleinen Elektroautos sogar ein noch größeres Problem als bei den Verbrennern.
Vermutlich ist bei E-Autos eher weniger Feinstaub da, weil kein Feinstaub als Verbrennungsrückstand und weniger Bremsenabrieb stattfindet. Reifen brauchen nun mal alle Fahrzeuge und wenn man am Abrieb was ändert, könnte das auf kosten der Sicherheit gehen.
Der Titel ist unglücklich gewählt
Hast du den Beitrag und die verlinkte Studie überhaupt gelesen und verstanden? Laut den Studienergebnissen geht etwa zwei Drittel dieses Plastikanteils auf Reifenabrieb zurück. Das ist doch gerade der Punkt, dass das erhebliche Konsequenzen hat. Der Gedanke dahinter ist: Die Lösung ist nicht unbedingt das Elektroauto, sondern weniger Autos.
Naja, der Titel lässt eben darauf schließen, dass hier E-Autos an den Pranger gestellt werden. Man sieht es ja auch an manchen Kommentaren.
Ich hab den Artikel auch zuerst überflogen und versucht den Zusammenhang zu verstehen.
Es wird niemand an den Pranger gestellt. Diese Formulierung schon … es geht hier um Maschinen. 😄
Es wird ein Problem aufgezeigt, dass sich auch durch die Umstellung auf Elektroautos nicht lösen lässt. Der Gedankengang kommt ja nicht von mir, sondern von den Studienautoren und der Leibniz-Gemeinschaft, einem Zusammenschluss von 96 selbstständigen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland. Die Quellen sind entsprechend verlinkt.
So ging es mir auch, muss gestehen ich habe ihn nur überflogen und die Headline suggeriert, dass es wieder die bösen Elektroautos sind, deren Abrieb die Werte nach oben treibt
Also, ganz ehrlich: Wo genau wird das suggeriert? Ich bin ja wirklich offen für Kritik, und ich habe auch vorher intensiv über die Gestaltung und die Überschrift nachgedacht. Aber beim besten Willen trifft die Überschrift doch genau den Kern der Studie. Elektroautos sind nicht die Lösung für dieses Feinstaubproblem. Hier geht es nicht um Verbrennungsmotoren. Es geht um ein vollkommen unreguliertes Gebiet, das bisher wenig erforscht wurde und das nichts mit den bekannten Themen wie Abgasen zu tun hat.
Die Überschrift ist glasklar, es ist eindeutig, dass es um Feinstaub durch Reifenabrieb geht und dass dies ist (logischerweise) auch Elektroautos nicht lösen können (oder vielleicht sogar verschärfen?!)
Wer das falsch versteht, will es mit Absicht falsch verstehen. Oder kann schlicht nicht lesen.
Ich habe die Studie jetzt nicht gelesen, weil mir wissenschaftliches Englisch nicht gut liegt. Aber wäre nicht auch eher eine Lösung, statt immer mehr schwere PKW wie SUVs auf sowas wie Kei-Cars (oder die M1E-Klasse wie sie die EU vorsieht) zu setzen?
Klar, man braucht nicht für alles und jeden Autos, aber damit würde man doch helfen können: Weil leichtere Fahrzeuge == weniger Belastung auf die Reifen == weniger Reifenabtrieb?
Die deutschsprachige Zusammenfassung ist auch verlinkt.
Generell ist das Problem sicher auch das Gewicht und die Größe der Fahrzeuge. Aber da es nicht reguliert und wenig erforscht ist, lässt sich das schwer sagen. Das ist das eigentliche Problem. Hier müsste erforscht werden, wie es sich mit verschiedenen Reifenzusammensetzungen, Bodenbelägen, Temperaturen und vielen anderen Faktoren verhält.
Lieber René, dass ist auch kein Vorwurf gegen dich, die ganze Studie ist eigentlich nicht notwendig gewesen, weil sie nichts neues zur Thematik hervorbringt, was zuvor nicht schon bekannt war.
Was soll der Verbraucher sonst noch machen? Man kauft schon extra ein Elektroauto, um der Umwelt etwas gutes zu tun. Bei den Reifen kann ich wenig machen, da kommt nix neues und es gibt keine signifikante Weiterentwicklung.
Außerdem muss man den Aspekt des Asphalts mit einberechnen, weil der Abrieb kann auch dadurch erhöht oder verringert werden, der Reifen alleine kann nicht nur schuld sein…
Ich habe es nicht als persönlichen Vorwurf aufgefasst, sehe die Sache aber grundlegend anders als du. Ich denke, das Thema ist wichtig und wird seit Jahren nicht ausreichend beachtet. Um überhaupt erst einmal einen Punkt zu erreichen, an dem man sagen kann, was von Vorteil und was von Nachteil wäre – vor allem, was Reifenmischungen, Bodenbeläge, Temperaturen, Fahrzeuggewichte und Ähnliches angeht –, braucht es auf jeden Fall intensive Forschung. Es kann ja keine Lösung sein, sich mit dem Status Quo zufriedenzugeben und einfach zu sagen: Wir brauchen halt Autos und gut. 😄 Ich denke nicht, dass eine gewisse Regulierung schadet, gerade wenn man weiß, dass es Gesundheitsrisiken gibt.
Bei den Reifen kann man schon selber was machen. Es gibt nämlich signifikante Unterschiede bei der Haltbarkeit von Reifen. Der aktuelle ADAC Sommerreifentest zeigt es wieder sehr deutlich.
Der getestete Linglong hat 26.000km gehalten, Bridgestone, Michelin und Goodyear mehr als doppelt so lang. D.h. bei einem Linglong hat man pro gefahrenem Kilometer den doppelten Reifenabrieb im Vergleich zu einem Premium-Reifen.
Ja, zwei Drittel des Plastikanteils stammen vom Reifenabrieb. Der Plastikanteil macht aber nur 4% des Feinstaubs aus.
D.h. der Anteil des Reifenabriebs am Feinstaub beträgt 2,7%.
Da stellt sich natürlich die Frage, wie hoch der Anteil von Bremsenabrieb und Verbrennerabgasen am Feinstaub ist.
Und genau das ist das Problem. Dein Kommentar könnte genauso gut von einem Reifenlobbyisten stammen – um es ketzerisch zu sagen. 😄
Ich denke, die Gefahr besteht darin, dass man die Gefahr vernachlässigt, weil es eine noch größere Gefahr gibt, wie in der Studie deutlich wird. Nur bei dieser anderen Gefahr gibt es eine Lösung und das Potenzial, sie zu verringern. Und das muss es am Ende auch für den Reifenabrieb geben. Daher sind m. E. Forschung und Regulierung notwendig. Du kannst den Plastikanteil schließlich nicht einfach mit irgendeinem anderen Feinstaub gleichsetzen, denn Mikroplastik wirkt ja schon noch anders. Auch hier muss weiter geforscht werden.
Man muss ja die kleinere Gefahr nicht vernachlässigen. Aber ich denke schon, dass man sie hinten anstellen sollte, wenn man irgendwie vorwärts kommen möchte. Wenn wir jetzt alle Energie darauf richten, vier Prozent der Feinstaubemissionen zu reduzieren, fangen wir meiner Ansicht nach am falschen Ende an.
Es spricht niemand davon, alle Energie darauf zu verwenden, das passiert auch überhaupt nicht. Das ist ja gerade der Punkt.
Verstehe ich jetzt nicht. Was ist denn genau der Punkt? Dass eben nicht alle Energie auf die Vermeidung von vier Prozent der Emissionen gerichtet wird?
Hast du die Studie und den verlinkten Bericht denn mal gelesen? Fangen wir mal so an, was genau ist dir denn unklar an der Studie und den Schlüssen, die die Wissenschaftler ziehen? Oder was genau stört dich? Das auch Elektroautos das gleiche wenn nicht sogar stärkere Probleme beim Reifenabrieb haben? Du kannst mir doch nicht erzählen, dass du dir das nicht eh schon gedacht hast. Und wenn die Mobilität nach und nach auf Elektro umgestellt wird, ist dieses Problem eben nicht gelöst. Aufgrund dessen sollte es erforscht werden und aufgrund dessen benötigt es Regulierungen. Aber nicht erst seit heute oder gestern, sondern eigentlich schon seit vielen Jahren. Darum wurde das auch immer wieder thematisiert. So auch in diesem Bericht.
Du willst wissen, was mich stört? Mich stört zum Beispiel, dass es bei BEVs eine Schlagzeile wert ist, wenn sie nicht das Unmögliche schaffen. Den Reifenabrieb zu reduzieren ist nicht Aufgabe des Antriebs. Ich fahre jetzt seit über zwölf Jahren elektrisch und brauche seitdem seltener neue Reifen als vorher. Einfach weil die empfohlenen Reifen eben nicht nur den Rollwiderstand sondern auch den Abrieb reduzieren.
Dann stört mich noch, dass immer davon ausgegangen wird, dass BEVs schwerer sein müssen als Verbrenner. Es gibt heute durchaus schon BEVs, die hier Gleichstand erreichen. Und wenn die Leute endlich aufhören, ihre Erwartungen an die Reichweite jedes Jahr weiter hochzuschrauben, könnten die Fortschritte bei den Batterien vielleicht irgendwann mal wieder zu leichteren Autos führen.
Und schließlich stört mich noch, dass hier gleich wieder nach einer Regulierung für diese Kategorie von Feinstäuben gerufen wird, statt die bestehenden Obergrenzen für sämtliche Emissionen zu verwenden. Es war jahrelang so, dass Benzin Direkteinspritzer mehr Feinstaub ausstoßen durften als Diesel, nur weil es unterschiedliche Regelungen für Benziner und Diesel gab. Diesen Fehler wollen wir doch hoffentlich nicht wiederholen.
Wie ich sehe, hast du also eine ganz eigene Agenda, die wenig mit dem Beitrag hier zu tun hat. Ich kann dich sehr gut verstehen, d.h. aber nicht, dass man gewisse Themen deshalb totschweigen sollte.
Ich werde jetzt bestimmt keine Diskussion anfangen, wer von uns was für eine „Agenda“ hat.
Musst du ja auch nicht. Aber du bist ein typisches Beispiel dafür, wie jemand überdrehen kann, sobald auch ein Elektroautomobil mal nicht als perfekt dasteht. Ich hab wirklich manchmal das Gefühl, dass manche ein Auto nicht mehr als Maschine sehen, sondern als Lebenskonzept. 😀 nichts für ungut.
Hat irgendjemand behauptet, dass Elektroauto keinen Feinstaub erzeugen würden? Man müsste genauer betrachten, wie viel Feinstaub entsteht im Motor bzw kommt aus dem Auspuff. Wie viel Feinstaub entsteht beim Bremsen und wie viel Feinstaub entsteht durch Reifenabrieb.
Welche dieser Faktoren werden durch E-Mobilität beeinflusst und welche nicht.
Zusätzlich könnte man versuchen zu beurteilen, wie hoch der Eintrag von NOx in die Stadtluft ist (durch Verbrenner und durch eFahrzeuge); vielleicht könnte man auch versuchen die Wärmelast durch die verschiedenen Antriebsarten zu quantifizieren.
Die Frage, ob das jemand behauptet hat oder nicht, steht nicht der Diskussionen ist auch nicht relevant im Kontext der Studie.