ePA in Arztpraxen: So häufig nutzen Ärzte die digitale Akte

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stellt erste Ergebnisse zur Nutzung der elektronischen Patientenakte in Arzt- und Psychotherapeutenpraxen vor.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat Ende Januar 2026 eine Online-Befragung zur Nutzung der elektronischen Patientenakte durchgeführt. Rund 4.500 Praxen beteiligten sich an der Erhebung.
Nach Angaben der KBV haben etwa 80 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten bereits Dokumente in der ePA eingestellt. Rund drei Viertel der Befragten gaben an, vorhandene Unterlagen wie Arztbriefe oder Befundberichte für die Behandlung genutzt zu haben.
Auch ergänzende digitale Anwendungen werden laut KBV überwiegend positiv bewertet. Demnach halten fast 80 Prozent der teilnehmenden Ärzte und Psychotherapeuten die elektronische Medikationsliste für hilfreich oder teilweise hilfreich.
Nutzung und Technik der elektronischen Patientenakte
Trotz der vergleichsweise hohen Nutzungszahlen bleibt die Unzufriedenheit mit der technischen Umsetzung bestehen. Laut den Befragungsergebnissen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Praxisverwaltungssystemen.
Technische Umsetzung muss verbessert werden:
- Fast 60 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten konnten mindestens einmal nicht auf die ePA ihrer Patienten zugreifen.
- Bei 53 Prozent war der Zugriff auf die ePA sehr langsam.
- Bei mehr als jedem Dritten war das Einstellen von Dokumenten teilweise nicht möglich.
- Bei 27 Prozent war seit Einführung der ePA mindestens einmal das Praxisverwaltungssystem abgestürzt.
Praxen, die ihr ePA-Modul als einfach und nutzerfreundlich bewerten, sehen den Nutzen der elektronischen Patientenakte deutlich höher, so die KBV.
Zentrale Ergebnisse der Befragung
- Hoher Anteil an Praxen mit aktiver Befüllung der ePA
- Breite Nutzung hinterlegter Dokumente im Behandlungsalltag
- Uneinheitliche Bewertungen der technischen Umsetzung
Ergänzend verweisen gematik Insights auf Ergebnisse des TI-Atlas 2025, an dem mehr als 7.000 Beschäftigte aus verschiedenen Gesundheitsbereichen teilnahmen.
Während das E-Rezept in vielen Systemen eine steigende Nutzerfreundlichkeit aufweist, wird die Usability der ePA weiterhin unterschiedlich eingeschätzt. Das gesammelte Feedback fließt laut gematik anonymisiert an die Hersteller und soll die Weiterentwicklung der Systeme unterstützen.
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Ich sehe das gerade bei uns zb sehr kritisch, sieht ein Doc iein Medikament ist man gleich noch viel schneller unten durch, obwohl der Zusammenhang kaum besteht
Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht. Warum sollte man wegen einem Medikament unten durch sein?
Ganz einfach:
Patient A leidet unter Depressionen und nimmt dagegen ein Antidepressivum.
Gleichzeitig hat er seit längerem starke Rückenschmerzen und geht zum Orthopäden. Dieser sieht die Diagnose aus dem F-Kapitel (psychische und Verhaltensstörungen) des ICD-10 sowie die antidepressive Medikation in der ePA und sieht deswegen die Rückenproblematik als psychisch bedingt an, nimmt Patient A diesbezüglich nicht ernst und schubladisiert ihn ohne weitere somatische Untersuchung, Bildgebung und andere diagnostische Maßnahmen als Psycho.
Patient A wird weggeschickt und die Gefahr eine Chronifizierung seiner möglicherweise real bestehenden Wirbelsäulenerkrankung ist sehr groß. Oft beginnt so eine Odyssee zu diversen (in diesem Beispiel) Orthopäden. Sicherlich wäre das Verhalten des Orthopäden hierbei unprofessionell, aber
die Stigmatisierung psychischer Problematiken selbst bei Ärzten ist in der Gesellschaft noch sehr groß und so etwas kommt nicht selten vor. Alternativ könnte man die Anamnese in der ePA sperren, aber dann kann man’s auch gleich lassen. Bin vom Fach und habe der ePA auch aus Sicherheitsgründen widersprochen und dies auch meinem Umfeld geraten, wenn ich danach gefragt wurde.
Exzellent erklärt 👌🏻
Zweischneidiges Ding.
Auf der anderen Seite werden jetzt unter Umständen auch mal früher Beschwerden erkannt die auf Nebenwirkungen zurückzuführen sein könnten. Das ist meiner Meinung nach gerade bei älteren Patienten oft eine große Schwachstelle im bisherigen System. Es kommen immer mehr Medikamente dazu aber werden kaum welche abgesetzt, die Medikamentenpläne sind teils veraltet und die Patienten verlieren in dem Alter oft selbst den Überblick oder nehmen es einfach hin.
Ich hatte da in den letzten Jahren selbst einen Fall in der Nachbarschaft wo wir als Nachbarn drauf gekommen sind dass eine ältere Person durch seinen Medikamenten Cocktail total unsicher und teils desorientiert gelaufen und geschwankt ist – seine Ärzte Anfangs nicht. Oftmals werden Medikamentenpläne erst in Folge von Klinikaufenthalten überarbeitet / ausgemistet (Geriater, gute Pharmakologie) – was eigentlich zu spät ist.
Für Chronisch Kranke bieten die Krankenkassen und Ärzte eine enge Abstimmung im Desease Management Programm (DMP) Dazu gehört auch eine regelmäßige Untersuchung und Anpassung des Medikationsplan. Gerne auf Ärzte und Krankenkassen zugehen, da diese und Patient gesundheitlich und wirtschaftlich profitieren.
Leider greifen Krankenhäuser noch nicht auf die Patientenakte zu. Das führt oft zu doppelten kostspieligen Untersuchungen.
Krankenhaus-Kosten und Medikamente sind seit Jahren der größte Kostentreiber bei gesetzlichen krankenkassen.