Kommentar: Mir gefällt die große Auswahl der Streamingdienste

Es ist 2026 und direkt zum Start ins neue Jahr begrüßen wir mal wieder einen neuen Streamingdienst in Deutschland, denn HBO Max kommt nach vielen Jahren (im europäischen Ausland ist man schon länger vertreten) endlich auch zu uns.
Dieser Schritt sorgte für viele und oft auch negative Kommentare, denn die Zahl der Anbieter wächst und wächst. Ein paar Annäherungen, wie Peacock, sind zwar auch schon gescheitert, aber die Auswahl an Diensten in Deutschland ist und bleibt groß.
Lieber mehr als zu wenig Auswahl
Ich sehe das nicht negativ, ganz und gar nicht. Eigentlich sogar im Gegenteil, auch wenn viele diese Meinung nicht teilen. Doch ich habe schon 2024 betont, dass ich das Angebot an vielen Streamingdiensten gut finde und das ist 2026 nicht anders.
Warum? Weil mich der Wechsel der Dienste und Abos nicht wirklich stört. Wäre es nicht schön, wenn wir einen großen Dienst mit allen Serien und Filmen zu einem fairen Preis hätten? Sicher. Aber es wäre auch schön, wenn es ein mobiles OS mit allen Apps und Diensten gibt, welches fair bepreist ist. Ist aber nicht realistisch.
Wir sehen bei Apple und Google, wie schlecht ein Duopol für uns als Konsumenten ist und mit einem, zwei oder vielleicht auch drei Diensten wäre das nicht anders.
Konkurrenz belebt das Geschäft und mit dem Start von HBO Max muss man zwar sehr happige 18 Euro im Monat für 4K zahlen, aber es gibt jetzt 4K für HBO-Serien. Sky weigert sich seit Jahren einen Standard beim Streaming einzuführen, der für alle anderen normale ist und hat bis heute leider nur eine mittelmäßige Qualität.
Gäbe es beispielsweise nur Sky bzw. WOW und Netflix, vielleicht noch Disney, dann hätte man nie die Motivation sich zu bessern. Dank Konkurrenz kann es mir jetzt aber egal sein und ich kann HBO endlich mal in angemessener Qualität schauen.
Natürlich habe ich nicht alle Abos bei allen Anbietern gebucht, das wäre absurd und es wäre dauerhaft viel zu teuer. Wir wechseln durch und schauen dann immer mal wieder die Inhalte nach, die in der Zeit online gingen, in der wir kein Abo hatten.
Manchmal erst Monate später, was für mich mittlerweile okay ist, manchmal timen wir es, wie bei Stranger Things, so, dass es passt. Optimal ist das nicht, aber mir ist es lieber, als einen Anbieter zu haben, der uns Nutzern dann am Ende alles diktiert.
Netflix will Dominanz weiter ausbauen
Ich sehe daher übrigens auch die Warner-Übernahme von Netflix kritisch, nicht nur mit Blick auf das Kino (das ist mir egal und ich würde es sogar begrüßen, wenn ich neue Inhalte früher streamen kann, denn nicht jeder hat die Zeit ins Kino zu gehen und will neue Filme auch zeitnah schauen), sondern aus einem anderen Grund.
Jetzt haben wir HBO Max und Netflix, jetzt haben wir die Situation, dass Warner in Deutschland in die Top 3 will und sich bemühen muss. Würde Netflix die Inhalte von Warner (und somit HBO und Co.) bekommen, hätte man eine große Marktmacht.
Und ich würde wetten, dass die Preise für Streaming, die sowieso schon ständig erhöht werden, ohne Konkurrenz noch ganz anders aussehen würden. Gäbe es hier keine Alternative für Netflix, dann müsste man sich dort keine Sorgen machen.
Also ja, es nervt hin und wieder, dass man Abos wechseln und sich informieren muss, wie und wo und was man schauen möchte, aber ich habe lieber etwas mehr Auswahl und Konkurrenz, als zu wenig. Sonst müsste das nämlich eine Behörde wie die EU-Kommission regeln und wie nervig das ist, sehen wir sehr gut bei Apple.
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Mir gefällt die große Auswahl nicht. Warum? Weil ich mir eher ein System, wie bei Musik gewünscht hätte: Man findet nahezu alles bei allen und sie konkurrieren dann über Qualität und Softwareumfang sowie Komfortmerkmale.
Jetzt ist die Auswahl _immer_ sehr eingeschränkt und man muss dauerhaft hüpfen, wenn man gezielt etwas gucken will. Gerade bei alten Formaten ist das echt übel.
Das wäre mir auch lieber, aber der Markt funktioniert anders.
Ein breites Angebot ist dann gut für den Konsumenten, wenn er sich wirklich aussuchen kann, welchen Dienst er nutzt. Dass nicht jeder Dienst 1:1 das gleiche Portfolio an Filmen und Serien besitzt, ist klar und in Ordnung – bis zu einem gewissen Punkt. Irgendwann ist dieser Punkt überschritten und die Fragmentierung wird zum Negativfaktor, weil man dann zu viele Dienste benötigt, um alles sehen zu können, was einem gefällt. Der Punkt ist für mich erreicht.
Im Sport-Streaming ist das noch schlimmer, weil da die Preise ganz andere sind. Dass man Sky und DAZN benötigt, die alleine jeweils schon verdammt teuer sind, nur um alle Spiele seines Vereins sehen zu können (DFB-Pokal eingeschlossen benötigt es sogar zwei Sky-Pakete), ist wirklich nichts, was man aus Konsumentensicht noch schönreden kann.
Die Marktmacht im Sport war und ist bis heute für mich ein gutes Beispiel bei Sky. Ist die Lage jetzt nerviger? Ja, aber jede Wette, dass die Preise für Sport, wenn es keine Konkurrenz gäbe, komplett absurd geworden wären.
Die Preise sind erst absurd geworden, NACHDEM die Bundesliga nicht mehr alle Rechte an einen einzigen Anbieter verkaufen durfte.
Sportrechte sind teuer. Deswegen habe ich auch Verständnis dafür, dass man kein Sport-Streaming für den Preis von Netflix oder Disney+ bekommt. Ich empfand den Preis vor dem Hintergrund lange Zeit sogar noch als relativ fair, wenn auch nicht günstig.
Fakt ist: Früher hat ein Abo Sky Bundesliga gereicht, um alle Spiele zu sehen. Sollte der DFB-Pokal noch dazu, brauchte man zusätzlich noch Sky Sport. Wobei es mir gar nicht mal um alle Spiele geht, ich will eigentlich sowieso nur die Spiele „meines” Vereins sehen. Seit einigen Jahren ist es aber so, dass man jetzt zusätzlich auch noch DAZN benötigt, sonst sieht man nur noch einen Teil der Spiele. Und weil der Spielplan vorsieht, dass alle Mannschaften mal zu jedem Zeitpunkt spielen, kann man sich nicht aussuchen, ob man Sky oder DAZN bucht, wenn man seinen Lieblingsverein verfolgen möchte, man MUSS beide Dienste abonnieren. Und nein, durch die Aufteilung wurde weder der eine noch der andere Dienst günstiger. Im Gegenteil: Trotzdem wurden beide teurer und das nicht wenig, sondern deutlich.
Wir sprechen da jetzt von Sky Bundesliga für 24 Euro, Sky Sport für 35 Euro und DAZN für 35 Euro. Das macht in Summe 95 Euro pro Monat für ein paar Fußballspiele, die einen interessieren. Und das sind bereits die Preise für die langfristige Bindung, sonst wird es noch teurer.
Fußball war nicht ansatzweise so teuer, als noch alle Spiele bei Sky liefen. Ja, Preiserhöhungen hätte es vermutlich so oder so gegeben, das ist schon klar. Der Punkt ist: DAZN kam zusätzlich dazu, ohne dass daraus auf der anderen Seite irgendein Kostenvorteil für den Nutzer entstanden ist. Im Gegenteil war es ausschließlich zum Nachteil des Konsumenten. Zumal DAZN auch noch das Problem hat, rein internetbasiert zu laufen, was dann bei instabiler Verbindung zu schlechter Bildqualität oder gar einem Einfrieren führt, was man bei Sky über das TV-Signal nicht hat. Also auch auf der Ebene hat das Nachteile gebracht.
Ich habe zu früh abgesendet. Wegen der Preise wollte ich noch die Einschränkung machen, dass es durch Kombiangebote durchaus günstiger sein kann. Ich habe jetzt nur die Einzelpreise addiert. Aber selbst, wenn es dann am Ende keine 95 Euro, sondern 70 Euro sind, macht alleine die Notwendigkeit eines zusätzlichen Anbieters einen ziemlichen Unterschied.
Ich stimme dir in gewisser Hinsicht zu, im Sport ist die Sache etwas anders. Wobei es mir auch nicht darum ging, denn das Thema ist etwas anders zu behandeln. Und die Lage ist dort ja auch nicht, wie von mir beschrieben, das ist ein Duopol und am Ende sind die nicht viel besser als ein Monopol, wie man bei Apple und Google sieht.
Bei den Serien und Filmen hat sich aber einiges getan und man muss nicht mehr WOW mit scheiß Qualität schauen, wir schauen heute die neue GoT-Serie in 4K HDR, wahrscheinlich wird WOW sowas nie einführen. Solche Beispiele meine ich bei meinem Kommentar. Nehmen wir den Sport mal raus, denn da ist die Ausgangslage etwas anders.
Ich stimme dir grundsätzlich zu, dass Sport-Streaming nochmal etwas anders zu betrachten ist. Und auch, dass es nochmal einen Unterschied zwischen einem Duopol und der großen Auswahl der Anbieter für Filme und Serien gibt. Aber eine grundlegende Sache ist halt schon sehr ähnlich, nur eben in etwas abgeschwächter Form: Am Ende bist du „gezwungen”, mehr Dienste zu nutzen und mehr Geld zu bezahlen, wenn du bestimmte Inhalte sehen möchtest.
Ich begrüße die Konkurrenzsituation einerseits. Es ist gut, dass es nicht nur zwei Anbieter gibt, sondern mehr. Und ich erwarte wie gesagt keine 100 Prozent Übereinstimmung des Angebots. Das ist weder möglich, noch könnten sich dann vermutlich so viele Anbieter am Leben halten. Aber einen wirklichen Vorteil kann ich daraus nur ziehen, wenn ich mit am besten einem, vielleicht realistischer zwei oder maximal drei Anbietern meinen Bedarf abdecken kann, weil jede Serie bei mehr als einem Anbieter läuft. Und die Anbieter können sich weiter über ihre Zuverlässigkeit, Features, Apps etc. differenzieren.
Das Problem, das ich sehe: Je mehr Anbieter dazu kommen und Exklusivrechte für sich beanspruchen, desto schlechter wird meine persönliche Abdeckung durch jeden einzelnen Anbieter. Und dann zahle ich am Ende viel mehr Geld oder ich verzichte auf Dinge, die ich gerne sehen würde.
Das meinte ich damit, dass ich die Konkurrenz bis zu einem gewissen Punkt begrüße. Irgendwann wird aus dem eigentlichen Vorteil nämlich wieder ein Konsumenten-Nachteil. Und der Punkt ist für mich schon erreicht. Ich kann bereits nicht alles sehen, was ich sehen möchte, weil ich nicht bereit bin, noch mehr Geld auszugeben, und ich ehrlich gesagt auch keine Lust habe, meine Abos jeden Monat neu zu bewerten. Das ist für mich Stress und mit Serien möchte ich das komplette Gegenteil erreichen: Nach anstrengenden Arbeitstagen einfach nur abschalten und mir keine Gedanken um meine Abos machen.
Mir ist eigentlich egal, ob es viele Dienste oder wenige Dienste gibt, mir ist vor allem wichtig, dass die App und Umsetzung gut sind. Gleichzeitig buchen wir sowieso immer nur einen Dienst und je mehr Dienste es gibt, umso mehr Rabattaktionen kann man mitnehmen. 🤑
Went es doch nur so simpel wäre.
Meine Frau schaut zwei Serien gleichzeitig, während sie auf neue Staffeln bei anderen wartet. Alles bei Netflix. Ich stecke mitten im Star Trek Franchise, das dort verschwunden ist und nur noch bei Paramount+ ist. Mit sehr bescheidener App. Die Kids wollen freitagsabends zur Movie Night ihr Disney+ haben. Wegen der anderen Vorteile haben wir außerden Amazon Prime. Und für die kurze Unterhaltung in Pausen etc. nutzen wir YouTube Premium. Wenn wir Musik und Podcasts hören wollen, greifen wir auch noch zu Spotify. Damit zahlen wir 5 Video- und einen Muaikstreamingdienst. Die letzte Wunschserie läuft bei RTL+. Da verzichten wir einfach.
Ich sage nicht, dass man alles gleichzeitig schauen kann. Wir leben auch damit, dass man nicht immer alles und direkt und parallel schauen kann.
Ich fand es damals schöner als es nur Netflix, amazon Video, Apple TV gab und dann Disney+ dazu kam. Das war noch wenigstens übersichtlich. Jetzt gibt es Netflix, Amazon Video, Disney+, HBO Max, Peacock, Wow, Paramount+, RTL+ und Joyn und es ist viel zu unübersichtlich geworden.
Das fand ich auch besser, da waren auch alle noch günstiger. Ich fand es auch gut, als Apple keine 5 iPhones hatte und Features für Pro-Modelle mit mehr Gewinnmarge zurückhielt. Wenn sich aber Unternehmen an der Börse weiterentwickeln und mehr Geld verdienen müssen, damit Anleger zufrieden sind, ist Konkurrenz gut.
Mit der Meinung bist du denke ich in der Minderheit. Und ich hoffe, dass die Anbieter es spüren werden, dass eine Grenze überschritten wurde. So kann man nur noch die Flagge wieder hissen.
Die Anbieter spüren aktuell gar nichts… außer das man mit Werbung wieder Geld verdienen kann.
Und hier haben sie total verkackt, finde ich. Warum machen sie nicht einfach product placement stärker, wenn sie schon werben müssen. Das stört viel weniger als diese Werbeunterbrechungen
Nun gut, ich hoffe die Trendwende kommt. Ich habe alle Abos gekündigt und andere ebenso. Dafür wieder auf hohe See.
Mehr Dienste zu immer höheren Preisen bei minderer Qualität führt doch nur wieder hin zum illegalen Streaming. Hat das BGH hier nicht gerade ein Urteil dazu gefällt..?
Überflüssig die Auswahl wie ein Kropf und teuer oben drei.
Bin zurück auf lineares Fernsehen. Kostet wenigstens nichts
Konkurrenz belebt in dem Fall eben nicht das Geschäft. Oder wo soll der Vorteil liegen? Die treiben sich nur gegenseitig mit den Preisen hoch, aber nicht in der Qualität (die im Falle von Disney+ sogar entfernt wird), und sie kopieren sich nur. 18,- € schon zum Start, 4k kostet extra, kleinstes Paket mit Werbung, kein Gratismonat, woher kenn ich das? ;) Das Ding geht noch dieses Jahr auf 20,- € hoch, nächstes Jahr noch weiter und die anderen ziehen mit.
Sky/WOW ist aber auch kein Maßstab, die fuhren technisch schon immer auf dem Abstellgleis.
Da zahl ich lieber 50,- € für EINEN Dienst, als so was mitzumachen. Daher abonniere ich nur AppleTV zum halben Preis oder gratis und sonst gar nichts. Das ist der einzige Dienst, wo es für einen fairen Preis noch Qualitätsfernsehen gibt. 20 Tacken ist für alles andere eh zu teuer.
Wenn es dazu führt, nicht alles unmittelbar sehen zu MÜSSEN, hat es seinen Zweck erfüllt. 😁 Ist ja nicht wie früher, wo etwas nur an einem Tag zu einer Uhrzeit lief und dann erst Monate/Jahre später wieder – oder auch nicht. Das ist ja kein Verfallsprodukt, geschweige denn wichtig.
Keine Zeit ins Kino zu gehen? Also wenn das Kino nicht 50km entfernt liegt, finde ich das Argument etwas albern. Dann hat man nämlich auch zu Hause keine Zeit dafür um den gleichen Film zum Streamen. ;)
Wird bald billiger. Wenn Netflix Warner Brothers übernimmt, wird man die defiztären Filmstudios in Hollywood eh schließen wie Amazon bei MGM.
Zukunft gibts billigsten KI Content und das dann mit Werbung.
Wieso sollte es dann billiger werden? Preise bleiben oder steigen, nur der Gewinn von Netflix steigt dann.
Na mit KI. Das spart durchaus Arbeitsstunden für zum Beispiel Effekte. Wenn dann noch die Strukturen verschlangt werden, kann eine Menge gespart werden
Ja, noch mehr Geld für Netflix. Top.