Konsolen: Das „Problem“ mit der digitalen Zukunft
Ich bin damit aufgewachsen, dass ich Disketten für Applikationen in einen PC stecken musste, meine Musik wurde erst auf Kassetten und später CDs abgespielt, Bücher habe ich in Form von gedrucktem Papier gelesen und ich weiß noch, wie ich an einem Freitagabend in unserer Videothek stand und einen Film gesucht habe.
Das Spiel im Game Boy wurde als Cartridge gekauft und ich bin froh, dass diese Zeit hinter mir liegt. Heute habe ich meine Musik, meine Bücher, meine Filme, meine Serien, meine Spiele und mehr immer dabei und digital. Oft in einem Gerät. Ja, es ist die Ära der nervigen Abos, aber für mich ist diese Art des Konsums besser.
Das Risiko der Monopol-Plattformen
Und dennoch sehe ich den Schritt von Sony mit dem Ende der physischen Discs kritisch, obwohl es mich selbst nicht betrifft. Ich habe ein einziges Spiel auf CD bei der PS5, Elden Ring, weil das Testmuster damals auf Disc kam, der Rest ist nur noch digital. Mein externes Laufwerk der PS5 Pro liegt in einem Karton herum.
Was ist also mein „Problem“ mit dieser Entscheidung? Es ist die Monopolstellung bei einer Plattform. Sony und Nintendo teilen sich den Spielemarkt aktuell auf, es sind die dominanten Konsolen-Player, wie Apple und Google bei Smartphones. Und die haben mit dem App Store und Play Store ihre dominanten Stores aufgebaut.
Apple bestimmt also, was man von Entwicklern verlangt und was bei iOS „erlaubt“ ist. Netflix für das Streaming von Serien? Das ist okay. Eine Xbox-App für Streaming von Spielen? Verboten. Außerdem kann ich keine „App“ woanders kaufen, es gibt den App Store und entweder man zahlt das, was dort steht, oder man hat Pech.
Die EU versucht gerade, dass man dieses Problem angeht, auch wenn sie im ersten Anlauf meiner Meinung nach gescheitert ist und Apple gewonnen hat, denn es gibt keine echten Alternativen für den App Store. Doch das ist ein anderes Thema. Mit Blick auf die PlayStation 6 würde es dann alternative Stores für Spiele benötigen.
Wenn der Preiskampf bei Amazon und Co. quasi wegfällt, weil Spiele dort sowieso nur noch digital mit Code angeboten werden, dann gibt es weniger Konkurrenz und wenn es weniger Konkurrenz gibt, ist das nicht gut für Konsumenten. Sony macht das nicht nur, weil es der Trend ist, sie profitieren von dieser digitalen Zukunft.
Von mir aus kann sie kommen, aber wenn die PlayStation 6 eine digitale Konsole ist, dann benötigt es meiner Meinung nach Alternativen zum PlayStation Store. Und von mir aus auch eine EU, welche die Plattformen von Sony und Nintendo im Auge hat, damit auch andere Dienste und neue Innovationen noch eine Chance haben.
Die Sache mit den gebrauchten Spielen
Dann wäre da noch der Punkt mit den gebrauchten Spielen, den ich verstehe und den ich auch schon genutzt habe, in meinem Umfeld bin ich nicht der einzige mit einer Konsole und so kann man sich auch mal ein Spiel ausleihen. Daran haben die Plattformbetreiber aber natürlich kein Interesse, daran verdient man kein Geld.
Es wäre schön, wenn man dafür eine Lösung finden würde, aber ich vermute, dass das nicht passieren wird, denn ich kann auch meinen Film bei iTunes nicht an eine andere Person „ausleihen“. Ein digitaler Standard für gebrauchte Spiele wäre eine schöne Sache, die allerdings nur für uns als Konsumenten ein großer Vorteil ist.
Man darf bei dieser Entwicklung aber nicht vergessen, dass Konzerne nicht unsere „Freunde“ sind, der Slogan „For The Players“ von Sony ist Marketing, am Ende wird man immer die Interessen der Investoren vorziehen. Um so einen Standard für die digitale Zukunft zu etablieren, würde es also vermutlich doch die Politik benötigen.
Dann wären da noch die ganzen Boxen
Eine Sache, die mir persönlich komplett egal ist, sind physische Boxen. Ich sehe den Vorteil einer physischen Kopie, aber ich war nie ein Sammler und ich werde es nie sein. Mit 12 oder so hatte ich mal eine Phase, in der ich mir ein CD-Regal im Zimmer aufgebaut habe und davor waren es Kassetten, aber das ist lange her.
Ich kann verstehen, wenn einem das gefällt, für mich wäre dieser Punkt jedoch ohne Bedeutung. Mit Blick auf die Umwelt (Plastik, Produktion, Versand) wäre ich sogar eher dafür, dass man diesen „Müll“ direkt abschafft, wenn es sowieso nur noch Codes in einer Box sind, die man einmal benutzen kann und dann wegwirft.
Aber ja, ich weiß, dass das einigen wichtig ist, ihr müsst mir das nicht wieder hier schreiben, ich verstehe eure Sichtweise schon. Ich wollte das Thema nur abrunden und meine Sichtweise erklären. Wenn man eine physische Kopie im Laden verkauft, dann richtig, und nicht so eine halbgare Lösung mit einem Stück Papier und Code.
Die digitale Zukunft wird so oder so kommen
Am Ende glaube ich, dass der ganze Aufschrei von kurzer Dauer sein wird, denn die Meldung von Sony machte die Runde und die Kritik ist groß, ja, aber die breite Masse kauft in der heutigen Zeit sowieso schon digitale Spiele. Es ist schon jetzt die Mehrheit, diese Entwicklung ist unaufhaltsam und sie wird nur beschleunigt.
Ich hätte gedacht, dass wir die rein digitale Zukunft erst mit der PS7-Ära sehen und die PS6-Ära der Übergang wird, aber es scheint so, als ob das schneller geht. Für mich ändert sich ab dem 1. Januar 2028 zwar absolut nichts, ich war schon immer ein Nutzer, der sehr digital eingestellt ist, aber ich sehe dennoch die Probleme.
Doch am Ende gibt es diese bei Büchern, Serien, Filmen und Musik auch, und da haben wir gelernt, mit den Nachteilen zu leben. Bei Spielen haben sich physische Kopien meiner Meinung nach sogar überraschend lange gehalten. Es sieht aber so aus, als ob wir in etwas mehr als einem Jahr auf das Ende dieser Ära zusteuern.
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Auf Konsole habe ich immer noch auf Disk gekauft und nur ganz wenige Spiele rein als Download, wenn sie wirklich super günstig waren (unter 10 Euro) und physisch nicht mehr verfügbar.
Bei Filmen kaufe ich immer noch BR, klar, primär streame ich aber ich würde nie einen Downloadfilm kaufen – wäre ja auch extrem dumm, wie man sieht hat Sony ja über 500 Filme die Kunden kaufen konnten vor zwei Wochen aus den Bibliotheken der Kunden gelöscht, weil denen die Lizenzen abgelaufen waren – in meinen Augen dreister Diebstahl.
Aber solange die Gesetze nicht klar sind, digitale Güter nicht übertragbar und vererbbar, gebe ich nur sowenig wie möglich für solche Dinge aus.
Am PC habe ich in den letzten zehn Jahren als Download zwei Spiele zum Release zum Preis von 50 Euro gekauft. Das war die absolute Ausnahme. Sonst ist mein Limit bei 25 Euro für große Titel. Und ich warte gerne, bis alle Bugs beseitigt und die Spiele komplett sind.
Die CD war und ist Freiheit. Man legt sie ein und kann losspielen und braucht kein Internet und 50GB Patch
Habe schon lange kein Spiel mehr gezockt, was nicht mindestens einen Dqy One Patch hatte, der echt notwendig für ein gutes Spielerlebnis war, von daher war es das mit dieser „Freiheit“ auch.
Ja Oliver da hast du recht. Ich bezog mich auf die PS2 Zeiten auf der man größtenteils alles offline spielen konnte.
Das Problem ist die Abhängigkeit in die man als Kunde, wenn man es noch so nennen kann, gedrängt wird.
Sei es nun mit Abos, Services, oder Zahlungsmitteln.
Man ist immer von dem Anbieter abhängig und wenn der den Bach runter geht, es nicht mehr für lohnenswert erachtet oder einfach kein Bock mehr hat, ist man der gelackmeierte.
Bei Spielen sind physische Versionen auf Grund von day one patches schon länger nur noch eine farce, ab und zu hat man mit eine GotY oder Anniversary Edition vielleicht nicht Glück aber der Kunde ist hier seit Jahren nur noch Spielball der Publisher.
Jetzt hat Sony endlich die Oberhand und kann ihren feuchten Traum, den sie schon länger verfolgen und wohl nur aufgrund des Microsoft backlashes der Xbox One zurückstellten, in Erfüllung gehen lassen.
Wenn Microsoft nicht schon verwesend am Boden liegen würde und nicht auch den selben Traum hätten, hätten sie die Kritik an Sony für sich nutzen können. Leider hat Microsoft genug damit zu tun die XBOX noch nicht selbst komplett zu zerstören. Ich bin froh noch genug alte Konsolen zu besitzen und werde diese Sammlung noch ausbauen. Den Kauf einer PlayStation 6 sehe ich für mich im Moment eher unwahrscheinlich.
Ich find das Problem im Konsolenmarkt sind einfach die Preise ggü. dem PC. Auf dem PC gibt es echten Wettbewerb zwischen Keysellern, auf der Konsole sehe ich das nicht, man schaue sich nur an was PS5 Codes für Spiele kosten, da spart man kaum etwas ein, physische Datenträger sind viel billiger. 80€ Store Preis abseits von Sales sind ja der Standard und selbst der Sale Preis ist oft ein Witz verglichen mit dem was es bei MMS oder Amazon kostet.
Genau so sieht es aus.
Beim PC hat sich das digitale u. A. Auch durchgesetzt, weil es dort von Anfang nicht „den Store“ gab, sondern man immer Alternativen hat. Selbst die Spiele die ich bei steam bekomme, kann ichdurch unterschiedliche Anbieter bekommen.
Kann nicht nachvollziehen, warum so viele Spieler die überteuerten Games im Konsolen store kaufen. Insbesondere in Zeiten von Preisvergleichen, die dir den Scam direkt aufzeigen.
Mangels Alternativen. Wenn man, wie ich, eine digitale Welt möchte, hat man eben nur diesen Weg. Wobei man auch digital oft gute Angebote bekommt, wenn man wartet. Nicht wie im Einzelhandel, wo dann gewisse Spiele mal für einstellige Beträge verscherbelt werden, aber auch gute Deals. Mir wäre eine Situation wie am PC aber auch lieber, wo Stores um die Gunst der Spieler kämpfen und nicht ein Anbieter die Regeln diktiert.
Da vergleichst du aber Äpfel mit Birnen. Ein PC ist eine offene und modular Plattform. Eine Konsole ist eine geschlossene Plattform eines Herstellers. Natürlich will der Hersteller nicht das andere auf diesw Plattform zugreifen. Zusätzlich verdient der Hersteller fast ausschließlich über die Plattform sein Geld. Die Konsole bzw. Hardware ist oft subventioniert und daher auch teilweise mit einer Minusmarge kalkuliert. Eine große Problematik ist auch der Gebrauchtmarkt, wobei dieser bei der Playstation eher uninteressant ist. Dort bekommt man nicht viel für ein PS Spiel. Bei der Switch lohnt sich das schon eher, da die Spiele sehr wertstabil sind.