Mercedes-Benz verkauft europäische Schnellladeparks an Electra

Der Autobauer Mercedes-Benz verkauft seine 47 europäischen Schnellladeparks mit insgesamt 374 Ladepunkten an den französischen Anbieter Electra.

Von den übernommenen Standorten befinden sich 31 in Deutschland und sechs in Österreich. Die übrigen verteilen sich auf weitere europäische Länder. Electra erweitert damit sein deutsches Netzwerk von bislang 50 auf 81 Ladeparks. Gleichzeitig vereinbaren beide Unternehmen eine Partnerschaft, von der Mercedes-Kunden beim Laden profitieren sollen.

Mercedes-Benz setzt beim Schnellladen auf Electra

Über den Ladedienst MB.CHARGE Public erhalten Mercedes-Benz-Kunden ab sofort vergünstigte Konditionen an mehr als 800 Electra-Standorten mit rund 5.000 Ladepunkten in zehn europäischen Ländern. Electra wird damit neben Ionity zum zweiten Premium-Partner des Herstellers.

Auch die Reservierung von Ladepunkten soll künftig an Electra-Stationen möglich sein. Die Standorte lassen sich weiterhin über die Mercedes-Benz-App und das Ladesystem im Fahrzeug finden.

Die technische Umstellung läuft bereits. Electra hat die bisherigen Mercedes-Ladestationen in sein System übernommen. In den kommenden Tagen sollen Zahlungsterminals ausgetauscht und die Standorte neu gekennzeichnet werden.

Der Verkauf bedeutet eine deutliche strategische Veränderung. Mercedes-Benz hatte 2023 ein eigenes internationales Schnellladenetz gestartet und ursprünglich mehr als 10.000 Ladepunkte bis zum Ende des Jahrzehnts angekündigt.

Laut dem Quartalsbericht beschloss der Konzern den Verkauf bereits im Juli 2026. Der Kaufvertrag wurde am 3. August unterzeichnet. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Zuletzt war das europäische Ladenetz mit 99 Millionen Euro bewertet, bei Verbindlichkeiten von 21 Millionen Euro.

In China und den USA betreibt Mercedes-Benz vorerst weiterhin eigene Schnellladestationen. In Europa überlässt der Hersteller den Betrieb nun spezialisierten Anbietern. Für Kunden dürfte vor allem zählen, dass sie Zugang zu einem größeren Ladenetz erhalten, ohne dafür den gewohnten Ladedienst wechseln zu müssen.

mobiFlip bei Google bevorzugen – unsere Beiträge öfter sehen Quelle wählen ↗
Weitere Themen
Hinterlasse deine Meinung

Kommentare aufrufen

Die mobile Version verlassen