Mini-Arcade-Station modifiziert und ausprobiert

Digdug Header 1

Zu Weihnachten bekam ich eine 6 Zoll große Mini-Arcade-Station geschenkt. Die 6 Zoll beziehen sich übrigen auf die Gesamtgröße der Konsole. Das Display ist lediglich 2,8 Zoll groß. Als kleiner Nerd musste ich natürlich reinschauen und habe sie nach ein wenig damit herumspielen direkt auseinander geschraubt.

Warum? Mich interessiert zum einen, was da verbaut wurde. Eine Art Raspberry Pi vielleicht? Zum anderen gab es auch schon einige solcher kleinen Konsolen, welche mittels Dip-Schaltern im inneren auf der Platine, auf die am Ende verkauften Spiele eingestellt wurden. Es ist einfach für den Hersteller billiger, eine Platine mit allen Spielen zu verbauen, als sechs verschiedene Platinen.

Auf der Rückseite der Konsole ist übrigens noch ein Lautsprecher nebst Laut/Leise-Taste, einem Akkufach für viermal AA-Batterien und ganz unten noch ein Micro-USB-Anschluss zur alternativen Stromversorgung verbaut.

Das Aufschrauben gestaltete sich recht einfach. Auf der Rückseite gibt es vier sichtbare Kreuzschrauben. Danach am besten einen Föhn holen und die Aufkleber auf der Seite lösen und anschließend die darunter verborgenen Kreuzschrauben lösen. Anschließend lässt sich das Gehäuse öffnen und man kommt ans Eingemachte.

Platine Innereien 01

Ob ihr das richtige System habt, könnt ihr anhand der aufgebrachten Bezeichnung nebst Seriennummer erkennen. In meinem Fall handelt es sich um LBQ-904-A in der Version 1.3.

Nun muss einer der beiden Schaumstoffe entfernt werden. Dieser dient eigentlich dazu, um das Display in gewissem Abstand zur Platine zu halten. Darunter verbergen sich aber auch die für uns interessanten Lötstellen IOB1-IOB3.

Platine Jumper Loetstellen 05

Von Werk aus waren die obere und die untere der 3 Verbindungen gebrückt. Ich habe zuerst die obere Lötstelle unterbrochen und beim nächsten Teststart bekam ich, statt Dig Dug den guten alten Pac-Man zu sehen! Je nachdem was getrennt oder gebrückt wird, könnt ihr so also zwischen Dig Dug, Galaga, Galaxian, Mappy und Pac-Man wechseln.

Der Einfachheit halber empfiehlt es sich nun einen 5fach-Schalter zu kaufen und entsprechend Kabel zu verlöten. Dann kann man auch von außen mittels des Schalters und anschließendem Reset-Button zwischen den Spielen hin- und herwechseln.

In diesem Video hier wird der Vorgang in aller Ausführlichkeit und Schritt für Schritt erklärt.

Mir hat die kleine Bastelei sehr viel Spaß gemacht und ich spiele nun erst einmal eine Weile Pac-Man darauf. Wenn mir das zu langweilig wird, genügt 5-10 Minuten Bastel-Arbeit und ich kann zu einem anderen Game wechseln.

Die Tasten sind nicht perfekt, aber genügen für die eine oder andere Stunde Spielspaß. Das 2,8 Zoll große Display ist für diese Art von Spielen ebenfalls absolut genügend und wird seitlich beleuchtet. Theoretisch ist die Konsole im Inneren schön übersichtlich aufgebaut und kann mittels Kreuzschrauben ganz einfach repariert oder  eventuell auch modifiziert werden.

Die Mini-Arcade-Station ist mit knapp 25 EUR in meinen Augen preislich noch absolut im Rahmen. Ich könnte mir vorstellen, dass sie mit einer Rabatt-Aktion sicher auch noch ein paar Taler günstiger sein könnte. Als Nerd oder Sammler stelle ich die 25 EUR aber keinesfalls in Frage und das System wandert nach der Spielerei ganz sicher in die Vitrine.

Ebenfalls zu Weihnachten gab es bei mir übrigens ein Arcade-Tasten-Set, welches über den Weihnachtsurlaub vermutlich mit meinem Nintendo Classic Mini-NES und dem Monitor hier in eine Tisch-Arcade-Station umgewandelt werden wird. Ich hoffe, ich finde Zeit und schaffe es ins Bauhaus, für ein wenig MDF-Holz. Dann geht die wilde Bastelei auch schon los.

Wenn euch dieses Projekt auch interessiert, bleibt uns treu – ich halte euch selbstverständlich hier auf dem Laufenden.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet Mini-Arcade-Station mit 3.5 von 5 Punkten.

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