Der „Automobilclub von Deutschland“ (AvD) fordert gezielte Maßnahmen statt pauschaler Tempolimits zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Die Diskussion über flächendeckende Tempolimits auf Autobahnen und eine generelle Einführung von Tempo 30 in Städten ist aktuell erneut entbrannt. Inzwischen beziehen auch Automobilclubs erneut zum Thema Stellung. Laut AvD lassen sich Verkehrsunfälle nicht durch starre Vorgaben vermeiden, sondern durch situationsangepasste Maßnahmen wie intelligente Verkehrssteuerung und den Ausbau sicherer Infrastruktur.

Situationsabhängige Tempolimits und städtische Verkehrsregelungen

Rund 30 Prozent der deutschen Autobahnen verfügen bereits über feste oder dynamische Tempolimits, die sich an Verkehrsaufkommen, Wetter oder Baustellen orientieren. Diese Regelungen erhöhen nachweislich die Sicherheit und seien laut AvD effektiver als flächendeckende Limits, da sie regionale Unterschiede berücksichtigen.

Die Hauptursachen für schwere Unfälle liegen laut AvD in Ablenkung, ungenügendem Abstand, fehlerhaftem Spurwechsel und nicht angepasster Fahrweise.

Tempo 30 in Städten nur dort, wo es sinnvoll ist

Auch in Städten können Geschwindigkeitsbeschränkungen einen Beitrag zur Sicherheit leisten, sollten jedoch gezielt eingeführt werden. Internationale Beispiele wie Helsinki zeigen positive Effekte, wobei bauliche Maßnahmen wie Kreisverkehre oder sichere Fußgängerüberwege entscheidend sind.

Die BASt-Gutachten bestätigen, dass solche Maßnahmen an Unfallschwerpunkten die Zahl schwerer Unfälle um bis zu 40 Prozent senken können. Der AvD unterstützt daher insbesondere Tempo-30-Zonen in Wohngebieten und in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Spielplätzen.

Wichtige Maßnahmen laut AvD:

  • Gezielte Verkehrsüberwachung an Risikopunkten
  • Ausbau sicherer Infrastruktur wie Fußgängerüberwege und Kreisverkehre
  • Intelligente Steuerung des Verkehrsflusses

Ich halte die Argumentation des AvD für durchaus nachvollziehbar, da differenzierte und situationsabhängige Maßnahmen oft wirksamer sind als pauschale Tempolimits. Meiner Einschätzung nach können ein gezielter Ausbau der Infrastruktur und eine intelligente Verkehrssteuerung den größten Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten, ohne den Verkehrsfluss unnötig zu beeinträchtigen.

Persönlich würde mich ein generelles Tempolimit allerdings überhaupt nicht stören, da ich ohnehin nicht schneller als 130 fahre.


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  1. Ronald 🔅

    ..wobei bauliche Maßnahmen wie Kreisverkehre oder sichere Fußgängerüberwege entscheidend sind.

    Warum ein einfaches Tempolimit, wenn man mit immensen finanzielen Aufwand für mehr „Sicherheit“ sorgen kann?
    Erinnert mich and das Land der Freien, Heimat der Tapferen.
    Lieber Schulen mit schusssicheren Glass ausstatten, Panzertüren und Panikräume einbauen, Schüler in der Erstversorgung von Schussverletzungen schulen, anstelle einfach Schusswaffen zu verbieten.
    Tja, so hat jedes Land sein Fetisch.

  2. Allstar 🪴

    Also dieses leidige Thema jedes Jahr, als hätte wir sonst keine Probleme. 30 km/h Allgemein in der Stadt ist einfach Unsinn jeder Verbrenner verbraucht bei 30 km/h mehr Kraftstoff und pustet mehr Schadstoffe in die Luft als bei 50 km/h.
    Und zu den Autobahnen, wie der AvD schon sagt es sind die Fahrer die nicht fahren können.

    1. Ronald 🔅

      In diesem Beitrag geht es um die Verkehrssicherheit.
      Warum erzählst du uns hier was von Kraftstoffverbrauch und Emissionen?

  3. Puk 🌟

    ich bin für max 120 auf den Autobahnen, besser noch 100. in den NL fährt es sich so entspannt auf der Bahn, kaum einer drängelt, keine Hektik…und hier leider immer mehr Hirnlose am Steuer

    1. Allstar 🪴

      reden wor vom gleichen Land? fahre öfters mal in die Niederlande, die Holländer drängeln dort öfters wenn du exakt die Geschwindigkeit fährst die erlaubt ist.

  4. Max 🌟

    Die Hauptursachen für schwere Unfälle liegen laut AvD in […] ungenügendem Abstand, fehlerhaftem Spurwechsel und nicht angepasster Fahrweise.

    Auch geil. Drei von vier Argumenten lassen sich auf ein fehlendes Tempolimit ableiten.
    Wie entsteht üblicherweise ungenügender Abstand? Ich komm schneller von hinten angedrängelt oder will überholen und beschleunigen. Sonst komm ich in der Regel nicht mal so nah ran.
    Fehlerhafter Spurwechsel? Deutlich risikoärmer, wenn die Differenzgeschwindigkeit 20km/h beträgt und nicht 100km/h.
    Nicht angepasste Fahrweise? Deutlich geringeres Schadenspotential bei geringerer Geschwindigkeit.

    Ja, es gibt hier Ausnahmen, aber all das ist deutlich abgeschwächt durch fixe 130km/h oder von mir aus 150km/h. Alle fahren entspannter. Von mir aus kann man nachts bei leeren Autobahnen Ausnahmen machen aber grad tagsüber würde das ne Menge Sinn ergeben. Und sind wir mal ehrlich, der Zeitgewinn bei 200km/h ist auch eher vernachlässigbar, die Durchschnittsgeschwindigkeit kann man auf ner normalen Autobahn eh nicht halten, weil immer jemand rein fährt. Stattdessen wird’s einfach jedes Mal ein Würfelwurf, ob man dem unachtsamen Typen vor einem reinfährt oder noch rechtzeitig bremsen kann.

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