Das Fintech Revolut bietet für neu eröffnete Tagesgeldkonten seit dem 4. August 2026 erstmals die gesetzliche deutsche Einlagensicherung anstelle des bisherigen litauischen Schutzsystems.
Bislang waren alle Tagesgeldkonten bei der Revolut Bank UAB in Litauen angesiedelt und unterlagen dem dortigen Sicherungsfonds. Mit der Entscheidung, neue Konten bei der Deutschen Bank AG zu führen, vollzieht das Finanzunternehmen einen wichtigen Wechsel hin zum deutschen Sicherheitsstandard, der für viele Kunden eine lang erwartete Verbesserung darstellen dürfte.
Die Umstellung betrifft jedoch ausschließlich neue Tagesgeldkonten, die ab dem genannten Datum eröffnet werden. Bestehende Tagesgeldkonten der Kunden bleiben weiterhin bei der Revolut Bank UAB mit ihrer deutschen Zweigniederlassung und unterliegen somit unverändert dem litauischen Einlagensicherungssystem.
An der täglichen Nutzung, den Ein- und Auszahlungsmöglichkeiten sowie der Zinshöhe ändert sich laut des Fintechs für alle Kunden nichts. Die Zinsen werden weiterhin täglich entsprechend des gebuchten Abo-Modells gutgeschrieben.
Revolut arbeitet mit der Deutschen Bank AG zusammen, um dir Tagesgeld anzubieten. Wenn du Geld auf dein Sparkonto bei Revolut einzahlst, legen wir diesen Betrag direkt bei der Deutschen Bank AG an. Dein Geld bei der Deutschen Bank AG ist bis zu 100.000 € durch die gesetzliche deutsche Einlagensicherung geschützt. Es gibt keinen Mindestbetrag für die Eröffnung eines Kontos.
Neue Funktion: Deutsche Einlagensicherung für Revolut-Neukunden
Der wesentliche Unterschied für Kunden, die nach dem Stichtag ein neues Tagesgeldkonto eröffnen, liegt in der Art der Absicherung. Während das litauische System ebenfalls eine Deckelung von 100.000 Euro pro Person vorsieht, gilt nun für neue Konten die gesetzliche deutsche Einlagensicherung.
Das bedeutet, dass das Ersparte bei einer möglichen Insolvenz der Deutschen Bank AG durch das deutsche Sicherungssystem geschützt ist. Revolut weist darauf hin, dass es sich um die reguläre gesetzliche Absicherung handelt, die für alle deutschen Banken gleichermaßen gilt.
Was sich für Neukunden konkret ändert:
- Das Guthaben auf neu eröffneten Tagesgeldkonten wird bei der Deutschen Bank AG gehalten und ist durch die deutsche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt.
- Für die Kontoführung bei der Deutschen Bank müssen bestimmte personenbezogene Daten wie Name, Adresse, Kontaktdaten und Geburtsdatum weitergegeben werden, was Revolut mit gesetzlichen Verpflichtungen begründet.
- Die Eröffnung eines neuen Kontos bleibt wie gewohnt ohne Mindestbetrag möglich und die Zinskonditionen sind identisch zu den bisherigen Angeboten.
- Bestehende Kunden mit Altkonten können weiterhin die litauische Einlagensicherung nutzen, ein automatischer Übertrag findet nicht statt.
Für Bestandskunden ergibt sich durch die Neuregelung zunächst keine Veränderung an ihrem Schutzstatus. Sie bleiben dem litauischen System zugeordnet, was rechtlich und versicherungstechnisch jedoch ebenfalls als solide gilt.
Sollten Kunden den Wunsch haben, künftig von der deutschen Einlagensicherung zu profitieren, wäre nach derzeitiger Informationslage lediglich die Eröffnung eines neuen Kontos möglich, während das bestehende Konto dann separat weitergeführt würde. Revolut hat keine Angaben dazu gemacht, ob perspektivisch auch Altkonten übertragen werden könnten.
Ich halte diesen Schritt für eine längst überfällige und zugleich kluge Entscheidung von Revolut, die das Vertrauen deutscher Sparer spürbar stärken dürfte. Gerade Kunden, die bisher wegen der litauischen Einlagensicherung gezögert haben, größere Beträge bei Revolut anzulegen, erhalten nun mit der deutschen Absicherung ein gewohntes und beruhigendes Sicherheitsniveau.
Auch wenn die litauische Sicherung vergleichbare Bedingungen bietet, spielt die psychologische Wirkung einer heimischen Institution wie der Deutschen Bank eine wichtige Rolle.
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