Die Unternehmen Rheinmetall und Telekom wollen gemeinsam Systeme zur Abwehr von Drohnen und Sabotage entwickeln.

Rheinmetall und die Telekom haben im Vorfeld der Sicherheitsmesse AFCEA in Bonn eine Zusammenarbeit zum Schutz kritischer Infrastrukturen angekündigt. Ziel sei laut Unternehmensangaben ein sogenannter Multi-Threat-Protection-Ansatz, der Cyberabwehr und physischen Schutz miteinander verbindet. Details zu konkreten Produkten oder Zeitplänen nannten die Unternehmen zunächst nicht.

Hintergrund der Kooperation sind zunehmende hybride Bedrohungen durch Sabotage und unerlaubte Drohnenflüge. Rheinmetall bringt dabei seine Erfahrung aus der Flugabwehr und Sensorik ein, während die Telekom auf Kommunikationsnetze, Cloud-Technik und Datenanalyse setzt. Beide Unternehmen verweisen zudem auf bestehende Projekte im Bereich der Drohnenerkennung.

Drohnenabwehr soll kritische Infrastruktur besser schützen

Die Telekom ist nach eigenen Angaben seit 2017 im Bereich Drohnensicherheit aktiv und setzte ihre Technik unter anderem bei der Fußball-EM 2024 ein. Dabei kamen verschiedene Sensorarten wie RF-, Radar-, Audio- und Videosensoren zum Einsatz. Besonders RF-Sensoren gelten als verbreitete Methode, um Drohnen und ihre Fernsteuerungen zu lokalisieren.

Zunehmend beschäftigen sich Sicherheitsbehörden und Unternehmen auch mit Drohnen, die über Mobilfunknetze gesteuert werden. Gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität erforscht die Telekom, wie Mobilfunknetze künftig selbst zur Erkennung solcher Fluggeräte genutzt werden können.

Armin Papperger, Vorsitzender des Vorstands der Rheinmetall AG, sagt:

Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital. Deshalb braucht ihre Abwehr die Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. Rheinmetall und die Deutsche Telekom bündeln genau diese Fähigkeiten.

Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, sagt:

Souveränität entsteht nicht nur durch Diskussionen, sondern durch Taten. Die Telekom übernimmt hier Verantwortung: Mit unserer Kompetenz bei Konnektivität, Cloud und Datenanalyse bringen wir Drohnenabwehr auf ein neues Level. Gemeinsam mit Rheinmetall stärken wir so die Souveränität und leisten unseren Beitrag dazu, Sorgen in der Bevölkerung zu reduzieren.

Ich halte die Kooperation vor allem deshalb für relevant, weil sie zeigt, dass klassische Rüstungstechnik und digitale Infrastruktur beim Schutz kritischer Anlagen immer stärker zusammenwachsen.


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