Riester war ein Flop – jetzt kommt der große Neustart für die private Altersvorsorge

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Die Bundesregierung plant eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge als Nachfolger der Riester-Rente. Auch die Eckpunkte zum neuen Altersvorsorgedepot stehen und sollen noch in dieser Woche beschlossen werden.

Die Riester-Rente wurde 2002 unter der rot-grünen Bundesregierung eingeführt, um sinkende staatliche Rentenansprüche durch geförderte Privatvorsorge auszugleichen. Von ursprünglich 15 Millionen abgeschlossenen Verträgen werden derzeit nur noch rund 10 Millionen aktiv bespart.

Als Hauptkritikpunkte gelten hohe Verwaltungskosten, komplizierte Bedingungen sowie die Pflichtgarantie auf eingezahlte Beiträge, die die Rendite erheblich drückt. Zudem war ein Anbieterwechsel für Sparer kaum ohne finanzielle Verluste möglich.

Neues Altersvorsorgegesetz soll ab 2027 gelten

Das geplante Reformgesetz soll laut Koalitionsangaben am Freitag im Bundestag verabschiedet werden und ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten. Kernstück ist ein verpflichtendes Standardprodukt, das Banken und Versicherungen anbieten müssen und bei dem die Verwaltungskosten auf (immer noch vergleichsweise hohe) 1 Prozent gedeckelt sind.

Vertriebs- und Abschlusskosten sollen künftig über die gesamte Vertragslaufzeit verteilt werden, um Verluste bei einem Anbieterwechsel zu verhindern. Neu ist außerdem, dass auch Selbständige erstmals Zugang zu staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten erhalten.

Drei geförderte Produktvarianten sind künftig vorgesehen:

Für Bezieher kleiner Einkommen und Familien sieht das Reformmodell laut Regierungsangaben vereinfachte Zulagenregeln vor. Die Kinderzulage von bis zu 300 Euro jährlich wird bereits ab einer monatlichen Eigenleistung von 25 Euro ausgezahlt, eine Mindestsparsumme für die staatliche Grundzulage entfällt künftig.

Stattdessen erhalten Sparer für jeden selbst angesparten Euro zunächst 50 Cent staatlichen Zuschuss bis zu 360 Euro im Jahr, danach 25 Cent pro Euro bis zu einem Jahresbetrag von 1.800 Euro.

Zusätzlich ist ein öffentlich verwaltetes Standarddepot geplant, das etwa von der Bundesbank oder der KfW betrieben werden könnte und sich an Modellen aus Norwegen und Schweden orientiert.

Ich halte die Reform für einen überfälligen Schritt, denn die Komplexität und die Kosten der Riester-Rente war ein wesentlicher Grund für ihre geringe Akzeptanz. Ob das neue Modell tatsächlich breitere Bevölkerungsschichten zur privaten Vorsorge motiviert, wird entscheidend davon abhängen, wie verständlich und niedrigschwellig die neuen Produkte in der Praxis gestaltet werden.

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