Die Schweiz prüft wegen der angespannten Treibstoffversorgung ein Tempolimit von 80 km/h auf Autobahnen.
Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) hat nach Angaben des ADAC eine entsprechende Vorlage innerhalb der Bundesverwaltung zur Stellungnahme vorgelegt. Beschlossen ist die Maßnahme bislang nicht. Derzeit dürfen Autofahrer auf Schweizer Autobahnen maximal 120 km/h fahren.
Hintergrund sind zunehmende Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Treibstoffen. Laut einem Lagebericht des BWL ist die Dieselversorgung sehr angespannt, während die Versorgung mit Kerosin sogar als gefährdet eingestuft wird.
Schweiz könnte bei schwerem Spritmangel Tempo 80 einführen
Als Ursachen gelten der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie Lieferprobleme infolge von Unwettern in Frankreich und Niedrigwasser auf dem Rhein. Die Schweiz hat deshalb bereits Teile ihrer strategischen Pflichtlager für Diesel und Kerosin freigegeben.
Die wichtigsten Eckpunkte der Überlegungen:
- Geprüft wird ein Tempolimit von 80 km/h auf allen Autobahnen.
- Aktuell gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.
- Der Bundesrat könnte die Maßnahme bei einer schweren Mangellage anordnen.
- Konkrete Bedingungen und mögliche Kraftstoffeinsparungen sind noch nicht bekannt.
Wie angespannt die Situation ist, zeigt sich auch an den Tankstellen. Laut SWR3 kostet Diesel in der Schweiz derzeit 2,66 Euro pro Liter. Damit liegt das Land im europäischen Spritpreisvergleich an der Spitze. In Deutschland werden aktuell rund 2,28 Euro pro Liter fällig.
Für Autofahrer würde Tempo 80 eine deutliche Einschränkung bedeuten. Eine Fahrt über 100 Kilometer würde bei konstant 80 statt 120 km/h rechnerisch 25 Minuten länger dauern.
Noch handelt es sich allerdings um eine Vorsorgemaßnahme für eine mögliche schwere Versorgungskrise. Dass die Schweiz eine derart deutliche Geschwindigkeitsreduzierung überhaupt vorbereitet, verdeutlicht, wie ernst die Behörden die Risiken für die Treibstoffversorgung nehmen.
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