Messenger: Threema sieht sich vor Signal und Telegram

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Nachdem WhatsApp eine Anpassung der hauseigenen Datenschutzrichtlinien scharf geschaltet hatte, konnten die Messenger-Konkurrenten Threema und Signal einen erheblichen Nutzeransturm verzeichnen. Die WhatsApp-Anpassung gilt zwar vorerst nicht für Nutzer im Euroraum, dennoch ist die Verunsicherung der Nutzer groß. WhatsApp sah sich sogar gezwungen, einige Dinge zu erklären.

Nun prescht der quelloffene und kostenpflichtige Messenger Threema vor und möchte die Gunst der Stunde nutzen. Man sieht sich als WhatsApp-Alternative und scheut auch den Vergleich mit Signal und Telegram nicht.

Aus diesem Grund hat man einen Messenger-Vergleich ins Leben gerufen, in dem neben Signal und WhatsApp auch Telegram herangezogen wird. Threema verfolgt damit natürlich eigene Interessen. Dennoch möchte ich die Einschätzung der Entwickler hier gerne zur Diskussion stellen.

Threema über Signal:

Sowohl Signal als auch Threema sind auf Sicherheit und Datenschutz ausgelegt. Signal geniesst unter Experten einen hervorragenden Ruf und ist zweifellos eine solide Lösung, was Sicherheit betrifft. Im Vergleich mit Threema tritt jedoch bzgl. Datenschutz ein markanter Schönheitsfehler zum Vorschein.

Im Unterschied zu Threema lässt sich Signal nur mit Angabe personenbezogener Daten verwenden, wohingegen Threema völlig anonym, ohne Angabe einer Rufnummer oder E-Mail-Adresse nutzbar ist. Der Umstand, dass Signal als US-amerikanischer IT-Dienstleister dem CLOUD Act unterliegt, verschärft dieses Datenschutz-Defizit noch.

Threema über Telegram:

Weil Telegram bereits über optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verfügte, als diese Technologie noch nicht weit verbreitet war, wird der Dienst bisweilen heute noch fälschlicherweise als sicher eingestuft. Telegram unterscheidet sich jedoch grundlegend von sicheren Lösungen wie Threema, zumal es sich um eine Cloud-Lösung handelt.

Standardmässig werden Nachrichten bei Telegram langfristig auf einem Server gespeichert, wo sie der Dienstbetreiber jederzeit lesen könnte. Bei Threema sind Nachrichten hingegen dank Ende-zu-Ende-Verschlüsselung weder für den Dienstbetreiber noch für sonst jemanden ausser dem Empfänger lesbar, und nach Zustellung werden sie umgehend unwiderruflich vom Server gelöscht.

Der laxe Umgang mit Sicherheit und Datenschutz erlaubt Telegram jedoch, bei manchen Features mehr zu bieten als sichere Alternativen wie Threema.

Threema über WhatsApp:

WhatsApp ist der populärste Instant Messenger überhaupt, und in der weiten Verbreitung besteht auch der grösste Vorteil gegenüber Mitstreitern. Ein mindestens ebenso grosser Nachteil sind aber die Löcher im Datenschutz, welche dem zugrundeliegenden Geschäftsmodell geschuldet sind.

Inhaber von WhatsApp ist Facebook, das sich durch den Verkauf zielgerichteter Werbung finanziert. Dieses Geschäftsmodell erfordert so detaillierte Nutzer-Informationen wie möglich. Daher setzt WhatsApp die Angabe personenbezogener Daten voraus, und die Nutzerdaten werden von Facebook für Marketingzwecke verwendet.

Threema ist durch App-Verkäufe finanziert. Der Dienst lässt sich ohne Angabe personenbezogener Daten nutzen und ist von Grund auf darauf ausgelegt, nur so wenige Nutzerdaten wie technisch möglich zu generieren.

Kurz: In Sachen Sicherheit und Datenschutz schneidet Threema eindeutig am besten ab. Zumindest aus der Sicht von Threema. 😉

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