Sonos Ace Ultra im Test: Neuer Flaggschiff-Kopfhörer mit WLAN

Sonos brachte kurz vor der App-Krise, die das Unternehmen in die bisher größte Krise bisher stürzte, den ersten Over-Ear-Kopfhörer auf den Markt, den Sonos Ace. Dieser ging durch die Krise unter, entwickelte sich aber zu einem Favoriten von mir.

Ich habe den Sonos Ace in den letzten zwei Jahren aktiv im Alltag genutzt und war dementsprechend auf die neue Generation gespannt. Wobei es genau genommen keine neue Generation ist, denn der „Ultra“ ordnet sich über dem normalen Ace ein.

Optisch erkennt man auf den ersten Blick aber kaum einen Unterschied, der Sonos Ace Ultra ist aber minimal größer, dicker und schwerer. Hier und da wurden auch ein paar Elemente überarbeitet, wie die Mikrofone, doch auf dem Kopf merkt man eigentlich keinen Unterschied. Falten kann man den Ace aber leider wieder nicht.

Neben Schwarz und Weiß hat Sonos dem Ace Ultra außerdem auch zwei neue Farben spendiert, ich habe mich aber wieder für Schwarz entschieden, bis heute meine erste Wahl bei Technik. Ein schöner und schlichter Kopfhörer, der mir bis heute gut gefällt und den ich auch mal über längere Zeit bequem tragen kann.

Und ja, im Sommer hat dieser Over-Ear-Kopfhörer die gleichen Nachteile wie alle Modelle dieser Art, da kann man im Bereich der Ohren auch mal etwas schwitzen.

Wie sieht es unter der Haube aus? Mir hat der Sound des Sonos Ace schon gut gefallen, laut Sonos besitzt der Ace Ultra einen neuen Treiber und klingt besser. Ich habe im Alltag keinen großen Unterschied bemerkt, maximal im Detail. Und der Bass ist etwas kräftiger, wenn man den Equalizer ein bisschen dafür anpasst.

Dazu kommen 5 Stunden mehr Akkulaufzeit, es sind jetzt also 35 Stunden mit ANC, was kein Bestwert der Branche ist, mir allerdings vollkommen ausreicht. Ich konnte in der Kürze der Zeit aber nicht testen, ob das jetzt exakt 5 Stunden mehr sind.

Ein großes Highlight gibt es beim Akku aber noch, denn mit dem passenden Kit für 25 Euro kann man diesen selbst austauschen. Der Akku ist bis heute die größte Schwäche bei Kopfhörern und ich habe das Kit zwar nicht hier, wenn das aber wie versprochen funktioniert, dann würde ich das als großen Mehrwert einstufen.

Neu ist ein adaptives ANC (Active Noise Cancelling), was vor allem unterwegs sehr praktisch sein kann. Wobei ein Over-Ear-Kopfhörer schon so gut abschirmt, das ist also meiner Meinung nach nicht so relevant wie bei In-Ear-Kopfhörern. Aber es ist ein teurer Flaggschiff-Kopfhörer, adaptives ANC war also durchaus überfällig.

Sonos hat dem Ace Ultra außerdem endlich auch eine Funktion spendiert, die ich beim ersten Ace vermisst habe: WLAN. Man kann also auf Knopfdruck nicht nur zwischen Soundbar und Kopfhörer wechseln, was ich jede Woche mehrmals beim Ace mache, man kann auch zwischen Kopfhörer und den Speakern wechseln.

Der Sonos Ace Ultra kann Musik also nicht nur über Bluetooth, sondern auch über WLAN abspielen und gliedert sich somit besser in das Ökosystem von Sonos ein. Ich habe nicht verstanden, warum Sonos das nicht schon beim ersten Ace hatte.

Etwas besserer Sound, besseres und vor allem adaptives ANC, mehr Akku, den man bei Bedarf selbst und günstig tauschen kann, schönes und schlichtes Design, eine bessere Integration in das Ökosystem von Sonos, es gibt nur einen „Nachteil“.

Sonos ist und bleibt eine teure Marke und der Sonos Ace Ultra ist mit 449 Euro ein durchaus teurer Kopfhörer in dieser Kategorie. Den normalen Ace bekommt man für fast 300 Euro, im Angebot manchmal sogar für unter 270 Euro. Das sind dann fast 200 Euro weniger und ich weiß nicht, ob die Neuerungen wirklich jeder benötigt.

Hinzu kommt, dass die Konkurrenz, wie der Sony WH-1000XM6, teilweise auch gut 100 Euro weniger kostet und technisch nicht schlechter ist. Die Frage ist, ob man den Vorteil des Sonos-Ökosystems nutzen kann und mit Sonos ausgestattet ist.

Wer kein Sonos nutzt, der bekommt ähnliche Technik für weniger Geld.

Doch ich nutze Sonos, ich habe zwei Jahre den Sonos Ace genutzt und ich mag den Sonos Ace Ultra. Wer mit Sonos unterwegs ist und wer sowieso schon die Bereitschaft mitbringt, dass er mal einen Euro mehr zahlt und nicht immer nur das P/L-Verhältnis im Auge hat, dem kann ich den Sonos Ace Ultra durchaus empfehlen.

Für mich selbst ist das aber eher ein Sonos Ace 2, der eine Funktion mitbringt, die der erste Ace schon hätte haben dürfen. Mit dem Ultra will man meiner Meinung nach nur verschleiern, dass die neue Generation des Ace noch teurer geworden ist.

tl;dr Der Sonos Ace Ultra ist in fast allen Bereichen besser als der Sonos Ace und sieht dabei sehr ähnlich aus und fühlt sich fast gleich an. Aber es ist vielmehr eine neue Generation mit kleinen Optimierungen und nicht unbedingt ein Modell „über“ dem alten Ace. Toller Kopfhörer, aber das „Ultra“ soll die Preiserhöhung abmildern.

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