Der Bezahldienst Wero kommt im deutschen Onlinehandel nur langsam voran und wird bislang kaum von großen Händlern angeboten.
Fünf Monate nach dem Start im E-Commerce nutzen laut Handelsblatt nur wenige große Shops Wero. Media-Markt-Saturn stellt eine Einführung in Aussicht, nennt aber keinen Termin. Wichtige Händler wie Otto, Zalando oder Ikea prüfen die Integration, während andere wie Rewe den Dienst noch für zu unbekannt halten.
Unternehmen wie Amazon und Apple äußerten sich nicht. Immerhin bei Amazon könnte Wero zeitnah landen, da es das niederländische iDEAL ersetzt. Mein Tipp: auf Wero Tracker bekommt man eine schöne Übersicht zu teilnehmenden Banken und Händlern.
Wero wurde von der European Payments Initiative als europäische Alternative zu Paypal entwickelt. Seit 2024 sind Handy-zu-Handy-Zahlungen möglich, seit Ende 2025 auch Onlinezahlungen. Laut EPI gibt es 53 Millionen Nutzer, davon acht Millionen in Deutschland, konkrete Transaktionszahlen fehlen jedoch.
Warum Händler bei Wero zögern
Zentrale Gründe laut Branchenexperten:
- Hoher technischer Integrationsaufwand
- Starke Konkurrenz etablierter Bezahldienste
- Unsicherheit durch geplanten digitalen Euro
Experten verweisen auf komplexe technische Prozesse und viele beteiligte Dienstleister. Gleichzeitig dominiert Paypal mit hoher Verbreitung den Markt, trotz vergleichsweise höherer Gebühren. Hinzu kommt der geplante digitale Euro, über den das EU-Parlament voraussichtlich im Juni abstimmt und der zusätzliche Konkurrenz schaffen könnte.
Ich sehe Wero derzeit in einer schwierigen Position. Sowohl technische Hürden als auch starke Wettbewerber und politische Entwicklungen bremsen die Marktdurchsetzung. All das war allerdings abzusehen, sodass es bei der Konzeption und Finanzierung berücksichtigt werden konnte. Ein Selbstläufer wird Wero jedenfalls nicht. Das ist bei Produkten, nach denen kaum ein Kunde gefragt hat, weil es schlicht keinen Bedarf gab, allerdings meistens so.
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