Wolverine im Test: Das große Problem des PS5-Blockbusters

Ich hatte mit Wolverine mehr Spaß, als ich anfangs dachte. Aber ich hatte auch die entsprechenden Erwartungen an dieses Spiel und bin der Meinung, dass es sich durchaus lohnt, aber ein großes Problem hat: Der Preis. Der ist zu hoch angesetzt.

In wenigen Wochen erscheint GTA 6 für 80 Euro und das bietet einen komplett anderen Umfang, das wird eine komplett andere Liga, mit der man sich jetzt im Herbst eben auch messen lassen muss. Und bei einem Spiel, welches man in etwas mehr als 10 Stunden durchgespielt hat, würde ich keine UVP von 80 Euro ansetzen.

Diesen Preis möchte Sony aber für den neuen PS5-Blockbuster von Insomniac Games haben. Und das, obwohl ein Spiel wie Expedition 33 von 2025 (welches auch das Spiel des Jahres wurde) für 50 Euro gezeigt hat, dass man mehr Tiefe und Umfang für weniger bekommen kann. Die Entwicklung bei Sony ist also zu teuer.

Anmerkung: Gerüchte sprechen von ca. 300 Millionen Dollar bei der Entwicklung von Wolverine, das ist für so ein Spiel mittlerweile viel zu viel. Die Kosten sind nicht offiziell, aber werden mehr oder weniger stimmen und müssen definitiv runter.

Wolverine Ps5

Wolverine ist qualitativ an einigen Stellen auf dem typischen AAA-Level von Sony, wie bei der Grafik oder den Zwischensequenzen, die wirklich gut vertont sind, aber an vielen Stellen eben nicht. Das Gameplay ist beispielsweise maximal AA-Level und repetitiv und einfach gestaltet. Das ist nicht selten reines Button-Smashing.

Besonders stark ist mir das bei einer optimalen Herausforderung aufgefallen, in der man mehrere „Horden“ an Gegnern bekämpfen muss. In Häppchen ist der Kampf durchaus unterhaltsam, doch ich habe die Herausforderung schnell beendet. In der Regel strebe ich die höchste Wertung an, doch der Kampf macht zu wenig Spaß.

Nicht falsch verstehen, ich bin mit genau dieser Erwartung an das Spiel und habe nicht gedacht, dass ich hier eine Tiefe eines Elden Ring beim Gameplay erlebe, aber ich bin nach dem Spiel auch nicht davon überzeugt, dass das ein 80-Euro-Title ist.

Wolverine ist ein typischer Action-Blockbuster, der komplett linear aufgebaut ist, der schön inszeniert ist, der eine passable Story bietet und bei dem man das Hirn auch einfach mal ein paar Stunden ausschalten kann. Wenn man das weiß und nicht mehr erwartet, dann bekommt man hier ein Spiel, was ich sogar empfehlen kann.

Das ist kein Titel für eine Auswahl zum Spiel des Jahres, das ist kein Spiel, über das wir noch Jahre reden werden, aber es ist ein grundsolides Action-Spiel. Und es muss auch nicht immer der große AAA-Prestige-Blockbuster sein. Diesen Eindruck erweckt Sony jedoch, wenn man den Preis eben ganz oben bei Wolverine ansetzt.

Das Marketing und der Preis lassen vermuten, dass hier entweder ein Spiel mit sehr vielen Stunden und Tiefe oder ein Spiel mit einem komplexen Gameplay-System erscheint. Doch das steckt meiner Meinung nach (leider) nicht in Wolverine drin.

Anmerkung: Der Preis der physischen Version ist zum Marktstart schon bei ca. 70 Euro angekommen, immer noch viel, aber man sieht den Trend. Da Sony aber eine digitale Zukunft plant und eine UVP aufgerufen hat, war das eben meine Grundlage.

Wolverine ist ein grundsolides Spiel mit einer schönen Grafik und durchaus guten Inszenierung, bei dem man sich zurücklehnen und vor allem als Fan von Comic-Inhalten viel Spaß haben kann. Ich hatte hier Spaß, aber es war auch kein Highlight.

Wolverine ist eben doch sehr kurz, vielleicht auch zu kurz. Ich brauche keine Spiele, die künstlich in die Länge gezogen werden, denke bei 80 Euro aber schon an 20 Stunden oder mehr. Und dann wäre da eben das Gameplay, was in den ersten 2-3 Stunden durchaus unterhält, aber vor allem ab der Mitte viel zu repetitiv wird.

Ich kann Wolverine empfehlen, zu einem Preis von knapp 50 Euro im Angebot oder eben irgendwann im Abo bei PlayStation Plus. Die Kritik, die das Spiel aktuell von vielen Seiten bekommt, finde ich persönlich oft zu übertrieben (jeder Test ist eben immer subjektiv), aber ich kann die Wertung von knapp 80 auch gut verstehen.

Ich persönlich würde dem Spiel zum Start 7,5 von 10 Punkten geben.

Wäre Wolverine ein Spiel für 49,99 Euro, das wäre ein etwas anderes Gespräch gerade. Wolverine kostet jedoch so viel wie ein GTA 6 und es ist auch nicht auf dem Level der alten Spider-Man-Spiele, das Problem ist meiner Meinung nach also nicht, dass es schlecht ist, das Problem ist einfach nur, dass es noch etwas zu teuer ist.

Wenn der Preis gesunken oder es im Abo von Sony verfügbar ist und man mit der entsprechenden Erwartung an Wolverine herangeht, dann kann ich es aber wirklich empfehlen (wenn man einfach mal ein paar Stunden simple Action haben möchte).


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  1. Kurt 🔆

    ich zieh mir das Spiel grad bei Keys rein und ich muss sagen dass die Synchro verdammt gut ist! richtig kernig.

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