Das Unternehmen Apple führt mit Creator Studio ein Abo ein, das erstmals Pages, Keynote und Numbers mit kostenpflichtigen Zusatzfunktionen verknüpft.

Apple hat mit dem Creator Studio ein neues Abonnement vorgestellt, das mehrere professionelle Kreativprogramme bündelt und zugleich tief in bislang kostenlose Produktivitätsapps eingreift.

Neben Final Cut Pro, Logic Pro und Pixelmator Pro sind auch Pages, Keynote und Numbers Teil des Pakets. Laut Unternehmensangaben richtet sich das Angebot an Kreative, die sowohl Medienproduktion als auch Präsentationen und Dokumente in einem Workflow verbinden wollen.

Während die Umstellung der Pro-Apps auf ein Abo-Modell erwartbar ist, fällt vor allem die Einbindung der iWork-Apps auf. Pages, Keynote und Numbers galten bislang als vollständig kostenlose Werkzeuge für eine breite Nutzerbasis. Durch die Hintertür ändert sich das nun.

Mit Creator Studio werden zentrale neue Funktionen, Inhalte und Vorlagen an ein kostenpflichtiges Abonnement gekoppelt, obwohl ein Großteil der Nutzer diese Apps unabhängig von professioneller Medienproduktion einsetzt.

Apple gibt an:

Kann ich Keynote, Pages, Numbers und Freeform weiter­hin kosten­los nutzen?

Ja. Du kannst Keynote, Pages, Numbers und Freeform weiter­hin kosten­los nutzen. Und obwohl diese Apps für alle kosten­los bleiben, bietet ein Apple Creator Studio Abonne­ment Premium-Vorlagen, eine Biblio­thek mit hoch­wertigen lizenz­freien Fotos und Grafiken sowie leistungs­starke KI Features.

Das sagt allerdings nichts über zukünftige Funktionen und Updates aus. Inwieweit werden die Apps überhaupt noch unabhängig vom Bezahlabo verbessert? Wird es neue Vorlagen und Funktionen ohne Premium-Abo geben? All das steht in den Sternen und kann sich durch die aktuelle Umstellung auch jederzeit ändern.

In den neuen App-Versionen wird man jedenfalls sehr prominent mit Werbung für das neue Creator-Abo konfrontiert.

Pages, Keynote und Numbers als Freemium-Bestandteil

Kern der Neuerungen ist der sogenannte Content Hub, eine integrierte Mediathek mit Bildern, Illustrationen und Vorlagen, die in Pages, Keynote und Numbers genutzt werden kann.

Ergänzt wird dies durch neue Premium-Templates sowie KI-Funktionen wie das Erstellen von Präsentationen aus Texten oder das Generieren von Sprecher-Notizen.

Apple zufolge basieren diese KI-Funktionen auf externen Modellen und sind daher nur für Abonnenten verfügbar.

Zentrale Auswirkungen der Umstellung:

  • Pages, Keynote und Numbers erhalten kostenpflichtige Zusatzfunktionen, werden demnach zu Freemium-Apps
  • Neue Vorlagen und Medien sind nur im Abo enthalten
  • KI-Funktionen werden exklusiv für Abonnenten freigeschaltet
  • Die Trennung zwischen kostenlosen und Premium-Funktionen bleibt unklar

Ich halte die Umwandlung von Pages, Keynote und Numbers in ein Freemium-Modell für unnötig und wenig passend zur bisherigen Apple-Positionierung. Diese Apps waren ein zentrales Argument für das Ökosystem und lebten von ihrer Offenheit für alle Nutzer. Die Kopplung grundlegender Verbesserungen an ein Kreativ-Abo verwässert diesen Ansatz und hinterlässt den Eindruck, dass hier bewährte Stärken ohne klare Notwendigkeit eingeschränkt werden.


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  1. Enes ☀️

    Nutzt überhaupt jemand Pages, Keynote und Numbers wirklich produktiv? Selbst als ich mein MacBook täglich genutzt habe, habe ich lieber die Microsoft-Produkte bevorzugt, auch wenn ich dafür zahlen musste, da diese einen viel größeren Funktionsumfang bieten. Numbers wirkt eher wie eine light Version von Excel, zumindest war das meine Erfahrung.

  2. Stefan K. 🔅

    Bei Google wundert mich eine solche Strategie nicht, was aber auch nicht der Grund für das Google-One-Abo bei mir ist. Aber das jetzt auch Apple auf solche Methoden zurückgreift, die ohnehin mit jeder iPhone-Generation gefühlt weiter wachsen und mehr verdienen, ist schon absurd. Muss Dir da zustimmen, dass die an ihren eigenen Werten, die ja auch bei jeder passenden Gelegenheit irgendwie nach außen posaunt werden, hinterfragt und gefühlt abschafft.
    Keine schöne Entwicklung, vor allem für langjährige Nutzer und solche, die mit dem Gedanken eines Wechsels zum Apple-Kosmos geliebäugelt haben, eben wegen der kostenlosen Office-Apps.

  3. Jan 🏅

    Solche KI Funktionen kostenlos anzubieten, ist halt leichter gesagt als getan. Letztlich bezahlt Apple für jeden einzelnen Aufruf einer KI Funktion, sofern er extern ausgeführt wird. Die Funktionen zur Bildgenerierung usw. werden ja weiterhin von ChatGPT und künftig von Gemini übernommen und gerade die gehen richtig ins Geld. Die Kosten für APIs bei KI Modellen sollte man wirklich nicht unterschätzen.

    Ob Apple das jetzt nicht auch irgendwie kostenlos anbieten KÖNNTE, ist eine andere Frage. Aber ganz grundsätzlich beißt sich kostenlose Software mit KI Integration.

  4. Axel ☀️

    Die Kopplung grundlegender Verbesserungen an ein Kreativ-Abo verwässert diesen Ansatz und hinterlässt den Eindruck, dass hier bewährte Stärken ohne klare Notwendigkeit eingeschränkt werden

    Ja, aber man kann eben mehr Geld damit verdienen. Schon macht es Sinn…

    1. René Hesse ♾️

      Der einzige Grund ist, den Gewinn im Bereich Services hochzuschrauben. Ob Office-Basis-Apps in ein Kreativabo integriert werden sollten, darüber lässt sich sicherlich streiten.

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