Das Bundesverkehrsministerium will den Führerschein durch eine Reform günstiger und digitaler machen.

Bund und Länder haben sich in einer Arbeitsgruppe auf Eckpunkte zur Neuausrichtung der Fahrschulausbildung verständigt. Verkehrsminister Patrick Schnieder erklärte heute, der Führerschein sei in Deutschland „einfach zu teuer“. Laut Ministerium liegen die durchschnittlichen Kosten für die Klasse B derzeit bei rund 3.400 Euro. Ziel der Reform sei es zudem, Bürokratie für Fahrschulen abzubauen.

Für die Klasse B ist künftig eine Mindestfahrzeit von 25 Minuten und eine Prüfungsdauer von 40 Minuten vorgesehen. Bei anderen Klassen sind 45 Minuten Mindestfahrzeit und 70 Minuten Gesamtprüfungszeit geplant.

Weniger Theoriefragen, Experimentierklausel und mehr Preistransparenz

Der Fragenkatalog der Theorieprüfung der Klasse B soll um knapp 30 Prozent auf etwa 840 Fragen reduziert werden. Fahrschulen dürfen Theorieunterricht vollständig online anbieten und sollen keine eigenen Schulungsräume mehr vorhalten müssen. Zudem sind nur noch drei verpflichtende Sonderfahrten vorgesehen.

Teile der praktischen Ausbildung können im Rahmen einer auf fünf Jahre befristeten Experimentierklausel von „Personen mit besonderem Näheverhältnis“ übernommen werden, etwa Eltern oder Freunde, nach österreichischem Vorbild. Fahrschulen sollen ihre Preise künftig online veröffentlichen und regelmäßig melden, damit Vergleichsportale diese aufbereiten können. Laut Schnieder gehe kein Vorschlag zulasten der Verkehrssicherheit.

Der Minister strebt eine Einigung bei der Verkehrsministerkonferenz Ende März an, anschließend könnten rechtliche Änderungen folgen. Fahrlehrerverbände berichten bereits von rückläufigen Anmeldezahlen, da viele Fahrschüler auf mögliche Preisänderungen warten. Ich halte die Reform für strukturell weitreichend, ob sie tatsächlich zu spürbar niedrigeren Kosten führt, bleibt jedoch offen.


Fehler melden13 Kommentare

   

Durch Kommentieren stimmst du unserer Netiquette und Datenschutzerklärung zu.

  1. Elknipps 👋

    Damit noch mehr Honks auf der Strasse einfahren und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Und die immer genannten 4500 Euro kann nicht mal der ADAC ermitteln.

    2500 bis 3500 Euro. Für Leute der Generation Z mit viel Smartphone Adhs auch mal 4500 euro und 2 Wiederholungen.

  2. Tom 💎

    > Teile der praktischen Ausbildung können im Rahmen einer auf fünf Jahre befristeten Experimentierklausel von „Personen mit besonderem Näheverhältnis“ übernommen werden, etwa Eltern oder Freunde, nach österreichischem Vorbild.

    Ich habe meinen Führerschein in Österreich gemacht und kann nur hervorheben, wie toll diese Möglichkeit ist. Man hat ja trotzdem eine gewisse Anzahl an Pflichtstunden mit einem Fahrlehrer. Aber davon abgesehen kann man beliebig viel üben a) ohne für jede Stunde bezahlen zu müssen und b) vor allem in einer entspannten Umgebung ohne Druck. Das war für mich extrem wichtig, nicht weil ich mich schlecht angestellt hätte oder so (im Gegenteil), sondern weil ich sehr mit Prüfungsangst und Panik zu kämpfen habe* und das erforderte, dass ich mir dafür viel Zeit nehme, weil ich sonst mit Sicherheit mehrfach durchgefallen wäre, obwohl das Fahren von Anfang an gut funktioniert hat. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, ganz viel zu fahren, was im Rahmen einer „altmodischen” Ausbildung schwierig gewesen wäre, bis ich nicht nur fahren konnte, sondern vor allem die Sicherheit hatte, mir die Prüfung zuzutrauen. Ergebnis: 0 Fehler in der Theorie, 0 Fehler in der Praxis.

    *) Weil ich in einem anderen Kommentar schon wieder einen derart respektlosen Kommentar („für Generation Pusteblume einfacher machen…. wer mag schon Stress”) lese: Das hat nichts mit normaler Nervosität zu tun und ist für Menschen kaum zu verstehen, die so etwas nicht kennen. Das kann die Hölle sein.

    1. Neuhier in 🔅

      Und deine psychologische Einschränkung spricht jetzt für alle Fahrschüler?

      … das hat nix mit Respektlosigkeit zu tun… wir müssen aber auch nicht jedem Hamptidampti, eine psychische Erkrankung unterstellen.

      1. Hamburger 👋

        Die Kandidaten die früher schon 10 mal durch die Prüfung gerasselt sind und 5 Fahrschulen hatten gab es schon immer.

  3. Neuhier 🔅

    Zahlen aus dem aktuellen Datenreport des TÜV-Verbands zeigen, dass 44 Prozent an der Theorieprüfung und 37 Prozent an der praktischen Prüfung scheiterten.

    Quelle: Zeit Online

    Aber gut, dass wir das jetzt für Generation Pusteblume einfacher machen…. wer mag schon Stress

    1. DanDan 🪴

      korrekt, es wird auf die Fahrschulen geschossen, aber unsere Kosten sind NICHT gering! Einmal Öl wechseln 350 euro, Steuern, lohnkosten, sprit, die leute denken das jeder Besitzer einer fahrschule im geld schwimmt! dem ist definitiv nicht so.

      Hier wird der Generation „weichei“ einfach nur der weg zum lappen erleichtert, bloss nicht anstrengen, bloss nicht scheitern!

      Das die jungen leute bei der Theoretischen prüfung teilweise 6 Anläufe brauchen, liegt an der Faulheit! Ich kontrolliere oft die Lernstände, ich sehe die zeit wann und wieviel gelernt wird. Oft wird keine 10 Minuten in der wochen gelernt, dann wird versucht auswendig, klappt nicht. Prüfungssimulation: Ich habe aktuell eine schülerin, die Dame hat 300 Simulationen hinter sich und 7!!!! bestanden! glück?
      kein Einzelfall, sie haben mittlerweile eine App, könnten überall lernen, Standard Antwort: mache ich in den Ferien fertig, nach den Ferien frage ich jedesmal, und? lernstand von 27% auf 29% 😅

      die app ist in einer woche zu schaffen, man muss nur wollen!
      Ja es ist teuer, habe aktuell einen Schüler, der zahlt selbst, keine eltern, der will den Führerschein einfach haben, steht aktuell bei 1900 euro und geht nächste woche in die Prüfung, weil er bock hat!

      Die Simulatoren, die hier so angepriesen werden, kosten zwischen 30 und 50.000 euro! darauf kostet eine stunde das gleiche wie eine Fahrstunde im auto! denn ein Fahrlehrer muss dabei sein!

      Ich brauche also keine Räume für Unterricht aber Simulatoren, die die gleiche Fläche benötigen!

      Alles Schwachsinn! die eltern sollen ausbilden, aber nur 1000km, wenn der Schüler theorie fertig hat, mindestens 6 stunden bei einem fahrlehrer verbracht hat. Was bringt das? Eltern und Geduld? bringen dann evtl. was völlig anderes bei? Und dann soll der Fahrlehrer mit dem Elternteil eine mini prüfung machen um zu sehen ob er bereit ist?! 🤣

      Prüfung 40 minuten… leute leute
      Heute sind es 55 minuten, inklusive Technik am auto, nachgespräch, Fahrzeit: 40-45 minuten. bei 40 wären das keine 30 minuten um was zu zeigen, hier wird der Führerschein verschenkt!

      Man hätte sich mal um die Kosten einer Fahrschule auseinandersetzen müssen!

      1. DeziByte 🎖

        Ölwechsel 350,- €? LKW-Fahrschule oder wie? 🤣
        Ich hab meinen Führerschein erst vor 15 Jahren gemacht, da gab es in der Prüfung aber auch keine Technik oder ein Nachgespräch, und ich wüsste auch nicht wozu. Bin selber zur Dekra gefahren, Prüfer rein, ab ging die wilde Fahrt. Nach 40 Minuten waren wir zurück, bestanden, Danke, schönen Tag noch.

        Aber wenn du vom Fach bist, warum kostet der Schein 2500,- € mehr als noch vor 15 Jahren? Erschafft gefragt. Die Spritpreise können es nicht sein, die waren nur geringfügig niedriger als heute.

  4. pankras ☀️

    Experimentierklausel von „Personen mit besonderem Näheverhältnis“.

    War in den 90er übliche Praxis unter uns Jugendlichen. Die Älteren gaben den Jüngeren gerne praktischen Unterricht auf unbefahrenen Landstraßen. 🤣

  5. Dieseldieter ☀️

    Jobcenter übernehmen halt die Kosten für Früherschein nicht mehr. Deswegen bricht aktuell der Markt zusammen. Und nicht wegen wartende Jugendliche

      1. Elknipps 👋

        Seitdem das Geld knapp wird und die Jobcenter vor dem Landessozialgerichten gewinnen hat nicht mehr jeder Anspruch auf den Führerschein. Es muss ein konkreter Arbeitsplatz und Einstellungszusage vorliegen.

        https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/lsg-hessen-l6as7523-fuehrerschein-kosten-jobcenter-uebernahme-arbeitsangebot

    1. DanDan 🪴

      Das ist falsch! Das Jobcenter zahlt aktuell für einen unserer Schüler 3000 euro!

    2. Neuhier in 🔅

      Äh nochmal…. Quelle?

Du bist hier:
mobiFlip / News / Dienste / Führerschein-Reform: Weniger Prüfungsfragen und Eltern als Fahrlehrer geplant