Eine neue Befragung von DA Direkt zeigt auffällige Gewohnheiten von E-Autofahrern während Ladepausen. In den sozialen Netzwerken wurden die Ergebnisse bereits diskutiert, es ist mal ein anderer Blick auf die E-Mobilität.

Eine Civey-Umfrage im Auftrag von DA Direkt deutet darauf hin, dass viele Fahrer von Elektroautos Ladezeiten zum Essen oder Snacken nutzen. Mehr als jeder zweite Befragte gab an, während des Ladevorgangs zu essen. Weitere Teilnehmer erledigen Einkäufe, ruhen sich aus oder machen kurze Pausen im Fahrzeug.

Als mögliche Ursachen nennt die Studie die oft geringe Aufenthaltsqualität an öffentlichen Ladesäulen. Kritisiert werden unter anderem fehlende Sanitäranlagen, mangelnde Überdachungen sowie komplizierte Preis- und Bezahlsysteme. Bewegung während der Ladezeit spielt laut Befragung hingegen nur für wenige Fahrer eine Rolle.

E-Autofahrer bewerten Ladepausen oft entspannter

Die Ergebnisse zeigen außerdem Unterschiede zwischen E-Autofahrern und Fahrern von Verbrennern. Laut DA Direkt empfinden 86 Prozent der E-Autofahrer einen Ladestopp von bis zu 20 Minuten als akzeptabel, wenn dabei ausreichend Reichweite nachgeladen wird. Viele Verbrenner-Fahrer schätzen ihre eigene Toleranzgrenze dagegen deutlich niedriger ein.

Besonders häufig genannte Kritikpunkte:

  • Unübersichtliche Preisstrukturen
  • Zu wenige Schnellladesäulen
  • Fehlende Kartenzahlung
  • Geringe Aufenthaltsqualität

Auch bei der allgemeinen Ladeinfrastruktur zeigt sich laut Befragung ein gemischtes Bild. Ein Teil der E-Autofahrer bewertet das Angebot positiv, viele sehen aber weiteren Ausbaubedarf. Ich finde besonders interessant, dass die Studie weniger die Technik selbst beleuchtet, sondern vor allem das Verhalten der Menschen während der Ladezeit in den Mittelpunkt rückt.

Interessante Ergebnisse im Überblick:

  • Mehr als jeder zweite E-Autofahrer gibt an, während des Ladevorgangs zu snacken oder zu essen.
  • 31 Prozent der Befragten nutzen die Ladepause für Einkäufe oder Besorgungen.
  • Ein Viertel der Teilnehmer ruht sich während des Ladens aus oder macht ein Nickerchen.
  • Nur 6 Prozent verwenden die Ladezeit für Bewegung oder körperliche Aktivität.
  • 86 Prozent der E-Autofahrer empfinden einen Ladestopp von bis zu 20 Minuten als angenehm, wenn dabei mindestens 200 Kilometer Reichweite nachgeladen werden.
  • 35 Prozent der E-Autofahrer akzeptieren sogar Ladezeiten von bis zu 30 Minuten.
  • 43 Prozent der Verbrenner-Fahrer sehen 10 Minuten als persönliche Toleranzgrenze für einen Ladestopp an.
  • 38 Prozent der E-Autofahrer bewerten die Ladeinfrastruktur in Deutschland als gut.
  • Nur 10 Prozent der Verbrenner-Fahrer erwarten ein ausreichendes Ladenetz für Elektroautos.
  • Ein Viertel der E-Autofahrer kritisiert eine zu geringe Zahl an Schnellladesäulen.
  • Für jeden zweiten Befragten sind unübersichtliche Preise und komplizierte Bezahlsysteme der größte Kritikpunkt an öffentlichen Ladesäulen.
  • Viele Fahrer bemängeln fehlende Sanitäranlagen und mangelnde Überdachungen an Ladeparks.

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  1. cmi 🪴

    Spannend wie hier auch die Klischees immer noch vorhanden sind: 90%(!) der Verbrennerfahrer leiden noch immer unter Reichweitenangst und befürchten offenbar liegenzubleiben.

  2. Tobias 🏅

    Dazu bauche ich keine Studie. In jedem Post oder YT Video über E Autos , gehts doch nur darum, dass man alle 1,5 h eine Pause machen muss, um zu Laden. Da kann man doch gleich wieder bei Mc Donalds was essen und einen Kaffee trinken gehen. Das wäre so entspannend. Im Grunde frisst jeder E Auto Fahrer deutlich mehr herum, als Verbrenner Fahrer die nur alle 5h aus ihrem Auto kommen. Langstrecke. Als nächste Studie wird kommen, dass E Auto fahren nicht deutlich billiger ist, weil beim Laden die gesparte Kohle komplett verfressen wird.

    1. Andre 🪴

      So ein Bullshit. 🤦 Ich bin meist nach deutlich mehr als 3h froh Ladepause machen zu dürfen, um dann 20-30 Minuten zu gehen! Nix fressen. Das Problem ist nicht der Antrieb, sondern der Nutzer vulgo Mensch.

    2. P45 🔅

      Ich hoffe doch, das ist ironisch gemeint. Also ich mache auf Langstrecke mit dem Elroq nach circa drei Stunden eine Pause, so wie früher auch mit dem Verbrenner. Verpflegung wird von zuhause in der Kühlbox mitgenommen, auch wie früher. Es ändert sich also…NICHTS!

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