Tempo 30 wirkt überraschend stark, obwohl viele zu schnell fahren
Gezielte Tempo-30-Abschnitte senken laut einer UDV-Studie die Zahl schwerer Unfälle auf Hauptverkehrsstraßen um mehr als die Hälfte.
Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) untersuchte 84 Tempo-30-Abschnitte auf 42 Hauptverkehrsstraßen in sechs Städten. Dort blieb nach der Umstellung von Tempo 50 etwa jeder sechste Unfall mit Verletzten aus. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten oder Getöteten sank um mehr als 50 Prozent.
Tempo 30 wirkt trotz vieler Geschwindigkeitsverstöße
Bemerkenswert ist die geringe Einhaltung des Limits. Nur ein Viertel der Fahrer hielt Tempo 30 ein. Die Hälfte fuhr schneller als 36 km/h und rund jeder Siebte mehr als 47 km/h. Die UDV vermutet deshalb, dass der Wechsel auf Tempo 30 zusätzlich die Aufmerksamkeit erhöht.
Die wichtigsten Daten der Untersuchung:
- 84 Tempo-30-Abschnitte in sechs Städten
- 2.428 ausgewertete Unfälle mit Personenschaden
- mehr als 50 Prozent weniger schwere Unfälle
- 43 Prozent der schweren Unfälle blieben bestehen
Die untersuchten Abschnitte waren bis zu 750 Meter lang und wurden zwischen 2016 und 2021 eingerichtet. Verkehrsverlagerungen in Nebenstraßen stellte die UDV nicht fest. Nicht vergessen: Die Ergebnisse erlauben ausdrücklich keine Rückschlüsse auf ein flächendeckendes Tempo 30.
Ich finde vor allem den Effekt trotz der häufigen Tempoverstöße interessant. Die Daten sprechen dafür, Tempo 30 gezielt an komplexen und sensiblen Stellen einzusetzen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass Tempolimits allein sichere Straßen nicht ersetzen. Aber das war, denke ich, ohnehin jedem klar.
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Ich fände ja immer noch flächendeckend 30 als Regelfall charmant und Hauptstraßen werden dann abweichend auf 50, 60 oder 70 angehoben.