CO2-Preis 2027: Bundesregierung will Preisanstieg von Benzin und Diesel begrenzen
Der Umweltausschuss des Bundestages hat einem Gesetzentwurf (PDF) zugestimmt, der den CO₂-Preis für Benzin und Diesel 2027 stabil halten soll.
Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD wollen damit verhindern, dass die CO₂-Bepreisung im kommenden Jahr zusätzliche Kosten für Autofahrer verursacht. Die abschließende Beratung im Bundestag steht noch aus.
CO₂-Preis 2027: Was bedeutet der Preisdeckel für Autofahrer?
Der CO₂-Preis verteuert fossile Kraftstoffe wie Benzin und Diesel. Unternehmen, die diese Kraftstoffe in Verkehr bringen, müssen dafür Emissionszertifikate erwerben. Die Kosten werden üblicherweise über die Tankstellenpreise an Verbraucher weitergegeben.
2026 liegt der gesetzliche Preiskorridor bei 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂. Für 2027 soll das bisherige Preisniveau erhalten bleiben. Dafür hat die Koalition den ursprünglichen Gesetzentwurf angepasst.
Die wichtigsten Änderungen:
- 2027 sollen rund 234 Millionen Emissionszertifikate versteigert werden.
- Der Überschussmengenpreis sinkt gegenüber dem Entwurf von 73 auf 71 Euro.
- Der ab 2028 geltende Nachkaufsmengenpreis für 2027 wird von 75 auf 73 Euro reduziert.
Diese Werte sind technische Preisregelungen des Emissionshandels und nicht mit dem eigentlichen CO₂-Preis an der Tankstelle gleichzusetzen. Nach Darstellung der Union stabilisieren die Änderungen die Belastung auf dem Niveau von 2026.
Für Autofahrer bedeutet das allerdings keine Garantie für gleichbleibende Spritpreise. Rohölpreise, Steuern und andere Marktfaktoren beeinflussen weiterhin die Kosten beim Tanken.
Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel übernehmen
Die Regelung ist als Übergang gedacht. Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS2) starten. Dann wird die CO₂-Bepreisung stärker vom europäischen Zertifikatemarkt bestimmt.
Die Bundesregierung rechnet durch den Preisdeckel mit rund 400 Millionen Euro weniger Einnahmen für den Klima- und Transformationsfonds. Die Grünen kritisieren die abgeschwächten Preissignale, während die AfD eine vollständige Abschaffung des Emissionshandels fordert. Die Linke spricht sich für ein soziales Klimageld aus.
Für Autofahrer schafft der geplante Preisdeckel zunächst etwas mehr Planungssicherheit beim CO₂-Kostenanteil. Die grundsätzliche Frage, wie stark der europäische Emissionshandel fossile Kraftstoffe künftig verteuern wird, verschiebt sich damit allerdings auf 2028.
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