Verbrenner-Aus vor dem Ende? Merz und Macron schmieden Deal
Deutschland und Frankreich wollen das geplante EU-Verbrenner-Aus ab 2035 deutlich stärker lockern.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollen vor dem nächsten EU-Gipfel eine gemeinsame Position zur europäischen Autopolitik finden. Nach Medienberichten soll Frankreich einer stärkeren Lockerung der CO₂-Vorgaben zustimmen. Deutschland kommt Paris dafür bei strengeren „Made in EU“-Regeln entgegen.
Derzeit schreibt das EU-Recht für Neuwagen ab 2035 eine CO₂-Reduktion um 100 Prozent gegenüber 2021 vor. Die EU-Kommission hatte bereits eine Absenkung auf 90 Prozent vorgeschlagen. Der deutsch-französische Plan könnte nun auf mindestens 80 Prozent hinauslaufen.
Verbrenner-Aus: Das soll sich ab 2035 ändern
Die wichtigsten Punkte des geplanten Deals:
- Das CO₂-Ziel für 2035 könnte auf mindestens 80 Prozent sinken.
- Aktuell sind 100 Prozent CO₂-Minderung vorgeschrieben.
- Das Zwischenziel für 2030 soll über die Jahre 2028 bis 2032 betrachtet werden.
- Deutschland soll strengeren europäischen Herkunftsregeln zustimmen.
Die Details werden laut den Berichten noch zwischen Kanzleramt und Élysée-Palast verhandelt. Eine Einigung vor dem EU-Gipfel gilt demnach als wahrscheinlich. Aktuell dürfen Neuwagen eines Herstellers im EU-Flottenschnitt 93,6 Gramm CO₂ je Kilometer ausstoßen.
Ich halte den möglichen Kompromiss für eine erhebliche Weichenstellung. Das formale Verbrenner-Aus könnte damit faktisch fallen. Interessant wird dann sein, ob die zusätzliche „Technologieoffenheit“ Europas Autoindustrie tatsächlich stärkt oder lediglich den Umstieg auf Elektroautos verlangsamt.
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Gute Nachricht für die Umwelt.
Bis dahin hat der Markt bereits Fakten geschaffen.
Es wird bis dahin m.E. keine neuen Verbrenner – Autos (von Volumenherstellern) mehr geben. 💁🏻
Wenn es die Wahl zwischen einer guten und einer idiotischen Option gibt, kann man sich ziemlich sicher sein, welche Entscheidung die von der CxU geführte Regierung trifft.
Das muss man sich ja mal auf der Zunge zergehen lassen. Die Chinesen stoßen ja insbesondere in die Preislücke bei den BEVs. Ob man den französischen Ansatz jetzt aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll findet oder nicht, ist er doch zumindest zielgerichtet und wird zu Rückholungen von Modellen nach Europa und mehr chinesischer Fertigung in Europa führen. Und Deutschland? Jo, lass mal mehr von dem machen, was uns überhaupt erst in diese Lage gebracht.
Was ist denn das für eine Verhandlung, wenn eigentlich beide Partner Teil 1 des Kompromisses brauchen, aber der eine unbedingt auf Teil 2 beharrt, der im gar nix bringt?
Bei den Benzinpreisen doch irgendwie vergebene Liebesmühe. Wer laden kann, wird sich doch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Verbrenner mehr kaufen.
Na ja, das wird medial ja auch sehr aufgeputscht. Wenn du deine 10.000 km im Jahr fährst, sind das pro Monat etwa 15-25 Euro mehr bei den aktuellen Spritpreisen im Vergleich zu vor 1-2 Jahren. Das ist sicherlich nicht schön, aber für viele vermutlich zu verkraften.
Sehe ich auch so. Wenn ich mich so in der Nachbarschaft umsehe, scheint das nur am Stammtisch, aber nicht an der Zapfsäule zu interessieren.
Gewerblich ist das viel schlimmer. da frisst der Aufpreis die ganze Marge weg oder dreht den Auftrag sogar ins Minus.
Deswegen gehen Unternehmen wie die oft zitierte Spedition „Nanno Janssen“ den Weg zur e-Mobilität. Denn selbst im Schwerlastfernverkehr rechnet sich der aktuell noch deutlich höhere Anschaffungspreis schon nach relativ kurzer Zeit.
Für Wenigfahrer (unter 5.000 km im Jahr) mag das manchmal stimmen, da bietet ein e-Auto außer dem größeren Komfort („stufenlose Automatik ohne Mehrverbrauch oder komplexem mechanischen Aufwand“, gleichmäßige starke Beschleunigung auch von 0 km/h raus, kein Leistungsloch und keine Schaltpausen, vibrationsärmer, leiser – innen wie außen) aktuell nur wenig Einsparpotential.
Das wird sich erst ändern, wenn die Neupreise von e-Autos niedriger als von vergleichbar ausgestatteten Verbrennern sind. Bei oberer Mittelklasse und Oberklasse ist das aktuell oft schon der Fall, aber nicht in der Einstiegsklasse.
Was viele die letzten 5-10 Jahre aber nicht im Fokus hatten, entweder weil Stammtischgeschwätz sie davon abgehalten hat, selbst mal durchzurechnen oder weil es tatsächlich keine Ladesäulen in ihrer Nähe gab: Ab 10-20.000 km im Jahr lohnt sich schon seit mehreren Jahren die e-Mobilität massiv.
Ich fahre seit ca. 5 Jahren ein e-Auto und habe keine eigene Wallbox, kann nur auf der Straße oder seit kurzem beim Arbeitgeber laden, allerdings zu normalen Kosten. Bei den durchschnittlichen Lade-Kosten der letzten Jahre zahle ich pro gefahrene 10.000 km ganze 1.000 EUR weniger als vergleichbarer Sprit gekostet hätte – bei vergleichbarer Auto-Größe (dem Vergleich liegt ein Toyota RAV4 Hybrid Bj 2016 mit einem Jahresdurchschnittsverbrauch von ca. 7,3 l/100 km zu Grunde, gefahren von 2018-2021, getankt habe ich immer Super Plus).
Da ich knapp 20.000 km im Jahr fahre habe ich jetzt nach 4,5 Jahren und 90.000 km sage und schreibe 9.000 EUR alleine an Differenz zu Spritkosten eingespart und wenn ich die Spritkosten der letzten Jahre vergleich würde, wäre die Differenz noch größer! Und das Auto ist wie neu, der Akku hat nach Aviloo-Test noch 97% seiner ursprünglichen Kapazität.